Johannes Teyssen wird im Mai neuer Vorstandsvorsitzender des Energieriesen Eon. Bis 2006 lebte der 49-Jährige in Erding, ehe er nach Oberding umzog. Foto: fkn

Neuer Eon-Chef Teyssen lebt in Oberding

Oberding/Erding - Ein Bürger aus dem Kreis Erding rückt an die Spitze eines der mächtigsten Energiekonzerne der Republik: Im Mai 2010 wird Johannes Teyssen Vorstandsvorsitzender der Eon AG. Der 49-Jährige lebt in Oberding.

Teyssen ist seit vielen Jahren im Landkreis verwurzelt. Lange Zeit lebte er in Williamsville im Erdinger Osten. 2006 zog er nach Oberding um. Er hat vier Kinder. Eine seiner Töchter absolvierte heuer ihr Abitur am Anne-Frank-Gymnasium. Bei den Feierlichkeiten Ende Juni traf Landrat Martin Bayerstorfer auf Teyssen, seit März vergangenen Jahres stellvertretender Vorstandsvorsitzender hinter dem scheidenden Konzernchef Wulf Bernotat. „Wir hatten ein paar Mal Gelegenheit zum Gespräch. Er ist eine absolut imponierende Persönlichkeit. Er war sehr interessiert. Es war ein angenehmes Gespräch“, erinnert sich der Kreischef.

Öffentlich in Erscheinung tritt Teyssen in Erding und Oberding nur selten. Das Archiv des Energiekonzerns berichtet von einer Trikotübergabe an den FC Cosmos Azzuri aus Erding im August 2005. Die Mannschaft nimmt allerdings nicht mehr am Punktspielbetrieb teil. Teyssen gilt als ausgeprägter Fußballfan.

Teyssen wurde am 9. Oktober 1959 in Hildesheim geboren. Er studierte in Freiburg und Göttingen Volkswirtschaft und Jura. 1991 promovierte er in Göttingen zum Dr. jur. Seit 1989 arbeitet Teyssen in der Energiebranche, stets bei regionalen Vorläufern der Eon, anfangs bei der PreussenElektra in Hannover.

Bei Eon wurde er im März 2001 in den Vorstand der in München ansässigen Eon-Energie berufen, wo er bis April 2003 das Finanzressort leitete. Bis 2007 war er Vorstandsvorsitzender dieser Konzernsparte. In die Chefetage des Gesamtunternehmens wechselte er 2004. Vier Jahre später wurde er Stellvertreter von Vorstandschef Wulf Bernotat. Den 60-Jährigen wird Teyssen im Mai kommenden Jahres beerben.

Überdies gehört der 49-Jährige mehreren Aufsichtsräten an, darunter dem der Deutschen Bank in Frankfurt und des Stahlproduzenten Salzgitter AG.

In der Branche gilt Teyssen als „Überflieger“, so das Handelsblatt. So soll er 2008 als neuer RWE-Chef im Gespräch gewesen sein. Aus dem Konzern hört man, Teyssen zeichne sich vor allem durch ein hohes Verhandlungsgeschick aus. Er könne einerseits überzeugen, andererseits aber auch zuhören.

An der jetzigen Konzernspitze ist es Teyssens Aufgabe, sich um das Tagesgeschäft zu kümmern, während Bernotat für die langfristige strategische Ausrichtung von Eon zuständig ist. Branchenkenner sagen, dass Teyssen spätestens seit dieser Zeit als Nachfolger Bernotats gehandelt wird. Der 60-Jährige will seinen Vertrag über 2010 nicht verlängern – und macht dem Oberdinger damit den Weg frei.

(Hans Moritz)

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