Freut sich auf die Zukunft: Steffi Weber übernimmt zum 1. Dezember den Lebensmittelmarkt Kornek in der Ortsmitte Niederneuching von ihrem bisherigen Chef Peter Kornek.
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Freut sich auf die Zukunft: Steffi Weber übernimmt zum 1. Dezember den Lebensmittelmarkt Kornek in der Ortsmitte Niederneuching von ihrem bisherigen Chef Peter Kornek.

Lebensmittelladen in Niederneuching unter neuer Führung

Aus Kornek Neuching wird Steffis Dorfladen

  • vonDaniela Oldach
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Zum 1. Dezember übernimmt Steffi Weber das Lebensmittelgeschäft in der Ortsmitte Niederneuching. 

Niederneuching– Vor zehn Monaten ist Steffi Weber stolze Mama von Töchterchen Emma geworden. „Steffis Dorfladen“ wird jetzt das zweite Baby im übertragenen Sinn: Die 30-Jährige übernimmt zum 1. Dezember das Lebensmittelgeschäft Kornek in der Ortsmitte Niederneuching. Die Freude ist jetzt schon riesig. Angst vor der neuen Herausforderung hat sie nicht. „Wenn man etwas wirklich will, dann schafft man es auch“, ist sie überzeugt.

Die Geschäfte laufen gut

Peter Kornek kann ihr da nur beipflichten. „Wenn das Herz dranhängt, geht es viel schöner“, sagt der 40-Jährige. Gemeinsam mit seiner Mutter Juliane Kornek managt er die Lebensmittelläden in Niederneuching und Neufinsing. Der gelernte Glaser ist seit sieben Jahren im Kornek-Team, vor drei Jahren hat er den Neuchinger Laden übernommen. „Die Geschäfte laufen gut“, versichert er. Doch ihn plagen gesundheitliche Probleme, seine Mutter hat das Rentenalter erreicht. Arbeitstage mit mindestens zwölf Stunden sollen nun mehr Freizeit und damit auch mehr Gesundheit weichen. So sei es jetzt an der Zeit, sich von beiden Geschäften zu trennen. Und mit Weber, die seit Juli 2016 im Verkäuferinnen-Team ist, habe er die ideale Nachfolgerin für Niederneuching gefunden.

Offen ist, wie es mit Lebensmittel Kornek in Neufinsing weitergeht

Noch offen ist es hingegen, wie es mit Lebensmittel Kornek in Neufinsing weitergeht, den die Korneks noch bis Jahresende betreiben. „Ab 31. Dezember bin ich komplett draußen“, versichert er.

Seiner Niederneuchinger Nachfolgerin steht er aber schon mit Rat und bei Bedarf auch Tat zur Seite. Im Dezember übernimmt zwar Weber das Ruder, doch die großen Pläne mit Umbau sollen erst im Januar umgesetzt werden. „Dann machen wir ein paar Wochen zu“, kündigt sie an. So soll die Theke nach hinten verlagert werden, um Barhocker aufstellen zu können. Auch die Obstauslage wird verändert. Zudem will Weber das Sortiment teilweise neu aufstellen. „Wir wollen noch mehr regionale Ware anbieten. Da bin ich schon mit Lieferanten aus dem Umland im Gespräch.“ Zudem wird dann auch in Neuching frisch gebacken. Entsprechende Öfen sind bestellt. Bisher wird Neuching von Neufinsing beliefert. Die Kuchenspezialitäten – insbesondere die beliebten Törtchen – bleiben. Ein Lieferservice für Senioren, kleine Tagesgerichte zum Mittagstisch oder ein erweitertes Frühstücksangebot: Weber sprudelt vor Ideen.

Burger, benannt nach den drei Bürgermeistern

Was es allerdings jetzt schon gibt, ist wohl im Landkreis einmalig. So hat in Niederneuching jeder der drei Bürgermeister einen eigenen Burger. Der Vize-Rathauschef hat hier die Nase vorn. „Der Bichlmaier-Burger geht am besten“, verrät Kreativkopf Corinna Fink. Wie es sich für einen Handwerker gehört, ist auf der Brezensemmel eine ordentliche Scheibe Leberkäs drauf. Der Bartl-Burger hat aufgeholt, seit Schinken, Käse und Mayonnaise auf einer dunklen Kartoffelsemmel serviert werden. Luft nach oben hat noch der Mittermaier-Burger, ein Doppelter mit Schinken und Käse. Die Schmankerl gibt’s aber nur, wenn Fink Frühschicht hat. „Macht’s einfach, Mädels“, lässt Kornek seinen Damen freie Hand.

Die Unterstützung ihrer Familie ist Weber gewiss. Und im Team bleiben Fink und Jennifer Osterloher. Bisher sind in Neuching fünf Teilzeit- und eine Vollzeitkraft eingesetzt. Die weiteren Mitarbeiterinnen müssen sich neue Jobs suchen, wissen von der Entscheidung Korneks aber schon seit längerem.

Für Weber wird ein beruflicher Lebenstraum wahr

Weber selbst weiß erst seit 15. Juli Bescheid, dass ihr beruflicher Lebenstraum wahr wird. Denn die Verpachtung des Ladens war im Gemeindeblatt öffentlich ausgeschrieben. Und neben der jungen Mama gab es noch Mitbewerber. Weber und Fink starteten eine Unterschriftenaktion. „Wir haben in fünf Tagen 244 Unterschriften gesammelt. Ziel waren 150. Ich bin für jede Unterschrift unendlich dankbar“, sagt Weber. Sogar ein Planzeichner kam in den Laden, um die Ideen auf Papier zu bringen. Und Fink schrieb das Konzept dazu. „Die Corinna hat sich wahnsinnig für mich eingesetzt“, freut sich Weber.

Seinen Niederneuchinger Laden weiß Kornek also in guten Händen, aber ein weinendes Auge bleibt in Neufinsing. Denn hier ist auch die Zukunft der Mitarbeiterinnen noch offen. Vor allem um Martina Brunner tue es ihm besonders leid. So fährt die treue Mitarbeiterin und Konditorin täglich von Rosenheim nach Neufinsing, um für „ihre“ Kunden da zu sein. „Die Martina ist meine fleißigste Biene“, sagt Kornek, der auch selbst noch nicht weiß, wie es für ihn beruflich weitergeht.

Beide Läden zu übernehmen, wäre für Weber aber keine Option gewesen. Auch das finanzielle Risiko wäre hier zu groß. „Ich bin ja auch eine Neuchingerin“, sagt sie stolz.

Daniela Oldach

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