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Ein Sohn, zwei Töchter und viele Lieblingskinder: Trauer um Anna-Maria Hainz

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Von: Daniela Oldach

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Sie gehörten zusammen: Kaspar und Anna-Maria Hainz waren stark miteinander verbunden. Eineinhalb Jahre nach ihrem Mann starb nun auch die einstige Lehrerin. 60 Schüler feierten mit Tod des Ehemanns nicht verkraftet
Sie gehörten zusammen: Kaspar und Anna-Maria Hainz waren stark miteinander verbunden. Eineinhalb Jahre nach ihrem Mann starb nun auch die einstige Lehrerin. 60 Schüler feierten mit Tod des Ehemanns nicht verkraftet © privat

Anna-Maria Hainz’ Berufung war Lehrerin und treu sorgende Mutter. Jetzt herrscht Trauer um die Oberneuchingerin.

Oberneuching – Wertvolle Erinnerungen hinterließ Anna-Maria Hainz ihren Lieben: Gerne hat sie mit ihrer Kamera Ereignisse in der Familie fotografiert und Alben kreiert, stets garniert mit persönlichen Erinnerungen. Diese Bildbände werden in Zukunft wohl umso intensiver bei der Familie Anna-Maria Hainz/Lichtmannegger studiert werden. Denn die 87-jährige Oberneuchingerin ist kurz vor dem Weihnachtsfest im Alter von 87 Jahren friedlich eingeschlafen.

Die Familie war ihr Ein und Alles. Das waren sowohl ihre drei eigenen Kinder samt Schwiegersohn und Enkelkinder. Es waren aber auch die vielen Mädchen und Buben, die die einstige Lehrerin ins Herz geschlossen hatte.

Als Anna-Maria Waldert kam sie in Nordböhmen zur Welt. Später fand sie in Gebensbach eine neue Heimat und unterrichtete ab 1960 in Niederneuching die Kinder der ersten bis vierten Klasse.

Beim Tanzen lernte sie Kaspar Hainz kennen. „Er stand braungebrannt unter meinem Fenster und hat mich angestrahlt“, hatte Anna Hainz gerne über ihre große Liebe erzählt. Als junge Lehrerin wohnte sie im Oberneuchinger Lehrerwohnhaus, Gärtnermeister Hainz, ein waschechter Neuchinger, hatte schnell ein Auge auf die hübsche Lehrerin geworfen. Geheiratet wurde am 4. Juli 1964 – im Beisein aller Schulkinder. Rund 60 Mädchen und Buben waren von Nieder- nach Oberneuching geradelt, um zu gratulieren.

Ein Jahr später erblickte Sohn Martin das Licht der Welt. Doch der Bub wurde mit geistigen und körperlichen Einschränkungen geboren. Anna-Maria Hainz gab daraufhin ihren Beruf auf und war nur für ihren Buben da. Doch so ganz konnte sie das Unterrichten nicht lassen, dafür liebte sie ihre Arbeit zu sehr. An der Niederneuchinger Vorschule bereitete sie die Kinder auf den Ernst des Lebens vor.

1966 kam Tochter Regina kerngesund zur Welt, zwei Jahre später machte Tochter Sabine die Familie komplett, zu der jetzt auch Schwiegersohn Josef Lichtmannegger sowie die Enkelkinder Jakob und Hannah Lichtmannegger sowie Paula Hainz gehören.

Hart traf Anna-Maria Hainz der Tod ihres Ehemannes am 3. Mai 2020. „Sie waren so stark miteinander verbunden. Das hat sie einfach nicht verkraftet, dass sie alleine ist“, erzählt Regina Lichtmannegger.

An Allerheiligen hatte Anna-Maria Hainz das letzte Mal ihr Zuhause verlassen, um zum Friedhof zu gehen. Danach ließen ihre Kräfte nach. In ihren eigenen vier Wänden wurde sie gepflegt. Geistig fit war sie bis zum Schluss. „Vergesst mir den Martin nicht“, hatte sie noch betont. Ihr Sohn lebt in einer Einrichtung in Schönbrunn.

Bei einem Wortgottesdienst am Grab, den Diakon Thomas Zaminer zelebrierte, konnten sich Familie und Freunde von der Verstorbenen verabschieden. Zaminer verlas dabei persönliche Worte, die Hainz noch selbst verfasst hatte. Zu besonderen Anlässen hatte sie gerne Tracht getragen. Und so war es selbstverständlich, dass sie auch in ihrem Lieblingsdirndl beerdigt wurde.

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