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Zum Aufräumen ist Andreas Heuwieser   schon vor einer Woche in seine frühere Heimatstadt Simbach am Inn gefahren.

Hilfsaktion für Simbach am Inn

Schlamm schippen und Spenden sammeln

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Neuching/Simbach - Für Andreas Heuwieser war sofort klar, dass er in Simbach helfen will. Der Neuchinger und seine Frau packen in dem überfluteten Städtchen an und haben eine Spendenaktion gestartet.

Die Strecke Neuching – Simbach kennen Nicole und Andreas Heuwieser wie aus dem Effeff. Der Metallbauer mit Betrieb in Tratmoos stammt aus dem überfluteten Städtchen. Doch derzeit fahren die beiden mehrmals die Woche zum Helfen nach Niederbayern. Sie schaufeln Schlamm oder bringen dringend benötigte Trocknungsgeräte, Bekleidung und kleine Möbelstücke.

Das Ehepaar aus der Gemeinde Neuching hat darüber hinaus eine beispielhafte Spendenaktion ins Leben gerufen. Am Betriebsgebäude von Heuwieser Metalltechnik ist in der vergangenen Woche vieles abgegeben worden. Ein Mountainbike lehnt am Eingang, daneben ein rotes Kinderfahrrad, unzählige Kartons mit Kleidung und Spielzeug. Das alles und noch viel mehr haben die Heuwiesers von Menschen aus der Umgebung bekommen. Es sind Hilfsgüter für die Hochwasseropfer in Simbach. Das Ehepaar hat Alltagsdinge gesammelt, die den Simbachern beim Start in ein neues Leben helfen sollen. Geldspenden nahmen die beiden jedoch nicht an.

Begonnen hatte alles vor einer Woche, als Andreas Heuwieser mit drei seiner Monteure zum Schlammschippen und zum Aufstellen von Notstromaggregaten, Lüftern und Trocknungsgeräten in seine alte Heimat gefahren war. Seine Familie wohnt noch in dem überfluteten Städtchen. Eine Zeit lang hat er dort auch mit seiner Ehefrau gelebt. „Man kann es sich nicht vorstellen, wenn man es nicht selbst gesehen hat. Es herrschen kriegsähnliche Zustände“, sagt er mit stockender Stimme. „Mir geht das Ganze persönlich sehr nahe. Das Tragischste ist, dass auch Menschen ums Leben gekommen sind. Wir hatten früher auch mal kleinere Hochwasser, die dann den Keller überflutet haben. Aber mehr nicht“, erinnert er sich.

 Der 43-Jährige schickte seiner Ehefrau mit dem Handy Bilder. Nicole Heuwieser war von den Aufnahmen schockiert, und sie fackelte nicht lange. Schnell war für sie klar: „Da müssen wir helfen.“ Dort, wo sie vor wenigen Wochen noch den runden Geburtstag des Schwiegervaters gefeiert hatten.

Noch am gleichen Abend veröffentlichte sie einen Spendenaufruf auf ihrer Facebook-Seite. „Das war um viertel nach acht. Zwei Stunden später war der Post schon 163 Mal geteilt worden. Und am Montag ist das Telefon in meiner Praxis schon fast explodiert“, sagt die selbstständige Physiotherapeutin. Ihr Moosinninger Praxisteam nahm zahlreiche Anrufe entgegen. Und in der Firma von Andreas Heuwieser im Gewerbegebiet Tratmoos stapelten sich die Waren. Die Hilfsbereitschaft überrollte die beiden. „Ich habe mich schon auch gefragt, ob wir das logistisch schaffen“, sagt die Physiotherapeutin.

Schon am Dienstag karrte Andreas Heuwieser die erste Fuhre an Hilfsgütern nach Simbach. Am Freitag brachte er gemeinsam mit zwei Bekannten Kleidung & Co. zur Verteilstelle an den Simbacher Bauhof. Dort wird es in den Großgaragen sortiert. Mit dabei hatten sie sogar eine komplette Badausstattung mit Dusche und Badewanne.

Die Simbacher sind unendlich dankbar. „Es ist eine Mischung aus kompletter Verzweiflung, aber auch der Begeisterung über die enorme Hilfsbereitschaft. Viele stehen vor dem absoluten Ruin. Die Existenz von rund 20 Prozent der Betrieben ist zerstört“, berichten die beiden.

Nicole Heuwieser erzählt vom Schicksal eines 89-Jährigen, der alles verloren hat. „Wenn ich jetzt sterbe, bleibt von mir nichts. Kein Foto, gar nichts“, schildert sie die Worte des alten Mannes. Andreas Heuwieser schätzt, dass noch rund zwei Wochen lang Helfer benötigt werden. Nach dem Entfernen des Schlamms hat die Strom- und Wasserversorgung Priorität. Das große Aufräumen ist in vollem Gange. Rund 500 Häuser, so die Heuwiesers, müssen jedoch abgerissen werden

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Wer will helfen?

Die Heuwiesers wollen nicht nur mit Spenden helfen, sondern auch Handwerker koordinieren. Unternehmen können sich unter Tel. (0 81 23) 9 91 60 20 melden. Sachspenden werden derzeit nicht benötigt, da der Bauhof Simbach aus allen Nähten platzt. Erst wenn der Wiederaufbau beginnt, werdem weitere Möbelspenden entgegengenommen.

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