Redaktionsbesuch: Der neue Klinik-Vorstandschef Sándor Mohácsi (2. v. r.) stand mit seinen Referenten Martin Kornhaas und Daniela Fritzen Redaktionsleiter Hans Moritz (v. r.) Rede und Antwort. Foto: Priglmeir

Neuer Vorstandschef: Kreiskrankenhaus ist top aufgestellt

Erding - Seit zwei Wochen ist der neue Vorstandschef des Kreiskrankenhauses Erding, Sándor Mohácsi, im Dienst. Beim Redaktionsbesuch zeigte er sich vom Zustand der Klinik und vom Personal begeistert und gab erste Fingerzeige für die Zukunft.

„Das Leistungsspektrum beider Häuser und die fachliche Qualifizierung sowie die Motivation der Mitarbeiter haben mich beeindruckt“, versichert der neue Klinikchef Sándor Mohácsi beim Besuch der Heimatzeitung . Sein erster Eindruck sei „durchwegs positiv“. Vergleiche man Erding und Dorfen mit anderen Häusern dieser Größe, „dann müssen wir uns wirklich nicht verstecken.“ Er habe schon viele Kliniken gesehen, „aber die Ausstattung hier ist beispielhaft, sie steht hervorragend da.“

Seine Hauptaufgabe sei, das Kommunalunternehmen Kreiskrankenhaus durch den stürmischen Gesundheitsmarkt zu bringen und zum Jahresende mindestens eine schwarze Null vorzulegen. „Der eine Erfolgsfaktor ist das gesamte Personal“, erklärt Mohácsi. Der zweite sei das medizinische Angebot. Auch hier sei man bereits heute gut aufgestellt, so der neue Vorstandschef mit Hinweis auf die Innere Medizin mit ihren Fachrichtungen Kardiologie, Lungenheilkunde und Gastroenterologie sowie die breit gefächerte Chirurgie. Hinzu komme die Versorgung von Krebskranken in Dorfen.

Doch auf diesem Niveau will Mohácsi nicht stehen bleiben. „Im April werden wir den Linksherzkatheter-Messplatz in Betrieb nehmen, was das kardiologische Angebot enorm bereichern wird.“ Zweitens will er in der Versorgung von Schlaganfallpatienten vorwärts kommen. „Hier denke ich in Netzwerken. Wir planen die Kooperation mit anderen Häusern. Umsetzen möchte der 44-Jährige auch den Wunsch vieler Bürger nach einer eigenen Abteilung für Kinderheilkunde. „Ich werde den Weg meines Vorgängers weiter gehen und eine Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Kinderärzten anstreben. Zudem sei eine Kooperation mit Spezialkliniken etwa in München und Landshut mit dem Instrument der Telemedizin wünschenswert.

Zu gerne würde Mohácsi endlich die Dialyse in seinem Haus ansiedeln. „Es gibt leider immer noch die juristische Auseinandersetzung zwischen einem Anbieter in Freising und einem niedergelassenen Arzt. Ewig warten können wir da nicht mehr.“ Der Klinikchef will maximal noch ein paar Monate zuschauen. „Entweder wir bekommen dann eine Abteilung oder wir verabschieden uns davon.“ Denn es sei nicht vertretbar, die für die Blutwäsche reservierten Räumlichkeiten über Jahre hinweg leer stehen zu lassen.

Das Betriebsergebnis aus dem krisengeprägten Vorjahr kann Mohácsi noch nicht beziffern, es soll aber noch im März vorliegen. Landrat und Verwaltungsratschef Martin Bayerstorfer hatte vor einigen Monaten ein Defizit von rund 2,5 Millionen Euro in den Raum gestellt. Mohácsi ließ nun durchblicken, „dass wir dieses Minus unterschreiten werden“. Sehr erfreulich sei die gute Auslastung der 367 Betten in diesem Jahr. „2011 hat sehr vielversprechend begonnen.“

Er selbst sieht seine Herausforderung langfristig in Erding. Derzeit lebt er unter der Woche im Personalwohnheim, an den Wochenenden fährt er heim zu seiner Familie nach Salzburg. Zum Schuljahresende will er in die Region ziehen. „Ich habe meinen zehn und zwölf Jahre alte Töchtern versprochen, dass es der letzte Umzug in ihrer Schulzeit sein wird.“

Die Zusammenarbeit mit Verwaltungsrat und Kreistag sieht Mohácsi entspannt. „Es ist ein öffentliches Haus. Da gibt die Politik die langfristige Strategie vor.“ Er erwarte allerdings, dass man das Tagesgeschäft den Klinikverantwortlichen überlässt. Sein größter Wunsch: „Ich will, dass die Bürger des Landkreises ihr Krankenhaus schätzen und zu uns kommen.“

(Hans Moritz)

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