Neue Risse in Kirche: Heilig Blut gesperrt

Erding - Die Wallfahrtskirche Heilig Blut ist ab sofort gesperrt - auf unbestimmte Zeit. Der Grund sind neue Risse am Aufgang zur Empore im Inneren des Gotteshauses.

„Risse in der Decke, Senkungen im Boden“: Unter dieser Überschrift berichtete die Heimatzeitung Anfang Juni von der Wallfahrtskirche Heilig Blut. Seit langem ist bekannt, dass das barocke Gotteshaus sanierungsbedürftig ist. Die Chorempore ist schon seit Monaten für Besucher gesperrt, nur noch der Organist durfte hinauf. Zudem machten sich Risse im Stuck des Deckengewölbes breit. Im Altarbereich ist seit Jahren ein Netz gespannt.

Das alles reicht nun nicht mehr, um die Sicherheit der Gläubigen zu gewährleisten. Nachdem am vergangenen Wochenende neue Risse am Aufgang zur Empore entdeckt worden waren, kamen Experten des Baureferats im Erzbischöflichen Ordinariat am Dienstagvormittag zum Ortstermin - und entschieden, die Kirche sofort zu sperren. „Eine reine Vorsichtsmaßnahme“, sagt Ursula Hinterberger, Pressesprecherin des Ordinariats.

Schon im Juni hieß es aus München, die Sanierung der Kirche befinde sich in Vorbereitung, ein Architekt sei bereits mit Voruntersuchungen beauftragt, die Kirche genieße hohe Priorität. Daran habe sich nichts geändert, sagt Hinterberger.

Das Problem ist die Statik. Die 1675 errichtete Kirche steht auf Almboden und senkt sich zur Mitte hin. Der Untergrund ist nicht besonders tragfähig und verändert sich offenbar je nach Feuchtigkeitsgrad. Schon vor Monaten waren Bodenproben entnommen und das Fundament geprüft worden. Jetzt werden die neuen Risse mit speziellen Messgeräten beobachtet, die Bodenbeschaffenheit neuerlich untersucht, so Hinterberger.

Pater Peter Dus von den Paulinermönchen, die die Kirche seit 1992 seelsorgerisch betreuen, zeigte sich von der Sperrung überrascht: „Die Nachricht kam aus heiterem Himmel“, sagte er gestern. Er könne die Entscheidung, die aus Sicherheitsgründen gefallen sei, verstehen und meinte: „Jetzt muss man ganz genau messen.“

Wie es mit den Gottesdiensten weitergeht, die täglich um 7 Uhr und sonntags um 7 und 10 Uhr in Heilig Blut gefeiert wurden, ist unklar. „Ich werde mich mit Stadtpfarrer Martin Garmaier treffen und eine Alternative suchen“, kündigte Dus an. Schließlich „war die Kirche sehr beliebt, und viele kamen zu den Gottesdiensten“. Er wolle den Kontakt nicht verlieren: „Wir lassen unsere Gläubigen nicht allein.“ (Gabi Zierz)

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