Dominant: Der neue Mobilfunkmast überstrahlt Lengdorfs Kirchturmspitze und den Maibaum deutlich. Foto: Weingartner

Neuer Mobilfunkmast: Funkloch repariert, Bürger irritiert

Lengdorf - Des einen Freud, des anderen Leid: Ein Handyfunknetz war in Lengdorf bislang nur sporadisch verfügbar. Nun wird ein neuer, fast 70 Meter hoher „Eiffelturm“ Abhilfe schaffen. Bei Bürgern und Gemeinderäten ist der Mast allerdings umstritten.

Für Aufregung sorgt in Lengdorf und Umgebung diese Baumaßnahme. Die Heimatzeitung hat eruiert, dass viele Bürger überrascht waren, dass plötzlich ein riesiger Funkmast „ohne Informationen und Vorwarnung“ aufgestellt wird. Das Projekt, mit dem sich der Gemeinderat bereits 2013 befasst hatte, war wohl in Vergessenheit geraten.

Zweimal diskutierte der Gemeinderat im August und Dezember 2013 über den Bauantrag der Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) für einen Mobilfunkmast. Die Diskussionen waren teilweise hitzig geführt worden. Am Ende wurde dem Projekt das gemeindliche Einvernehmen mit ganz knapper Mehrheit erteilt. Enttäuschung bei den einen wegen möglicher gesundheitlicher Risiken und Landschaftsverschandelung, Freude bei anderen, die eine zeitgemäße Handynutzung und Datenzugang fürs Internet forderten. Gespalten sind die Meinungen über Nutzen und Gefahren noch heute.

Das Landratsamt habe das Bauvorhaben im Juli 2014 genehmigt, berichtet Pressesprecherin Karin Fuchs-Weber auf Nachfrage der Heimatzeitung. Der Beschluss sei „allen Betroffenen zugestellt und von keinem beklagt“ worden. Bei dem Bauantrag habe es sich um „ein privilegiertes Vorhaben im Außenbereich nach planungsrechtlichen Grundlagen laut Baugesetzbuch“ gehandelt.

Lengdorf und Umgebung ist ein so genanntes „Funkloch“. Wer hier mobil telefonieren will oder ins Internet per Mobilfunk möchte, bekommt meist nur die Mitteilung „Kein Netz verfügbar“. Damit dürfte bald Schluss sein. Am Freitag wurden die Arbeiten zur Errichtung eines Mobilfunkmastes beendet.

Projektträger ist die DFMG, die im Süden nah an Lengdorf und Wimpasing direkt am Waldrand einen 66 Meter hohen Gittermast aufgestellt hat. Den nötigen Grund habe ein in der Nähe wohnender Landwirt zur Verfügung gestellt, war vor Ort zu erfahren.

Von der DFMG München war am Freitag auf Nachfrage zu erfahren, dass vorerst die Telekom und E plus Mobilfunkanlagen auf 55 Meter Höhe am Mast betreiben werde. Die DFMG ist ein Teil der Deutschen Telekom Gruppe und wurde 2002 gegründet. Die Anlage diene der Mobilfunkversorgung (UMTS und LTE) im Raum Lengdorf und später auch der Verkehrsteilnehmer auf der künftigen A 94 im Isental. Der Sendemast bei Außerbittlbach habe mit der DFMG nichts zu tun.

Das Landschaftsbild im Isental bei Lengdorf hat sich nun deutlich und weithin sichtbar verändert. Der Stahlgittermast sieht aus der Ferne ein bisschen wie ein kleiner Eiffelturm aus. Diese Bauform sei bewusst gewählt worden, so die DFMG, weil die Anlage so „optisch besser“ ins Landschaftsbild passe. Das freilich sehen längst nicht alle Bürger so.

Hermann Weingartner

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