Gemeinderat Neuching

Der Tod kostet nicht nur das letzte Hemd

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Oberneuching – Wer in Neuching die letzte Ruhe in einem gemeindlichen Familien- oder Urnengrab findet, für den müssen die Angehörigen künftig tiefer in die Tasche greifen.

„Nichts ist umsonst. Selbst der Tod kostet das Leben“, sagt ein Sprichwort – und für die Hinterbliebenen zusätzlich etliche Euros an Bestattungskosten oder Friedhofsgebühren. Für Letztere hat der Gemeinderat Neuching in seiner Sitzung am Dienstag eine neue Gebührensatzung erlassen.

Die Kosten für Einzelgräber und solche, die als Kindergrab genutzt werden, sinken. Deutlich teurer – und zwar um mehr als 100 Prozent – werden die Grabgebühren für Familiengräber, Urnenerdgräber, und Urnengrabnischen in Urnenstelen. Dabei möchte nicht die Gemeinde den Bürgern tiefer in die Tasche greifen. Vielmehr muss sie handeln. Denn bei der überörtlichen Rechnungsprüfung wurden die bisherigen Berechnungen beanstandet.

Die Kosten für Pflege und den Unterhalt der gemeindlichen Friedhöfe in Ober- und Niederneuching ermitteln, Verwaltungsgebühren hinzuzählen und dann durch die Anzahl der Grabstellen teilen: So einfach ist die Berechnung von Gebühren nicht. Vielmehr kommen noch Abschreibungen, kalkulatorische Zinsen oder die exakte Berücksichtigung von Fundamentkosten hinzu. Und auch das Anlagevermögen muss erst einmal ermittelt werden. Das alles hatte Rudolf Hurzlmeier von der Kommunalberatung Hurzlmeier aus Straubing errechnet. Der Experte erteilte den Räten schon fast eine kleine Mathe-Nachhilfestunde. Summa summarum kam dann raus, dass für ein Einzelgrab die Grabgebühr (einschließlich Fundament) in Höhe von bisher 350 Euro auf 314,56 Euro sinkt. Diese Gebühren müssen alle 20 Jahre beglichen werden, denn so lange ist die Ruhefrist auf den beiden kommunalen Friedhöfen. Für ein Einzelgrab, das als Kindergrab genutzt wird, sinkt der Betrag von bisher 250 Euro auf 157,28 Euro. Diese Summe ist allerdings bezogen auf zehn Jahre, denn dort gilt eine verkürzte Ruhefrist.

Gänzlich anders sieht es bei Familiengräbern aus. Statt 450 Euro werden künftig alle 20 Jahre 837,95 Euro fällig. Ein Urnenerdgrab kostet statt 300 Euro nun 676,71 Euro. Bei Urnengrabnischen in Urnenstelen steigt die Gebühr von 300 Euro auf 645,38 Euro. Eine zusätzliche Urne im Erdgrab war bisher nicht in der Satzung und wurde neu aufgenommen. Sie kostet künftig 157,80 Euro.

„Haben wir da einen finanziellen Spielraum, damit wir unsere Kunden, sag ich mal, nicht so sehr zur Kasse bitten müssen?“, wollte Vize-Bürgermeister Martin Bichlmaier wissen. Eine niedrigere Berechnung würde den Gesetzen widersprechen, antwortete Hurzlmeier. Eine schrittweise Erhöhung der Gebühren fand im Gremium keine Mehrheit. Die neue Satzung wurde beschlossen.

Daniela Oldach

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