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Der Witzbold mit dem Naschbrettbauch

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Von: Bernd Heinzinger

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Florian Fink holte sich den Titel als Oberbayerischer Witzemeister.
Florian Fink holte sich den Titel als Oberbayerischer Witzemeister. © Foto: Bernd Heinzinger

Florian Fink (44) aus Niederneuching ist Oberbayerischer Meister im Witzeerzählen. Auch im Kabarett versucht er sich - sein erstes Programm ist längst fertig.

Neuching – Ein richtiger Witzbold lebt in Niederneuching: Florian Fink (44) sorgte schon immer gern für Lacher, ob bei der Feuerwehr, den Schützen oder in geselliger Runde beim Kulturverein. Dass er Talent auf der Bühne hat, beweist sein Oberbayerischer Meistertitel im Witzeerzählen.

Der Zufall brachte es, dass der verheiratete Vater eines Sohnes und einer Tochter überhaupt an einem solchen Wettkampf teilnahm. 2018 fand er beim Surfen im Netz den Link zur Meisterschaft in Ebersberg. Er dachte sich sofort, dass er nicht nur als Zuschauer, sondern als Teilnehmer hinfahren will: „Ich wusste überhaupt nicht, was auf mich zukommt und habe sozusagen jungfräulich teilgenommen.“ Er überstand die erste Runde, danach war aber bald Schluss: „Trotzdem blieb in erster Linie die super Erfahrung in Erinnerung, und ich lernte viele lustige Leute kennen.“

Meistertitel im Witzeerzählen: „Mit dem Erfolg hätte ich zuvor nicht gerechnet“

Organisator Harry Meier aus Neumarkt, der die Meisterschaften 2009 ins Leben gerufen hat, meldete sich ein Jahr später wieder bei Fink: „Er wollte, dass ich noch einmal mitmache, und ich habe schnell zugesagt.“ Diesmal fanden die Oberbayerischen Titelkämpfe im Dachauer Theatersaal vor 300 Zuschauern statt. Die Teilnehmer mussten zu von der Jury oder dem Glücksrad vorgegebenen Themen Witze erzählen. Der 44-Jährige schaffte es in die zweite Runde, bekam dort von den 300 Leuten die meisten Stimmen – der Finaleinzug war geschafft.

Fink und seine zwei verbliebenen Kontrahenten mussten sich jetzt an einem Bierfass sitzend solange Witze erzählen, bis der Schlusspfiff kam: „Das dauerte rund 20 Minuten, und gegen Ende wurden die Witze natürlich etwas flacher.“ Doch sein Pulver hatte Fink bis zum Ende nicht verschossen, und so holte er sich den Holzteller und das Holztragerl gefüllt mit Bier als Siegerpreis: „Mit dem Erfolg hätte ich zuvor nicht gerechnet“, erzählt Fink, der sein Geld als Büroangestellter bei einer Firma in Markt Schwaben verdient.

Erstes abendfüllendes Kabarett-Programm „Naschbrettbauch“ seit Anfang 2020 fertig

Was macht eigentlich einen guten Witz aus? Bewegung, also etwa gebücktes und aufrechtes Gehen im Wechsel, sei vor Publikum das A und O. Dazu noch die passende Requisite, und die Wahrscheinlichkeit für viele Lacher steige weiter.

Die Nervosität hatte Fink bestens im Griff – vor Publikum auftreten, das kennt er seit Jahren als Theaterspieler beim Kulturverein. Dort ist er auch 2. Vorsitzender, und kommendes Jahr sei im Rahmen der Feier „1250 Jahre Synode Neuching“ ein großes Freilufttheater geplant.

Beim Witzeerzählen hätte sich Fink als Oberbayerischer Meister eigentlich für die Bayerischen Titelkämpfe qualifiziert. Diese fielen aber Corona zum Opfer: „Noch ist nicht klar, ob und wann sie nachgeholt werden. Aber das wäre eine super Sache, sozusagen die Krönung.“

Die Pandemie machte dem Niederneuchinger allerdings nicht nur bei den Witzen einen Strich durch die Rechnung. Er will auch im Kabarett etwas erreichen und hatte Anfang 2020 sein erstes abendfüllendes Programm „Naschbrettbauch“ fertig: „Ich habe mich auf die Auftritte gefreut, was dann leider nicht klappte.“ Doch Fink ließ sich nicht beirren. Er traf Markus Langer alias Sepp Bumsinger, die beiden wurden gute Freunde. Seitdem ist er in vielen Youtube-Videos zu sehen, was seinem Bekanntheitsgrad nicht schadet. „Außerdem durfte ich einige Male im Vorprogramm vom Markus auftreten und merkte dort, dass ich beim Publikum gut ankomme.“

Duo-Auftritt mit Markus Vogelmayer im Münchner Augustiner Kurgarten

Fink erzählt in seinem Programm normale Geschichten, „die man halt im Ort so erlebt“. Auf lustige, unpolitische und jugendfreie Art und Weise. Auch andere Kabarettisten hätten ihm schon wertvolle Tipps gegeben, sodass einem Start des Soloprogramms eigentlich nichts im Wege stehen dürfte.

„Leider ist es so, dass erst einmal die während der Pandemie ausgefallenen Termine nachgeholt werden müssen. Daher ist es aktuell schwer, neue Engagements zu bekommen.“ Zumindest im Solobereich. Bei Mixed-Shows zusammen mit zwei oder drei anderen Künstlern sei es schon einfacher.

Zuletzt hatte Fink sogar einen Duo-Auftritt mit Musikkabarettist Markus Vogelmayer im Münchner Augustiner Kurgarten: „Da kamen 130 Leute, es war rappelvoll und die Stimmung super“, erzählt Fink. Er hofft, dass es ab Herbst mit den ersten Soloauftritten klappt, und sagt: „Mit dem Kabarett habe ich schon einiges vor, aktuell bin ich aber noch froh, wenn mir der Sprit bezahlt wird.“

Ob als Witzeerzähler, Kabarettist oder beim Theaterspielen, für ihn sei es immer eine Freude, auf der Bühne zu stehen: „Ich will die Leute zum Lachen bringen, und das ist gerade in der heutigen Zeit immens wichtig.“ Zu finden ist Florian Fink im Internet auf www.finkflorian.de.

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