Für das Stipendium hat Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz Veronika Klobensteiner ausgewählt. Wenige Tage vor ihrem Abflug verabschiedete er sie persönlich und wünschte ihr ein unvergessliches Jahr.
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Für das Stipendium hat Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz Veronika Klobensteiner ausgewählt. Wenige Tage vor ihrem Abflug verabschiedete er sie persönlich und wünschte ihr ein unvergessliches Jahr.

Stipendium des Bundestags: Veronika Klobensteiner (17) verbringt Austauschjahr in den USA

Im zweiten Anlauf ins Abenteuer Amerika

  • Veronika Macht
    VonVeronika Macht
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Schon vor zwei Jahren hatte sich Veronika Klobensteiner beworben, um mit einem Stipendium des Deutschen Bundestags ein Austauschjahr in Amerika zu erleben. Unter vielen Bewerbern war sie ausgewählt worden – konnte wegen Corona aber nicht fliegen. Im zweiten Anlauf klappt es jetzt – die Niederneuchingerin startete am Sonntag in Richtung USA.

Niederneuching – Die Vorfreude war groß, doch dann kam die Enttäuschung: Veronika Klobensteiner sollte voriges Jahr ein Austauschjahr in den USA verbringen. Sie war für ein Stipendium des Deutschen Bundestags über das Parlamentarische Patenschafts-Programm (PPP) ausgewählt worden. Doch der zehnmonatige Austausch wurde um die Hälfte verkürzt und wenig später ganz abgesagt. „Das war schon bitter“, erzählt die heute 17-Jährige, die schon länger davon geträumt hat, ein Auslandsjahr zu machen, und gezielt im Internet nach Stipendien gesucht hatte. Umso mehr freut sie sich, dass sie jetzt eine zweite Chance bekommen hat.

Denn auf Anregung des Gemeinnützigen Vereins für Internationale Verständigung (GIVE), der als eine von fünf deutschen Organisationen das PPP betreut, hat sich die Niederneuchingerin erneut beworben. „Das war nur eine Woche vor Anmeldefrist“, erzählt die junge Frau, die das Anne-Frank-Gymnasium in Erding besucht. Dabei gab es etliches zu Organisieren.

Fürs Austauschjahr waren Ausnahmegenehmigungen nötig

Um trotz des Einreiseverbots, das wegen der Corona-Pandemie besteht, überhaupt in die USA fliegen zu können, brauchte Klobensteiner eine Ausnahmegenehmigung – die sogenannte National Interest Exception (NIE). Und um das Austauschschuljahr mitmachen zu können, musste sie auch beim bayerischen Kultusministerium eine Ausnahmegenehmigung beantragen. Denn eigentlich hätte sie sich wegen der Schule nicht noch einmal bewerben können.

Bundestagsabgeordneter Andreas Lenz (CSU) hat sie dabei unterstützt. Er ist es auch, der nach einer Vorauswahl durch GIVE den PPP-Stipendiaten aus seinem Wahlkreis aussucht. Lenz und seine Mitarbeiterin Steffi Ederer sind dann auch die ersten Ansprechpartner, sollte es Fragen oder Probleme während des Austauschs geben. Sie betreuen umgekehrt auch die US-Stipendiaten, die in Gastfamilien im Wahlkreis untergebracht sind.

Für die 17-Jährige ist es die erste Reise nach Amerika. Am Sonntag flog sie vom Flughafen München über Frankfurt und Chicago bis nach Birmingham im US-Bundesstaat Alabama. In einem Ort mit rund 4000 Einwohnern, eine halbe Stunde von Birmingham entfernt, wird sie in den nächsten Monaten wohnen – weil ihre Gastfamilie derzeit an Corona erkrankt ist, jedoch zunächst bei einer anderen Familie.

Schulfächer von Anatomie bis Fotografie

Dass sie sich mit ihren Gasteltern aber gut verstehen wird, davon ist die Niederneuchingerin überzeugt. „Wir stehen per Videotelefonie seit mehr als einem Jahr in Kontakt“, erzählt Klobensteiner, die sich jetzt freut, sie endlich „live“ zu sehen und kennenzulernen – ebenso wie ihren Gastbruder aus Kuwait, der auch ein Austauschjahr dort verbringt.

Während die Junior-Botschafter in Deutschland immerhin noch zwei Wochen der Sommerferien genießen konnte, ist der Unterricht in Alabama schon wieder gestartet. „Ein paar Fächer, die ich gerne belegen würde, habe ich angeben können“, erzählt die 17-Jährige. Englisch, Geschichte und Mathe seien vorgeschrieben. Daneben hat sie sich für Anatomie, Fotografie und „family dynamics“ entschieden – allesamt Kurse, die es an deutschen Schulen nicht gibt.

Sport hat einen besonderen Stellenwert an den High Schools in den USA

Besonders gespannt ist Klobensteiner auf den Sportunterricht, denn der Sport hat an amerikanischen High Schools einen ganz anderen Stellenwert als in Deutschland. Deshalb hat die Niederneuchingerin auch ihre Fußballschuhe eingepackt, denn die Kickerin beim FC Moosinning möchte diesen Sport auch in den USA ausüben.

Wenn Klobensteiner nächstes Jahr zurück in Deutschland ist, wird sie ab Herbst die 12. Klasse besuchen. Jetzt aber freut sie sich erst einmal auf viele neue Eindrücke – so wird sie nicht nur Weihnachten auf amerikanische Art erleben, sondern auch im Januar ihren 18. Geburtstag dort feiern.

Patenschafts-Programm

Das Parlamentarische Patenschafts-Programm gibt seit 1983 jedes Jahr Schülern sowie jungen Berufstätigen die Möglichkeit, mit einem Stipendium des Deutschen Bundestags ein Austauschjahr in den USA zu erleben. Zeitgleich sind junge US-Amerikaner zu Gast in Deutschland. Das PPP ist ein gemeinsames Programm des Deutschen Bundestags und des US Congress. Die Bewerbungsfrist für das 39. PPP im Jahr 2022/23 endet am 10. September 2021. Alle Infos gibt es auf www.bundestag.de/ppp.

vam

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