Martin Wittmann (M.) bekam für sein elfjähriges Engagement als Gemeinderat den Neuchinger Löwen überreicht. Es gratulierten ihm Rathauschef Thomas Bartl (l.) und Altbürgermeister Hans Peis (r.).
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Ein echter Kämpfer: Martin Wittmann (M.) bekam für sein elfjähriges Engagement als Gemeinderat den Neuchinger Löwen überreicht. Es gratulierten ihm Rathauschef Thomas Bartl (l.) und Altbürgermeister Hans Peis (r.).

Bürgerversammlung Neuching: Bartl informiert über Neubau – Peis blickt zurück

Kinderhaus: Planungen starten 2021

  • vonDaniela Oldach
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Einen Rückblick auf 18 Jahre Kommunalpolitik und einen Ausblick auf anstehende Projekte gab es in der Neuchinger Bürgerversammlung.

Oberneuching – Noch in der Amtszeit von Hans Peis hätte die Neuchinger Bürgerversammlung stattfinden sollen. Doch Corona machte dem einen Strich durch die Rechnung. Seinen Rückblick hielt der jetzige Altbürgermeister nun kürzlich in der nachgeholten Bürgerversammlung im Gasthaus Neuwirt.

Dabei ließ Peis die vergangenen 18 Jahre seines Wirkens Revue passieren. „Den ländlichen Charakter der Gemeinde zu bewahren“ sei dabei stets sein Bestreben gewesen. Diverse Bebauungspläne seien in seiner Amtszeit auf den Weg gebracht worden. Den Anfang machte 2002 das Gebiet am Talweg. 2004 wurde erstmals die Bürgermedaille verliehen. Seit 2007 wird im Gemeindegebiet geblitzt.

Beschäftigt haben sich Peis und der Gemeinderat auch mit dem Thema Windkraft, der Neufassung der Stellplatzsatzung, dem Bau des kommunalen Mehrfamilienhauses Am Kampelbach oder der Förderrichtlinien-Überarbeitung des im Volksmund bekannten Einheimischenmodells. Weitere Projekte waren das Abwasserentsorgungskonzept für die Lüß, eine Querungshilfe für Wolfsleben und Lüß, die Realisierung von Gewerbegebieten wie Tratmoos oder Feldlerchenstraße, das Wohn- und Geschäftshaus an der Niederneuchinger Ortsmitte oder die Neugestaltung der Oberneuchinger Ortsmitte.

„Es braucht Mut, auch mal Entscheidungen zu treffen“, sagte Peis über die Arbeit des Gemeinderats. Denn oftmals gebe es auch Kritik von Seiten der Bürger. Das sehe man jetzt auch am Projekt Sporthalle, das ebenfalls in seiner Amtszeit auf den Weg gebracht wurde.

Auch die Großraumzulage München für die Beschäftigten des Rathauses hatte noch der alte Gemeinderat beschlossen. Apropos Gemeinderat: Dem Gremium hatte Martin Wittmann seit 2008 angehört. Aus gesundheitlichen Gründen musste er sein Amt Ende vergangenen Jahres niederlegen (wir berichteten). Jetzt wurde die Ehrung nachgeholt, und Wittmann bekam von Peis und dessen Nachfolger Thomas Bartl den Neuchinger Löwen überreicht. „Er war der ruhende Pol in so manch hitziger Diskussion“, zollte Peis dem früheren Gemeinderat Respekt. Gemeinsam engagieren sich Peis und Wittman bei der Planung der 1250-Jahr-Feier im Jahr 2022. Die Auszeichnung Wittmanns war zugleich Peis’ letzte Amtshandlung. „Für mich ist an dieser Stelle ,Game over‘“, meinte er.

Langweilig wird es dem Gemeinderat aber auch in Zukunft nicht, denn es steht die Umsetzung vieler Projekte an. Rathauschef Thomas Bartl gab in der Bürgerversammlung einen Überblick über die anstehenden Maßnahmen. Dazu gehört nicht nur die Sporthalle (wir berichteten). Das zweite prägende Projekt ist der Bau des neuen Kinderhauses. Auf dem Areal bei der geplanten Sporthalle sollen dafür die Bagger anrücken. Ohne die Sporthalle könne wegen des Anbindegebots das Kinderhaus gar nicht gebaut werden.

Das bisherige Kinderhaus St. Martin platzt aus allen Nähten. Derzeit besuchen 31 Krippenkinder in drei Gruppen, 116 Kindergartenkinder (fünf Gruppen) und 50 Hortkinder die Einrichtung. Betreut werden sie von je elf Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen.

Der Gemeinderat hat sich erst im Oktober beim Neubau für eine Variante mit acht Gruppenräumen im ersten Bauabschnitt entschieden, die Architekt Alexander Pfletscher erarbeitet hatte. Das Gremium hatte zum Thema Kinderhaus extra einen Workshop absolviert. Anfang 2021 soll die Planung starten. Der Baubeginn ist für Anfang 2022 vorgesehen, die Fertigstellung im Sommer 2023.

Solange dauert es mit der Sanierung des Finkenwegs nicht. Ende Oktober sollen die Umbauarbeiten abgeschlossen sein. Noch in vollem Gange sind hingegen die Arbeiten der Deutschen Glasfaser. Bei Mängeln sollten sich Anwohner bei der Gemeinde melden, appellierte Bartl an die Gäste.

Der Christkindlmarkt ist für Samstag/Sonntag, 5./6. Dezember, anberaumt. Geplant wird – „doch es gibt keine Garantie. Die kann es nicht geben“, verdeutlichte Bartl angesichts der Corona-Lage. Ein voller Erfolg war trotz der Beschränkungen das Ferienprogramm. „Das war einmalig im Landkreis. Darauf kann man wirklich stolz sein“: 37 von 43 Veranstaltungen fanden statt.

do

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