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Den ökomenischen Segen gespendet haben Pfarrer Josef Kriechbaumer und Pfarrerin Ruth Nun dem neuen Teil des Isener Gemeindefriedhofs. 230 Familiengräbern bietet die Erweiterung Platz.

Friedhofserweiterung in Isen 

Neues „Abbild des Paradieses“

Mit einer ökonomischen Segensfeier haben der katholische Pfarrer Josef Kriechbaumer und die evangelische Pfarrerin Ruth Nun den neuen Teil des Gemeindefriedhofs eröffnet. Die Erweiterung bietet Platz für 230 Familiengräber und bis zu 80 Urnenbeisetzung in sogenannten Urnenstelen.

Von Anne Huber

Isen – Der neue Friedhofsteil zeige, „dass dem Markt Isen die Menschen auch nach ihrem Tod nicht gleichgültig sind“, sagte Bürgermeister Siegfried Fischer in seiner Ansprache. Dabei diene der Gemeindefriedhof nicht nur als letzte Ruhestätte für Menschen jeder Konfession und Herkunft. Durch seine herrliche Lage, die großzügige Raumaufteilung und nicht zuletzt die gewissenhafte Pflege sorge er auch bei den Besuchern für Ruhe und Besinnung.

Die beiden neuen Kunstwerke des heimischen Künstlers Werner (IGE) Baumgartner, Lebensbaum und Kreuz, seien besonders geeignet, Anregung zum Nachdenken und Möglichkeit zur Meditation zu geben. Ganz bewusst habe sich der Marktgemeinderat für das christliche Symbol des Kreuzes entschieden.

Man könne trefflich darüber streiten, ob das Kreuz ein Zeichen bayerischer Kultur sei, sagte Fischer. Für ihn sei es ein tiefgründiges religiöses Symbol, das Hoffnung und Trost vermittle, die im christlichen Glauben durch die Auferstehung gegeben sind. Durch den ökomenischen Segen der Pfarrer sei der Friedhof nicht mehr bloße Wiese, sondern ein gesegneter Platz, auf dem den Verstorbenen Achtung und Würde entgegengebracht werde.

„Die Menschen brauchen diesen Ort, um den Verstorbenen möglichst nahe sein zu können“, sagte Pfarrer Josef Kriechbaumer. Friedhöfe sind für den Theologen Abbilder des Paradieses. Blumen und Lichter zeigten, dass das Leben mit dem Verlassen des irdischen Tals nicht zu Ende ist.

Auch für Pfarrerin ruth Nun sind „greifbare Orte“ wichtig. „Selbst wenn wir wissen, dass das, was die Verstorbenen ausgemacht hat, bei Gott ist“, böten Gräber den Hinterbliebenen Trost und Erinnerung. „Es tut gut, wenn dieser Ort so geschmackvoll gestaltet ist wie dieser“, sagte sie über den neuen Friedhofsteil. Das Kreuz, das Baumgartner aus Cortenstahl gefertigt und modern interpretiert hat, symbolisiere durch den Längsbalken den himmlischen Aspekt und durch den Querbalken („die weit ausgebreiteten Arme“) die Liebe Gottes. „In Gott wohnt eine Lebenskraft, die stärker ist als alles Sterben“, lautete die Kernbotschaft der Pfarrerin.

Die ersten Pläne für eine Erweiterung des Gemeindefriedhofs stammen aus dem Jahr 1999. 2014 wurde die weiterführende Planung beantragt, 2016 hat Landschaftsarchitekt Max Bauer die Planung fertiggestellt. Der Markt Isen lässt sich die Infrastrukturmaßnahme 490 000 Euro kosten. Die Kosten für die Erweiterung, die wie der alte Teil für alle Bürger offensteht, werden in die Kalkulation der neuen Grabgebühren einfließen, kündigte der Bürgermeister an.

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