Tempo 30 gilt auf der St.-Kolomann-Straße in Oberneuching. Das werde regelmäßig nicht beachtet, monieren 15 Anwohner. Ein Fachmann konnte keine Verstöße feststellen. Jetzt soll es eine stille Messung geben.
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Tempo 30 gilt auf der St.-Kolomann-Straße in Oberneuching. Das werde regelmäßig nicht beachtet, monieren 15 Anwohner. Ein Fachmann konnte keine Verstöße feststellen. Jetzt soll es eine stille Messung geben.

Kaum einer hält sich an Tempo 30

Zu viele Raser auf der St.-Kolomann-Straße: Anwohner fordern Radarkontrollen

  • VonDaniela Oldach
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Den Anwohnern der St.-Kolomann-Straße in Oberneuching reicht’s. Ständig drücken Autofahrer zu stark aufs Gas. Tempo 30 ist erlaubt, doch das werde kaum eingehalten, so die Kritik der 15 Anlieger. Sie fordern jetzt Radarkontrollen.

Oberneuching – Regelmäßige Kontrollen, Tag und Nacht, sollten nach Wunsch der 15 Anlieger, die sich auf einer Unterschriftenliste eingetragen haben, auf der St.-Kolomann-Straße durchgeführt werden. Bürgermeister Hans Peis hatte vorab bereits Rücksprache mit den Fachleuten von der Verkehrsüberwachung gehalten, ob ein Radarmessgerät überhaupt aufgestellt werden kann. Denn um blitzen zu können, müssen verschiedene Kriterien wie beispielsweise bestimmte Abstände eingehalten werden.

„Ein Fachmann war vor Ort und hat sich das angeschaut“, informierte Peis den Gemeinderat. Dabei hätten einige Autos die Straße passiert, jedoch seien sie nach Meinung des Experten alle langsamer als 30 Stundenkilometer gefahren. Der regte nun an, eine Woche lang eine stille Messung durchzuführen. Dabei wird die Geschwindigkeit aller Fahrzeuge festgehalten – Tag und Nacht. Ergeben die Aufzeichnungen, dass 85 Prozent der Verkehrsteilnehmer zu schnell unterwegs sind – eine Geschwindigkeitstoleranz wird dabei berücksichtigt – wäre das eine Grundlage für eine Geschwindigkeitsmessung.

Die Möglichkeiten fürs Blitzen sind gegeben, jedoch geht das nur auf einer privaten Fläche. Es muss also auch ein Anwohner seinen Grund dafür zur Verfügung stellen. „Leider sind auch Anwohner nicht davor gefeit, zu schnell zu fahren“, meinte Peis. Die stille Messung kam beim Gemeinderat gut an. Das Gerät sei kaum zu sehen, die Messzeiten werden laut Peis nicht bekannt gegeben.

Markus Hermansdorfer (ÜWG) erklärte: „Ich wohne selbst in einer 30er Zone. Und man sieht auch viele bekannte Gesichter. Fremde suchen oft was und fahren nicht so schnell. Die Neuchinger dürfen danach nicht schimpfen. Am besten wäre es, in allen 30er Zonen im Ortsgebiet zu blitzen“, schlug er vor. Das kam bei Vize-Bürgermeister Martin Bichlmaier (SPD) gar nicht gut an. „Wir werden teilweise schon als Wegelagerer und Abzocker bezeichnet. Man muss die Kirche schon im Dorf lassen und nicht in jeder 30er Zone blitzen. Ich bin aber für die stille Messung“, bremste er Hermansdorfer ein.

„Man muss damit rechnen, dass mehrere Anfragen kommen“, sagte Robert Riexinger (CSU). Peis plädierte dafür, alle 30er Zonen generell unter die Lupe zu nehmen und zu prüfen, ob dort das Tempolimit noch gerechtfertigt sei.

„Dann muss aber auch der parkende Verkehr irgendwann überwacht werden“, befand Dritter Bürgermeister Manfred Mittermaier (FWG). Denn auch durch falsch abgestellte Autos oder Lastwagen würden sich oft Gefahrenstellen für Kinder ergeben. „Ich bin aber gegen die große Überwachung“, schränkte er ein.

Hermansdorfer hatte noch eine andere Idee. Sollte im gesamten Ortsgebiet kontrolliert werden, „dann soll die Beblitzung ins Amtsblatt rein. Denn dann bin ich selbst schuld, wenn ich erwischt werde. Wir haben auch eine Schutzwirkung auf andere Bürger“, argumentierte er. Doch das ist alles Zukunftsmusik. Der Gemeinderat entschied, die stille Messung an der St.-Kolomann-Straße in Auftrag zu geben. Liegen die Ergebnisse vor, wird neu darüber beraten.

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