So könnte das neue Neuchinger Kinderhaus aussehen: Diese Perspektive zeigt das Gebäude (Stand Vorentwurf) und den Eingangsbereich von Nordosten. So oder so ähnlich werden die Besucher das Kinderhaus erleben, wenn sie sich von der Kreisstraße kommend auf dem Sportcampus der Gemeinde bewegen. Grafik: PSA Pfletscher und Steffan Architekten
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So könnte das neue Neuchinger Kinderhaus aussehen: Diese Perspektive zeigt das Gebäude (Stand Vorentwurf) und den Eingangsbereich von Nordosten. So oder so ähnlich werden die Besucher das Kinderhaus erleben, wenn sie sich von der Kreisstraße kommend auf dem Sportcampus der Gemeinde bewegen.

Vorentwurf für Neuchinger Neubau – Gesamtkosten 6,5 Millionen Euro – Platz für 200 Kinder

Ein Kinderhaus „für die nächsten Jahrzehnte“

  • vonDaniela Oldach
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Platz für fünf Kindergarten- und drei Hortgruppen, Spielflächen, Ruheräume, ein schöner Außenbereich und die Erweiterungsmöglichkeit um vier Gruppen: Das alles soll das neue Kinderhaus bieten, das die Gemeinde Neuching dort errichten will, wo gerade das neue Sportgelände realisiert wird.

Neuching – Architekt Alexander Pfletscher, der auch den Sporthallenbau geplant hat, stellte im Gemeinderat den Vorentwurf vor. Im ersten Bauabschnitt soll demnach Platz für 125 Kindergartenkinder in fünf Gruppen entstehen, zudem drei Hortgruppen für 75 Grundschüler. Die Krippenkinder bleiben im Kinderhaus St. Martin in Oberneuching, an diesen Standort ist die Gemeinde wegen erhaltener Fördergelder gebunden.

In der Planung des neuen Kinderhauses befinden sich alle erforderlichen Räume im Erdgeschoss und im ersten Stock. Der Münchner Architekt Pfletscher vom Planungsbüro PSA Pfletscher und Steffan Architekten hat die Anordnung in Abstimmung mit der Kindergartenleitung geplant. Dabei setzt er auf eine offene Betreuungsmöglichkeit. So sollen Spielflächen und Garderoben miteinander verknüpft werden oder Sichtkontakt vom Flur aus mit den Kindern in der Gruppe möglich sein. Keine starren Räume, sondern ein offenes Konzept mit räumlicher Vielfalt und Transparenz.

Kinderhaus Neuching: In weiterem Obergeschoss könnten noch vier Gruppen Platz finden

„Es ist eine Hybridbauweise. Das heißt, wir errichten Stützen und Decken aus Gründen des Schall- und Brandschutzes in Beton. Alles andere, insbesondere die Fassade, werden als Holzkonstruktion ausgeführt“, erklärte der Architekt. Diese Bauweise trage dem Umweltgedanken Rechnung. Zudem soll die Möglichkeit bestehen, dass in einem zweiten Bauabschnitt, der zeitlich noch offen ist, in einem weiteren Obergeschoss vier zusätzliche Gruppen untergebracht werden können.

Ob dies aber jemals realisiert werden soll, darüber bestand im Gremium Redebedarf – ebenso bei den Kosten. Zu den rund 5,3 Millionen Euro fürs Bauwerk kommen Honorarkosten, Außenanlagen oder Möblierung. Pfletscher schätzt die Gesamtkosten auf 6,5 Millionen Euro. An Fördergeldern gibt es 3,5 Millionen Euro, sodass Neuching selbst knapp drei Millionen Euro berappen muss.

„Das sind 700 000 Euro Mehrkosten. Woher kommen die?“, wollte Manfred Mittermaier (FWG) in Bezug auf die erste Kostenschätzung wissen. Er forderte eine exakte Auflistung aller Kosten bis zur nächsten Sitzung.

Kinderhaus Neuching: Diskussion über Erweiterungsmöglichkeit

Bauamtschef Erhard Huber erklärte, dass die zuerst eingedampfte Planung nicht haltbar gewesen sei. Die Räume hätten nicht ausgereicht, es gab zu wenig Flächen im Hort. So entstand eine Flächensteigerung um 16 Prozent. „Es wäre sonst zu eng geworden.“ Auch ein Ruheraum für Hortkinder sowie eine Außentoilette waren vorher nicht da, ergänzte Pfletscher: „Das ist jetzt ein Kinderhaus, in dem man gut arbeiten kann, auch in den nächsten Jahrzehnten.“

Martin Bauer (CSU) kamen die veranschlagten 200 000 Euro für die Außenanlagen „ein bisserl wenig vor. Wir brauchen schon Spielgeräte, die auf dem Stand der Technik sind“. Und auch die Möblierung müsse alle Standards erfüllen.

Ob sich viel sparen ließe, wenn auf die Erweiterungsmöglichkeit verzichtet werde, wollten einige Räte wissen. „Eine wesentliche Reduktion werden wir nicht zustande bringen“, glaubt der Architekt. Martin Schwarzenbeck (CSU) hat da eine andere Meinung: „Wir sollten bei acht Gruppen bleiben. Im zweiten Stock ist es nicht so toll mit Kindern. Ich rechne mit 300 000 Euro weniger bei einem normalen Dach anstatt einem Flachdach.“ Dann entfalle zwar die Erweiterungsmöglichkeit, aber vielleicht lasse sich später ja ein Naturkindergarten realisieren. Die Summe von 300 000 Euro fand Pfletscher zu hoch angesetzt. Die Entscheidung zur Erweiterungsmöglichkeit wurde auf die nächste Sitzung vertagt.

Martin Bichlmaier (SPD) sprach auch die enorm gestiegenen Preise in der Baubranche an. „Die Material- und Rohstoffpreise explodieren. Uns muss klar sein, dass noch die eine oder andere Überraschung kommt. Die Firmen sind ausgelastet. Das Ganze kann auch sieben oder 7,5 Millionen Euro kosten“, warnte er.

Pfletscher ist zuversichtlich, dass die Genehmigungsplanung Ende Juni eingereicht werden und der Bau im nächsten Frühjahr starten kann. Pünktlich zum Kindergartenjahr 2023 muss das Gebäude fertig sein. „Das ist unproblematisch“, ist Pfletscher überzeugt.

Daniela Oldach

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