Geldscheine
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Für die neue Halle wird die Gemeinde Neuching tief in die Tasche greifen müssen.

Planungen in Neuching laufen – Gespräche mit Vereinen im Januar, Entscheidung im März

8,6 Millionen Euro für Zweifach-Sporthalle

  • vonDaniela Oldach
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In Neuching wird bald eine neue Sporthalle gebaut. Im Gemeinderat ging es nun um die Einzelheiten der Halle und darum, an welchen Stellen gespart werden kann.

Neuching – Rund 8,6 Millionen Euro brutto soll der Bau der neuen Zweifach-Sporthalle in Neuching kosten. Diese Summe nannte Architekt Alexander Pfletscher in der Sitzung des Gemeinderats. Details hatte das Gremium in einem Workshop gemeinsam mit dem Architekten besprochen. Bei den Kosten gibt es Einspar-, aber auch weitere, kuriose Ausgabemöglichkeiten.

290 000 Euro werden für die Erschließung fällig. Diese gliedern sich in 160 000 Euro für die Linksabbiegerspur sowie 130 000 Euro für die öffentliche Erschließung aller Sparten. Insgesamt muss Neuching aber 320 000 Euro für die Linksabbiegespur berappen. Doch die Kosten werden jeweils zur Hälfte auf die Sporthalle und das Kinderhaus umgelegt.

Auf Nachfrage von Markus Reichenerder (FWG) bestätigte Bauamtsleiter Erhard Huber, dass die Preise ortsüblich sind. Reicheneder befürchtet einen Anstieg von Materialpreisen.

Kein Glasboden mit LED-Lichtern

Martin Bauer (CSU) möchte, dass man nochmal über den Plan drüberschaut – gerade in Bezug auf der Ausstattung für eine mögliche Gastronomie. „Da sehe ich schon noch in meinen Augen einen Riesen-Handlungsbedarf“, sagte er. Das betreffe vor allem Lagerflächen und die Toilettenanlagen. Mit den Vereinsvertretern nochmal zusammenkommen möchte Christian Steiner (WGN). Noch sei nichts in Stein gemeißelt.

„Ist jetzt das wirklich alles, alles an Kosten?“, fragte Steiner den Architekten. Pfletscher hatte Rücksprache mit Fachplanern und Materiallieferanten gehalten. „Das ist jetzt, was wir Ihnen heute vorstellen, alles. Da sind auch Honorare drin und Außenanlagen“, meinte er. „Vor dem Hintergrund muss man sich keinen Kopf machen, dass einer noch mit 300 000 oder 400 000 Euro um die Ecke kommt“, sagte er.

Wird statt einem Holzboden ein Linoleum-Belag verlegt, wird dies 64 000 Euro günstiger. Laut Pfletscher werden 95 Prozent der Hallen mit Linoleum-Belag ausgestattet. Es würde aber noch eine andere, kuriose Möglichkeit geben, zumindest theoretisch: Ein Glasboden mit LED-Anzeigen, die je nach Sportart die entsprechenden Spielfeldlinien beleuchten. „Das wären dann 985 000 Euro brutto. Und so ein Boden ist nur für den Nicht-Vereinssport zugelassen, so genannte Schauwettkämpfe“, so Pfletscher. Er hatte mit einem Hersteller Kontakt aufgenommen. „Er verkauft sie selten und zu 95 Prozent in die Arabischen Emirate. Das würde zu den 8,6 Millionen on top kommen“, sagte er. In Neuching wird es aber nicht dazu kommen.

103 000 Euro an Einsparmöglichkeiten

Werden die Wände mit Gipskarton statt mit Holz verkleidet, spart das nochmal 23 000 Euro. Im Mehrzweckraum einen Holzboden sowie eine dortige entsprechende Wandverkleidung mit Holz wünscht sich Markus Sedlmeir (ÜWG). Ob es zwischen den Wandverkleidungen einen akustischen Unterschied gibt wollte Beatrix Ertl (CSU) wissen. Eine gelochte Variante sei hierfür beim Gipskarton von Vorteil. Sowohl Markus Lanzl (FWG) als auch Vize-Bürgermeister Martin Bichlmaier (SPD) machten deutlich, dass der Schallschutz oberste Priorität habe. Das Thema Schallschutz und Kosten wird auf Anregung von Pfletscher im Januar nochmal separat beraten.

Rund 16 000 Euro kostet ein Basketball-Deckengerüst mit einem entsprechenden Steckreck. Ob die realisiert werden soll, soll auch noch besprochen werden. Summa summarum liegen rund 103 000 Euro an Einsparmöglichkeiten zwischen der Minimal- und der Maximal-Ausstattung.

Noch ist Zeit, Details zu besprechen. Dies soll in Abstimmung mit den involvierten Vereinen in einer ersten Gesprächsrunde im Januar geschehen. Dann gibt es vier Wochen Zeit für Überlegungen. Im März 2021 soll dann die endgültige Entscheidung getroffen werden. Die Submission für die Erd- und Baumeisterarbeiten soll Ende November starten. Kommt ein milder Winter, können im Februar die Erdarbeiten beginnen. Die Baugenehmigung für die Halle ist hingegen jetzt da. Gedanken machen will sich der Gemeinderat außerdem über eine Photovoltaikanlage für die Eigenversorgung der Halle.

Daniela Oldach

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