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Die Feldlerche sorgt zusammen mit der Goldammer für Stress in der Gemeinde Neuching.

Geplantes Gewerbegebiet Lüsswiesen

Mit der Feldlerche nochmal Schwein gehabt

Neuching – Eine 1,6 Hektar große Ausgleichsfläche für ein Feldlerchen-Paar: Das ist kein verspäteter Aprilscherz, sondern eine Auflage an die Gemeinde Neuching.

Amseln, Bachstelzen, Grünfinke, Ringeltauben oder Wacholderdrosseln tummeln sich auf dem Areal östlich der Staatsstraße  2082, auf dem die Gemeinde Neuching angrenzend an das Gewerbegebiet Neufinsing ein 3,6 Hektar großes, eigenes Gewerbegebiet realisieren möchte. Kein Problem. Dort gefällt es aber auch Goldammern und einem Feldlerchen-Paar. Das hat der Gutachter bei mehrmaligen Begehungen gesehen. Die Goldammer benötigt besonderen Schutz. Und die Feldlerche steht sogar auf der Roten Liste – und das ist der Casus knacksus für die Forderung der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamts Erding. Diese und die weiteren Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange beriet der Gemeinderat Neuching in seiner Sitzung am Dienstag.

Neuching hat jedoch Glück. Denn die für das Gewerbegebiet vorgesehene Ausgleichsfläche im Oberneuchingermoos eignet sich auch als künftige Brutstätte für Feldlerche & Co. Das Areal wird jetzt eine multifunktionale Ausgleichsfläche und entsprechend auch den Bedürfnissen der Vögel vom Arbeitskreis Natur und Umwelt gestaltet. Damit wird keine Extra-Fläche notwendig.

Wäre dies jedoch nicht möglich, hätte Neuching weitere 1,6 Hektar als Ausgleichsfläche ausweisen müssen. Diese Größe muss laut der speziellen artenschutzrechtlichen Prüfung das Minimum-Areal für das Feldlerchen-Brutpaar betragen.

Heuer sollen Feldlerchen noch ungestört auf dem Areal brüten können, wo sich später Betriebe ansiedeln. Deshalb darf laut Umweltbericht der Oberbodenabtrag nur außerhalb der Brutzeit sein. Frühestens ab Anfang September dürfen die Bagger anrücken. Das ist für Neuching jedoch kein Problem. Denn frühestens im Herbst soll mit der Erschließung begonnen werden. Bereits durchgeführt wurde eine schalltechnische Untersuchung. Denn durch die dortige 380-kV-Freileitung kann es lauter werden. Und im Gewerbegebiet soll auch Wohnraum für Betriebsleiter oder mögliches Aufsichtspersonal möglich sein. Die zulässigen Grenzen wurden aber eingehalten.

Auf dem Areal werden voraussichtlich 14 Grundstücke realisiert. Der Gemeinde liegen doppelt so viele Anfragen vor. Die Bewerber stammen aus der Gemeinde, den umliegenden Kommunen sowie vereinzelt aus dem Münchner Osten. Ansiedeln wollen sich unter anderem eine Baufirma, zwei Schreinereien, Lackiererei/Spenglerei, Zimmerei, ein Unternehmen, das sich mit der Herstellung von Frästeilen beschäftigt, eine Handelsfirma und ein Betrieb mit Fenster- und Sonnenschutzlösungen.

Da im Planungsbereich die Grundwasserflurabstände gering sind, sollten die Bauherren wasserdichte Keller installieren. Das empfahl Uniper Kraftwerke in seiner Stellungnahme. Der Hinweis wird im Bebauungsplan aufgenommen, die Bauherren werden informiert. Die Abwasserentsorgung des Gewerbegebiets übernimmt das VE München Ost.

Der erste Schritt ist mit den Billigungsbeschlüssen für die Änderung des Flächennutzungsplans und der Aufstellung des Bebauungsplans getan. Beides hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Daniela Oldach

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