Umzingelt von seinen kleinen Fans: Kinderpfleger und „Cowboy“ Marco Hübel ist für jeden Spaß zu haben. Er ist der einzig männliche Kinderpfleger im Kinderhaus St. Martin in Oberneuching.
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Umzingelt von seinen kleinen Fans: Kinderpfleger und „Cowboy“ Marco Hübel ist für jeden Spaß zu haben. Er ist der einzig männliche Kinderpfleger im Kinderhaus St. Martin in Oberneuching.

Marco Hübel ist im Kinderhaus in Oberneuching der Star und für jeden Spaß zu haben

Der Kinderpfleger mit dem Cowboyhut

  • VonDaniela Oldach
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Oberneuching - Kinderpfleger sind rar gesät: Marco Hübel ist einer von ihnen. Im Kinderhaus St. Martin in Oberneuching sorgt er auch als Cowboy für Begeisterung.

Ein „echter“ Cowboy, der Cowboystiefel und -hut trägt, Gitarre spielt und das Bobfahrer-Lied draufhat: das ist Marco Hübel, der im Kinderhaus St. Martin in Oberneuching ein kleiner Star unter der Kinderschar ist. Denn der 25-Jährige sticht nicht nur durch sein Outfit hervor, er ist auch der einzige männliche Kinderpfleger in der Einrichtung.

Sein Beruf ist für Hübel Berufung. Und für Kinderhaus-Leiterin Beate Tilge „ist er einfach der Marco“. Vor acht Jahren bewarb sich der gebürtige Lengdorfer beim Kinderhaus. „Ich war am Anfang schon skeptisch“, gibt Tilge offen zu. Aber der damals 17-Jährige überzeugte sie schnell. Nach einem Tag Probearbeiten hatte den Job. „Der Marco hat ein gutes Händchen für Kinder“, sagt Tilge, die die Einrichtung seit der Eröffnung 1983 leitet.

„Ich hatte schon immer einen Draht zu Kindern und begegne ihnen ganz normal wie jedem anderen Menschen auch“, sagt Hübel. Trotz seines lässigen Erscheinungsbildes darf der Respekt nicht leiden. Denn „man muss auch Grenzen setzen. Das ist ganz wichtig“. Und noch einen positiven Effekt hat sein Stil: „Ich möchte schon den Kleinen vermitteln, dass jeder so akzeptiert werden soll, wie er ist.“ Und das ist in St. Martin gar kein Problem.

Als er sich nach seiner Zeit in der Mittelschule Isen für den Beruf des Kinderpflegers entschied, unterstützte ihn die Familie bei seinem Vorhaben. Im Freundeskreis sei er dagegen teilweise belächelt worden. Das gehört aber längst der Vergangenheit an.

„Am Anfang habe ich zwischen Koch und Kinderpfleger geschwankt. Ich bin einfach kreativ, weiß aber, dass ich mich genau richtig entschieden habe“, sagt Hübel. Zwei Jahre lang besuchte er die Kinderpflegeschule in Mühldorf. „Dort waren wir drei männliche Schüler unter 20 bis 25 Schülerinnen.“ Anschließend absolvierte er ein Praktikum im Kindergarten St. Zeno in Isen, ehe er sich in Neuching bewarb.

„Ich weiß noch ganz genau, als der Anruf von Frau Tilge kam. Da stand ich gerade am Bahnhof in Dorfen und habe einen Jubelschrei losgelassen“, erzählt der 25-Jährige lächelnd. Im September werden es acht Jahre, seit er in St. Martin mit an Bord ist.

Liebe, Zeit und Verständnis den Kindern entgegen zu bringen, das war von Beginn an sein Credo. „Und er ist einfach immer gut drauf“, sagt seine Chefin über den leidenschaftlichen Countrymusiker. „Musik liegt mir sehr am Herzen. Das versuche ich auch, den Kindern zu vermitteln“, sagt Hübel. „Der Dauer-Gassenhauer aber ist das Bobfahrerlied. Das kann ich gar nicht oft genug spielen.“

Gibt es denn auch etwas, was er nicht so kann? „Meine Schwachstellen liegen in der Bürokratie“, gibt er zu. Dafür ist er handwerklich begabt. „Neulich haben wir den Schubkarren gerichtet. Und auch ein Regal haben wir schon zusammengebaut. Mitmachen darf bei mir jeder, den es interessiert“, erzählt der Burt-Reynolds-Fan.

Dass er sich später einmal zum Erzieher weiterbildet, ist für den jungen Mann nicht ausgeschlossen. Noch aber möchte er Erfahrungen sammeln. „Ich bin mit dem, was ich jetzt habe, sehr zufrieden.“ Über männliche Verstärkung würde er sich aber freuen. Seine zweite Leidenschaft, das Kochen, lebt Hübel am heimischen Herd in Harthofen aus. „Ich koche privat gerne und mag es, zu experimentieren.“

„Und damals, mit 17, wolltest du auch noch Radiomoderator werden. Das hast du im Vorstellungsgespräch gesagt“, erinnert ihn Tilge. Seine Bühne ist das Kinderhaus. Während des Lockdowns drehte er Videos, die die Kinder zuhause anschauen konnten. „Da sind wir halt dann zu den Kindern gekommen“, blickt Tilge zurück. Und wenn irgendwann wieder Normalität eingekehrt ist und ein Fest gefeiert werden darf, steht der Moderator schon fest. DANIELA OLDACH

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