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Der Neuchinger Altbürgermeister Johann Brunhierl ist im Alter von 88 Jahrenverstorben. 

Trauer um Neuchings Altbürgermeister 

Johann Brunhierl gestorben: „Er war einfach ein guter Kerl“

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Jahrzehnte lang hat sich Johann Brunhierl um die Gemeinde Neuching verdient gemacht. Jetzt ist der Altbürgermeister im Alter von 88 Jahren verstorben.

Oberneuching – Seine offene Art, sein herzliches Wesen und manchmal auch ein frecher Spruch auf den Lippen: Das zeichnete Johann „Hans“ Brunhierl aus. Jahrzehnte lang hatte sich der Oberneuchinger um „seine“ Gemeinde Neuching verdient gemacht – als langjähriger Rathauschef, aber auch als einer, der für seine Kommune anpackte. Im Alter von 88 Jahren ist Brunhierl nach längerer Krankheit verstorben.

„Er war für mich ein Freund. Wir waren zwar im Gemeinderat nicht immer derselben Meinung, aber wir haben uns immer gut verstanden“, beschreibt Bürgermeister Hans Peis seinen Amtsvorgänger.

Als der damalige Bürgermeister verstarb, kandidierte Johann Brunhierl

Von 1966 bis 1984 war Brunhierl im Gemeinderat – zuerst bis 1970 in der selbstständigen Kommune Oberneuching, danach in der Gemeinde Neuching. Als dritter Rathauschef bekam er von 1978 bis 1984 noch ein weitreichenderes Aufgabenfeld. Und als der damalige Bürgermeister Josef Ostermaier 1988 verstarb, kandidierte der gelernte Maurer Brunhierl für die Freien Wähler Oberneuching ums Ehrenamt und setzte sich gegen die Mitbewerber Benno Lanzl und Leni Humplmair durch.

2002 zog sich Johann Brunhierl aus der Kommunalpolitik zurück

Bis 2002 lenkte Brunhierl dann die Geschicke der Kommune. Manchmal setzte er auf unkonventionelle Methoden, um seine Ziele zu erreichen. „Aber er hatte immer das Wohl der Gemeinde im Blick“, betont Peis.

Zusammensitzen und miteinander reden, das war ein Credo von Brunhierl. So gab es Anfang des Jahrtausends die Diskussion im Gemeinderat, ob die Kommune eine eigene Homepage bekommen soll. „Brauchen wir so was wirklich?“, fragte er damals in die Runde.

Was aber Pflicht war, das war die „Nachbesprechung“ der Sitzungen beim Alten Wirt. Das eine oder andere Glas Rotwein wurde in geselliger Runde und auch zu späterer Stunde getrunken.

2002 zog sich Brunhierl aus der Kommunalpolitik zurück. Dann zählten für den Familienmenschen vor allem Ehefrau Theresia, die er 1956 geheiratet hatte, sowie seine beiden Töchter Traudl und Helga. Und natürlich war Brunhierl begeisterter Opa von Kathrin, Julia, Maxi, Daniel und Sebastian. Die drei Urenkel Sophia, Jakob und Luisa waren außerdem sein ganzer Stolz.

Altbürgermeister und Träger der Bürgermedaille

Für seine Verdienste wurde Brunhierl nicht nur der Titel Altbürgermeister verliehen. 2008 bekam er auch die Bürgermedaille. Außerdem erhielt Brunhierl, der auch eine kleine Landwirtschaft betrieben hatte, die Medaille in Bronze des Bayerischen Innenministeriums für besondere Verdienste um die kommunale Selbstverwaltung.

Von 1956 bis 1967 war Brunhierl Kommandant der Feuerwehr Oberneuching. Über 600 Arbeitsstunden leistete er beim Bau des Gerätehauses 1989 und fungierte damals auch als Bauleiter. Zudem war er von 1977 bis 1998 Vorstandsvorsitzender der damaligen Raiffeisenbank Neuching-Finsing-Ottenhofen. Peis bringt es auf den Punkt: „Er war einfach ein guter Kerl.“ 

Beerdigung

Die Rosenkranz-Andacht für Hans Brunhierl findet heute, Donnerstag, um 18 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin Oberneuching statt. Das Requiem mit anschließender Beerdigung ist am Freitag, 24. Januar, um 14.30 Uhr in der Pfarrkirche Oberneuching.

Daniela Oldach

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