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Die Fotomontage zeigt das neue Dorfener Rathaus.

Neues Dorfener Rathaus

Moderner Bau statt Disney-Häuserl

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Dorfen - Das Gesicht des Dorfener Rathausplatzes verändert sich radikal. Der Stadtrat hat sich beim Rathaus-Neubau für den modern Entwurf der Diezinger Architekten GmbH aus Eichstätt entschieden.

Im europaweiten Architektenwettbewerb für den Rathausneubau in Dorfen waren die Entwürfe der Diezinger Architekten GmbH aus Eichstätt und des Münchner Architektenbüros Johann Schmuck zu gleichwertigen Siegern des Wettbewerbs erklärt worden. Jetzt fanden mit den beiden Architekten die VOF-Gespräche (Vergabeordnung für freiberufliche Leistungen) statt. Daran teilgenommen hat auch der gesamte Stadtrat. Bürgermeister Heinz Grundner bestätigte gestern auf Nachfrage unserer Zeitung, dass sich der Stadtrat mehrheitlich für den Entwurf der Diezinger Architekten GmbH ausgesprochen hat. In der Januar-Sitzung soll der Auftrag auch offiziell an den Planer Norbert Diezinger vergeben werden.

Der Rathausplatz heute. Er wird durch den Neubau sein Gesicht verändern.

Wesentlicher Unterschied beider Entwürfe ist die Formensprache des Gebäudes innen und außen, die Etagennutzung, aber vor allem die Fassade. Beide Architekten haben sich für eine ganz neue Hausfront entschieden. Während Architekt Schmuck in seinem eher konservativ-klassischen Entwurf durch Arkaden, auf denen das Gebäude nach oben wächst, das traditionelle Umfeld des Rathauses aufnahm, setzte Diezinger mit einer verputzten Lochfassade mit klar abgegrenzten Fenster- und Türöffnungen auf eine sehr moderne Gestaltung, die den „zeitgenössischen Geist“ von heute widerspiegeln soll.

Diese modere Fassadengestaltung wurde vom Stadtrat höher bepunktet, berichtete Grundner. Ausschlaggebender Punkt für die Entscheidung war laut Stadtchef auch die Flexibilität in der Anpassung des Raumprogramms.

Das neue Rathaus wird nach hinten hin dreistöckig, durch ein aufgesetztes Stockwerk nach vorne zum Rathausplatz hin vierstöckig. Dort wird der Sitzungssaal und ein Trauungssaal untergebracht, die zusammen 180 Quadratmeter Platz bieten. Beide Säle sind durch eine mobile Trennwand miteinander zu verbinden beziehungsweise abzutrennen. Ganz oben auf dem aufgesetzten Stockwerk ist eine große Wanduhr angebracht.

Dieser Bruch in den historischen Fassaden am Rathausplatz ist übrigens auch vom Landesamt für Denkmalpflege abgesegnet, das im Preisgericht mitgewirkt hatte. Die definitive Fassadengestaltung was die Farbgebung oder das Absetzen von Fensterfronten angehe, werde in enger Abstimmung mit dem Denkmalamt erfolgen, so Grundner.

In Dorfen war es in der Vergangenheit wegen moderner Bauten, etwa dem Straßer-Eck (heutiges Gewandhaus Gruber), dem Diemerhaus (Marienhof) und der Sparkasse zu heftigen Diskussionen gekommen. Manche bezeichnen die Bauten noch heute aus „Schandfleck“, da damit das historische Gesicht Dorfens zerstört worden sei. Dass ausgerechnet die Stadt selbst mitten im Zentrum einen modernen Bau hinstellt, sieht Grundner aber als nicht problematisch an. Zum einen sei auch der Vorschlag des Architekten Schmuck durch die Arkaden nur historisierend, zum anderen sei die jetzige Rathaus-Fassade ja keine historische, da diese erst rund 60 Jahre alt sei. Hätte man versucht, die Fassade so zu rekonstruieren, wie sie 1860 gebaut worden sei, „dann währen wir im Disneyland. Das passt nicht.“ Zudem seien aus der Zeit des Rathausbaues keinerlei Pläne mehr vorhanden. Überdies sei es fast unmöglich, in einem „historisierenden Ansatz“ das für die Rathaus-Verwaltung benötigte Raumprogramm unterzubringen.

Noch im Spätherbst 2016 soll mit dem Abbruch des jetzigen Rathauses und des benachbarten Gebäudes begonnen werden. Ende 2018 soll das neue Rathaus fertiggestellt sein. Insgesamt sind für den Neubau 5,2 Millionen Euro angesetzt.

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