Geld oben reinschmeißen, Speisen unten rausholen: Lorenz-Josef Burgmair vom Gasthaus Neuwirt und die Regio-Box.  Foto: Daniela Oldach
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Geld oben reinschmeißen, Speisen unten rausholen: Lorenz-Josef Burgmair vom Gasthaus Neuwirt und die Regio-Box.

„Gute Sache für jeden Gastronomen“

Kreative Idee im Corona-Lockdown: Wirt stellt Automat auf - mit besonderem To-Go-Angebot

  • vonDaniela Oldach
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Beim Gasthaus Neuwirt in Oberneuching gibt es jetzt einen Automaten für Speisen, Beilagen und Soßen. Ein etwas anderes To-go-Angebot.

  • Während des Corona-Lockdowns müssen auch die Restaurants geschlossen bleiben.
  • Einem Wirt aus Oberneuching kam nun eine clevere Idee: In einem Automaten bietet er Gerichte aus seinem Gasthaus an - alles to-go.
  • Unangefochtene Nummer eins auf der Beliebtheitsskala sind derzeit die Bergkäsespätzle.
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Oberneuching – „Essen to go“, aber gänzlich anders bietet Lorenz-Josef Burgmair jetzt in Oberneuching an. Und das gleich rund um die Uhr und coronakonform. Der Inhaber des Gasthauses Neuwirt hat eine so genannte Regio-Box mit feinen Sachen bestückt. Direkt an der St.-Martin-Straße steht der mit Köstlichkeiten gefüllte Automat. Rund um die Uhr gibt’s hier Deftiges, vakuumiert, in Einweggläsern oder Flaschen. Auch mit ein paar süßen Dingen wie Rumtopf, Hollersirup und Sekt hat Burgmair die Regio-Box bestückt.

Corona in Oberneuching: Wirt bietet in Regio-Box Gerichte aus seinem Gasthaus an

Rinderroulade mit Speck, Chilli con carne, Ochsen-Ossobucco oder Rehgulasch vom Gasthaus Neuwirt kann man jetzt kinderleicht zuhause genießen. Dazu muss man nur die Gläser im Wasserbad oder den Inhalt im Dampfgarer erhitzen. Aber auch an Beilagen wie Eierspätzle, Semmel- und Speckknödel oder Apfel-Blaukraut hat Burgmair gedacht.

Sogar Soßen sind im Angebot, ebenso Suppen wie Rinderbrühe oder Hühnersuppe. Vegetarier kommen ebenfalls nicht zu kurz. Ein Renner ist dabei das Kartoffelgulasch. Fürs Brotzeitmachen ist mit Wild-Würsteln ebenso was dabei wie für Feinschmecker die Trüffelcreme, eingelegter Frischkäse, Räucherspezialitäten oder Bienen-Chutney.

„Essen to go“ in Oberneuching: Regio-Box brachte technische Herausforderung mit sich

Einige Tage und Nächte hat Burgmair gekocht und getüftelt, bis er mit seinem Angebot zufrieden war. Dass er mit seiner Variante des „Essen to go“ erst jetzt an den Start geht, dafür hat der Perfektionist eine ganz einfache Erklärung: „Es musste einfach alles passen.“ Und das ist gar nicht so einfach. Das Kochen ist für den ausgebildeten Metzger und Koch natürlich ein Kinderspiel.

Doch das ganze Drumherum erforderte ebenfalls viel Arbeit. Der Kauf der Regio-Box war noch relativ einfach. Es mussten aber auch die passenden Behältnisse beschafft werden. Und natürlich muss genau aufgelistet werden, welcher Inhalt inklusive aller Zutaten sich in den einzelnen Gläsern befindet. „Ich habe sogar einen eigenen Etikettierer“, sagt Burgmair stolz.

„Die Gerichte sind so, wie wenn man sie im Restaurant bekommt“

Eine noch größere technischere Herausforderung ist aber das Bezahlsystem. Denn die Regio-Box kann man nicht nur mit Bargeld zahlen. Auch Scheck- und Kreditkarten sowie sogar die Bezahlvariante über Handy oder Smartwatch funktionieren. Einen Mindesteinkaufswert gibt es nicht. So kann auch der Semmelknödel zum Preis von 1,80 Euro mit der Kreditkarte beglichen werden. „Rund 90 Prozent aber bezahlen bar“, sagt Burgmair.

Der Wirt bietet derzeit auch Sekt an. „Da haben wir aber eine entsprechende Kindersicherung eingebaut. „Man muss erst nachweisen, dass man volljährig ist. Sonst kann dieses Fach nicht geöffnet werden“, versichert er.

Am 20. Dezember ist die Regio-Box in Betrieb gegangen. Unangefochtene Nummer eins auf der Beliebtheitsskala sind derzeit die Bergkäsespätzle. Kein Wunder, denn dieses Gericht war auch im Gasthaus bei kleinen und großen Gästen sehr beliebt. „Ich selbst würde mir Rahmbeuscherl mit Speckknödel ziehen“, verrät Burgmair lachend.

Oberneuching: Regio-Box soll auch nach Corona bleiben - Angebot den Jahreszeiten angepasst

„Die Gerichte sind so, wie wenn man sie im Restaurant bekommt“, versichert Burgmair. Auch nach Corona soll die Regio-Box bleiben. „Das ist eine gute Sache für jeden Wirt“, ist er überzeugt. Auch wenn man finanziell erst einmal ordentlich in Vorleistung gehen muss. Summa summarum hat Burgmair rund 25 000 Euro investiert.

Den Jahreszeiten angepasst wird sich das Angebot verändern. So werden im Frühjahr auch Spargelfans auf ihre Kosten kommen. „Außerdem schwebt mir auch ein Garnelencurry vor“, verrät er schon einmal. Eins aber bleibt gleich: Der ausgebildete Metzger und Koch verzichtet dabei auf Geschmacksverstärker und Zusatzstoffe.

Corona zwingt die Airlines zu Flügen, die an sich gart nicht notwendig wären. Es geht um die Start- und Landerechte - auch am Flughafen München. Und seit November hat der Circus Carl Brumbach sein Quartier auf dem Erdinger Volksfestplatz. Eine Bettler-Bande sammelt wohl Spenden im Namen des Circus‘, Direktor Danny Brumbach ist entsetzt.

(Daniela Oldach)

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