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Stahlkonstruktion mit Blechdach: So könnte die neue Zweifach-Sporthalle mit Mehrzweckbereich aussehen. Unsere Grafik zeigt den Vorentwurf mit Blick zur Verbindungsstraße von Ober- nach Niederneuching. 

Erster Entwurf vorgestellt

Neuchinger Sporthalle: Generationenprojekt für 6 Millionen Euro

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Neuching – „Es wird sicher das teuerste Projekt, das die Gemeinde jemals gebaut hat“, sagt Neuchings Bürgermeister Hans Peis über die geplante Sporthalle am Obstlehrgarten zwischen Ober- und Niederneuching. Jetzt gibt‘s den ersten Entwurf.

Knapp sechs Millionen Euro soll sie nach einer ersten Schätzung von Alexander Pfletscher kosten. Im Gemeinderat stellte der Objektplaner vom Münchner Ingenieurbüro PSA Pfletscher und Steffan Architekten den Vorentwurf vor. Im Gasthaus Wenninger informierten Peis und Pfletscher am Donnerstag interessierte Bürger. „Es ist erst eine Vorentwurfsplanung“, betonte Peis.

An den Pflanzgarten anschließend sind vier Tennisplätze im Freien vorgesehen. Herzstück des Areals ist die Zweifachhalle mit der Möglichkeit, später auch eine Erweiterung durch eine Stockschützenhalle einzuplanen. Im Untergeschoss der Halle sind zwei Spielfelder (je 40 Quadratmeter), Umkleiden, sanitäre Anlagen sowie Räume für die Haustechnik vorgesehen. Pro Spielfeld sind zwei Umkleideblöcke mit je vier Duschen, also insgesamt 16 Duschen, geplant.

Außerdem sind im Untergeschoss Flächen für eine mögliche spätere Schießstandnutzung eingezeichnet. Bedarf besteht laut Peis derzeit zwar nicht. Doch man möchte zukunftsorientiert planen. Im Erdgeschoss hat Pfletscher zwei Sportfelder, eine Tribüne über die gesamte Gebäudebreite, ein Foyer, ein kleines Büro, ein Vereinsheim mit Küche sowie Nebenräumen geplant. Außerdem werden Besuchertoiletten installiert, die auch behindertengerecht sind.

Das Vereinsheim wird so konzipiert, dass es auch verpachtet werden kann. „Geht da auch eine komplette Gastronomie wie eine Pizzeria? Das wäre eine tolle Sache“, fragte Andreas Kroh (parteilos). „Da muss sich der Gemeinderat erst noch Gedanken machen“, antwortete Peis.

Fitness und Yoga können im ersten Stock der Halle betrieben werden. Zudem hat Pfletscher einen Jugend- und Bandraum sowie einen großen Mehrzweckraum eingeplant. „Alle drei Räume sind durch mobile Trennwände zu einem großen Raum zusammenschiebbar“, erklärte er.

Umkleiden oder Toiletten sind im ersten Stock nicht vorgesehen. Das sorgte für Gesprächsstoff. „Mir fehlt ein kleiner Raum für Geräte, Umkleiden und Spinde“, eröffnete Dritter Bürgermeister Manfred Mittermaier (FWG) die Diskussion: „Man kommt mit Straßenschuhen oder warmer Kleidung und dann muss man sich umziehen können.“ Auch Nicole Hermansdorfer (SPD) wünscht sich separate Umkleiden.

Pfletscher regte an, eine mobile Umkleide anzuschaffen, die durch einen Vorhang verdeckt werden könnte. „Ich brauche keinen festen Raum. Denn ich gehe zum Sport hin. Da kann ich schon zwei Treppen gehen“, meinte hingegen Markus Reicheneder (FWG) und verwies auf die Umkleiden im Untergeschoss.

Im Süden besteht außerdem die Möglichkeit, Fußballplätze oder eine Bogenschießanlage zu errichten. Die drei Ebenen werden durch zwei Treppenhäuser – je eines an der Nord- beziehungsweise Südseite des Gebäudes – und einen Aufzug erschlossen.

Das Gebäude selbst ist eine Stahlkonstruktion mit einem Blechdach und einer Dachneigung von 7,5 Grad. „Ich hätte gerne ein Vordach. Und ich finde es schade, dass wir so eine Schachtel hinbauen“, sagte Martin Schwarzenbeck (CSU) dazu. Eine Holzkonstruktion würde auch einigen weiteren Räten besser gefallen, jedoch würde sie 30 Prozent mehr kosten.

Mit der optischen Gestaltung sind auch einige Bürger unzufrieden. Pfletscher hatte weitgehend auf Fenster in der Fassade verzichtet und dies mit einer späteren Erweiterungsmöglichkeit begründet. „Zwei Fenster mehr und das Ganze würde aufgelockert werden“, meinte SpVgg-Vorsitzender Pascal Gschwendtner. Felix Kaiser brachte eine Dachbegrünung ins Spiel. „Warum muss eine Sporthalle immer greislig sein?“, fragte ein Zuhörer und hatte die Lacher auf seiner Seite. „Weil es immer Geschmackssache ist“, antwortete Peis.

Es gibt also noch viel redebedarf. Deshalb hat der Gemeinderat für November einen Workshop angesetzt, bei dem die Planung nochmals intensiv diskutiert wird. (Daniela Oldach)

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