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Schlechte Aussichten auf Verkehrsspiegel - und Parkprobleme in der Ortsmitte

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Von: Veronika Macht

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Die kritischste Punkt, wo aus Sicht der Gemeinde ein Verkehrsspiegel am meisten Sinn machen würde, ist gegenüber der Ausfahrt von der Kirchenstraße (l.) auf die Münchner Straße in der Ortsmitte von Niederneuching – in direkter Nähe zum Geschäftshaus mit Arzt, Apotheke, Bücherei und Dorfladen (M.).
Die kritischste Punkt, wo aus Sicht der Gemeinde ein Verkehrsspiegel am meisten Sinn machen würde, ist gegenüber der Ausfahrt von der Kirchenstraße (l.) auf die Münchner Straße in der Ortsmitte von Niederneuching – in direkter Nähe zum Geschäftshaus mit Arzt, Apotheke, Bücherei und Dorfladen (M.). © Vroni Macht

Bei der Verkehrsschau in Neuching befassen sich die Räte mit einigen Anträgen unter anderem auf Verkehrsspiegel. Auch die Parkprobleme in der Ortsmitte Niederneuching sind ein Thema.

Neuching – Mit Anträgen auf Verkehrsspiegel, Park- und Überholverbot sowie Rechts-vor-Links-Regelung befasste sich Neuchings Bauausschuss. Zur Sprache kam auch die Parksituation in der Ortsmitte Niederneuching. Ein Bild der verschiedenen Örtlichkeiten machten sich die Räte im Rahmen der Verkehrsschau mit Vertretern von Polizei und Verkehrsbehörde im Landratsamt.

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Sie äußerten sich kritisch vor allem zu den Verkehrsspiegeln. Laut Straßenverkehrs-Ordnung (StVO) gehören diese nicht zu den Verkehrseinrichtungen, da sie aus rechtlicher Sicht lediglich als Hilfsmittel angesehen werden. Außerdem können sich Verkehrsteilnehmer durch Spiegel auch in falscher Sicherheit wiegen.

Kritischster Punkt aus Sicht der Gemeinde ist die Ortsmitte Niederneuching

So bestehe etwa in Oberneuching an der Hauptstraße gegenüber der Einmündung in die Tassilostraße kein Bedarf, da die Straße gut einsehbar sei. Bürgermeister Thomas Bartl (CSU) schlug aber vor, den bestehenden Spiegel an der Tassilostraße neu zu justieren.

Der kritischste Punkt, wo aus Sicht der Gemeinde ein Spiegel am meisten Sinn machen würde, ist an der Ausfahrt der Kirchen- auf die Münchner Straße in der Ortsmitte Niederneuching – direkt beim Geschäftshaus mit Arzt, Apotheke, Bücherei und Dorfladen. „Mit dem Auto ist das Rausfahren nicht ganz einfach, aber mit Lkw oder landwirtschaftlichen Fahrzeugen ist es eine Katastrophe“, sagte Martin Bichlmaier (SPD). Polizei und Verkehrsbehörde sahen hier jedoch keine Chance auf einen Spiegel. Es handle sich nicht um eine Gefahrenstelle. Man will die Situation aber nochmals in die interne Verkehrsschau aufnehmen.

Zur Sprache kam auch die Parksituation in der Ortsmitte. Die Stellflächen seien meist voll belegt, sodass Patienten und Kunden auf die umliegenden Straßen ausweichen. Oft wird an der Kirchenstraße geparkt – und zwar halb auf dem Gehweg. Das ist laut Polizei aber nicht erlaubt, schon gar nicht gegenüber der Ausfahrt des landwirtschaftlichen Betriebs dort. Und fürs Abstellen auf der Straße sei die Fahrbahn nicht breit genug – man darf dort also gar nicht parken. Auch wenn viele Verkehrsteilnehmer das wohl nicht wüssten, wie Bartl einwarf, seien Verbotsschilder nicht erforderlich. Es wurde vorgeschlagen, den ruhenden Verkehr zu überwachen.

Neue Zahnarztpraxis: Parken in zweiter Reihe für Patienten erwünscht

Was ebenfalls viele – vor allem Patienten der neuen Zahnarztpraxis dort – nicht wissen: Sie dürfen quasi in zweiter Reihe parken. Für die Angestellten gibt es überdachte Parkplätze; die Flächen dahinter sind für die Patienten vorgesehen, bleiben aber meist frei. Denn viele würden sich scheuen, die Autos auf den überdachten Flächen einzuparken – dabei ist das so gewollt. Obwohl Schilder vorhanden sind, wurde überlegt, ob man diese Regelung besser bekanntmachen könne. Insgesamt, fasste Bartl zusammen, sei die Parksituation in der Ortsmitte ein großes Problem, für das es eine Lösung brauche.

Ums Parken ging es auch an der St.-Martin-Straße in Oberneuching. In der Kurve Richtung Holzhausen wurde ein Verbot beantragt. „Wir haben hier aber kein extremes Parkproblem“, meinte Bartl. Außerdem wurde für die St.-Martin-Straße eine Rechts-vor-links-Regelung beantragt – im Prinzip für alle Seitenstraßen. „Ich sehe das als kritisch und nicht wirklich zielführend“, meinte Bartl dazu.

Auch aus Sicht der Polizei ist dafür auf der Vorfahrtsstraße, die dem überörtlichen Verkehr diene, keine Erfordernis gegeben. Letztlich stecke dahinter wohl der Wunsch einer Geschwindigkeitsreduzierung, jedoch hätten bisherige Messungen keine eklatanten Verstöße ergeben.

Markus Lanzl (FWG) warf zudem ein, dass die Straße eine Hauptverbindung für den landwirtschaftlichen Verkehr von Holzhausen, Lausbach und Harlachen Richtung Oberneuchinger Moos sei. Er sah eher Gefahrenpotenzial darin, wenn die schweren Maschinen oder auch Lastwagen immer wieder abbremsen beziehungsweise am Hang anfahren müssen. Im Ausschuss war man sich einig, dass rechts vor links dort nicht umgesetzt werden sollte.

Kein Überholverbot auf der Hauptstraße beim neuen Kinderhaus

Einigkeit bestand auch darin, dass es auf der Hauptstraße bei neuem Kinderhaus/Sporthalle kein Überholverbot geben soll. „Die vielen Sperrflächen und die Kurve Richtung Niederneuching machen ein Überholen ohnehin schwierig“, meinte Bartl. Die Polizei sieht ein Verbot ebenfalls als nicht erforderlich. Ob man die Strecke auf 80 km/h beschränken könnte, wollte Martin Schwarzenbeck (CSU) wissen. Hier müsse man die Sichtdreiecke vermessen, aber vermutlich seien diese für 100 km/h ausreichend, befand die Polizei.

Da der Bauausschuss nicht beschließend ist, werden die Maßnahmen dem Gemeinderat vorgeschlagen. Er wird letztlich entscheiden.

vam

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