Neuchinger CSU-Sommerfest

Mordsgaudi mit Hefter

Neuching - Der Auftritt von Roland Hefter war der krönende Abschluss des Neuchinger CSU-Sommerfests. Der Musikkabarettist brachte das Festzelt zum Kochen und begeisterte mit seinen bayerischen, oft frechen Liedern.

Wahrhaftig kein Unbekannter mehr in Neuching ist Roland Hefter. Aber auch im gesamten Landkreis ist der Münchner mittlerweile viel unterwegs. „Ich tippe die Orte immer nur ins Navi ein und dann seh ich scho: oh je, scho wieda in der Erdinger Gegend.“ Erst Ende Juli übernahm Hefter das „Warm Up“ beim Sinnflut-Auftritt von Monika Gruber. Nun spielte der Musikkabarettist wieder in Neuching, dieses Mal im Rahmen des CSU-Sommerfests und dem Tag der offenen Tür der Firma Hasnbau.

Bereits nach dem ersten Lied hatte der sympathische Künstler die rund 300 Zuhörer, darunter auch viele Stammgäste, von sich überzeugt und für eine grandiose Stimmung in Niederneuching gesorgt. Fast kam man sich zwischenzeitlich vor wie auf einem Volksfest, als Hefters ohrwurmverdächtige Stücke vom ganzen Festzelt mitgesungen und mitgeklatscht wurden.

Man muss wissen: die Live-Versionen von Hefters Songs dauern immer länger als die Studio-Versionen, denn dem Musikkabarettisten fällt nach fast jeder Strophe wieder eine lustige Geschichte ein. Und die können schon häufig mal ein paar Minuten dauern. Erst dann geht es wieder weiter mit dem Song, Gitarre spielt der Künstler natürlich auch während dieser Unterbrechungen.

Immer wieder kam Hefter auf das Münchner Oktoberfest zu sprechen. Auf der Wiesn hat er nämlich schon mal einen 16-Tage-Urlaub verbracht. Unter Zustimmung des Publikums kritisierte er die Touristen, die sich mit einem Trachten-Paket für 70 Euro als „billige Deppen-Bayern verkleiden“. Sein Vorschlag zur „ausgleichenden Gerechtigkeit“ war es auch, dass Einheimische für eine Maß Bier nur acht Euro zahlen sollen, Nicht-Bayern dagegen 15 Euro. In München ist’s allerdings immer noch billiger als in Sydney. In Australien kostet die Maß nämlich 24 Dollar beziehungsweise ein Kasten Augustiner 84 Dollar. „Aber wenn ich meine Blutgruppe schon im Supermarkt sehe, muss ich sie auch kaufen“, erklärte Hefter.

Außerdem sang er bei „Alice, bring noch a Helles“ um die langjährige Liebe zu seiner Bedienung oder bei „Heid sauf i Di sche“ um den Flirt mit „Conchita Total Wurst“. Der Gitarrist hatte auch T-Shirts mit dem Aufdruck „Heid sauf i Di sche“ mitgebracht, die bei den Gästen der Renner waren. Außerdem vertreibt der Künstler Fußmatten mit dem Aufdruck „Des Lem is eh scho schwer und jetzt kimmst du daher“. Hefter: „Ich bin wahrscheinlich der einzige Musiker, der Fußmatten verkauft. Das macht nicht einmal der Hinterseer.“

Der Kabarettist wunderte sich auch über die Namen der Nachbarskinder - Zoe und Selina Colette. „Kartoffelnamen sind bei Kindern im Moment wohl in.“ Außerdem gab Hefter zu, noch nie verheiratet gewesen zu sein, weil sich keine Frau auf seine Suchanzeige meldet. Diese lautet: „Suche Frau, die es schafft, durch den Ikea zu gehen, ohne eine Duftkerze zu kaufen.“

Ansonsten sprach er über seine Erfahrung mit Viagra als Schlafmittel im Flugzeug („ich durfte nur die Stewardess ned anschauen“), seine Rechtschreibschwäche („das heißt heute so, früher warst halt einfach a Depp“), oder die Technik-Probleme von Kindern beim Ponyreiten („das Mädl wollte den Chip wirklich beim Pferd hinten rein werfen“). Riesen Lacher gab’s da immer.

mot

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