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Neues Pfadfinderheim: Kleinod mit Liebe zum Detail

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Eine Augenweide ist das Pfadfinderheim des Stamms Staufen nahe dem Sportpark Schollbach, mit dem selbst angelegten Biotop im Vordergrund. Foto: fkn
Eine Augenweide ist das Pfadfinderheim des Stamms Staufen nahe dem Sportpark Schollbach, mit dem selbst angelegten Biotop im Vordergrund. Foto: fkn

Erding - Erdinger Unternehmen machen‘s möglich: Das Pfadfinderheim in Schollbach ist nahezu fertig - vor allem dank großzügiger Spender sowie praktischer Hilfen.

Vor genau drei Jahren, zur 50-Jahr-Feier des Stammes Staufen, wurde den Erdinger Pfadfindern von Oberbürgermeister und Ehrenpfadfinder Max Gotz ein eigenes Heim versprochen. Ein Jahr später feierten die Pfadfinder Einweihung. Jetzt, genau drei Jahre, nachdem der Startschuss für das Recycling-Haus in Schollbach gefallen war, ist auch die Inneneinrichtung nahezu komplett. Dank der Unterstützung von Erdinger Unternehmen ist diese sogar ein Aushängeschild in Sachen Ökologie und Ökonomie.

„Alleine hätten wir das nie geschafft“, so der Vorsitzende vom Freundeskreis Stamm Staufen, Hajo Schröder, „weder drinnen noch draußen“. So entstand beispielsweise mit Unterstützung der Stadt ein begrünter Lärmschutzwall zur B 388. Dafür mussten die Pfadfinder mit anpacken und Bäume sowie Büsche selbst pflanzen. Ebenfalls von Pfadfinderhand entstand auf dem Gelände ein Biotop.

Ein Lichtkamin bringt Tageslicht ins Dunkel - und die Küche sorgt fürs leibliche Wohl. Gleich zweimal zeigte die Energiewende Erding e.V. Engagement. Der Verein hat bereits in der Bauphase 2012 die Kosten für die ökologisch korrekte Recycling-Isolierung aus alten Zeitungen übernommen. Vor kurzem wurde in Kooperation mit der Zimmerei Haindl aus Grucking dann das Licht im Heim angeknipst: 100 Prozent ökologisch, energiesparend und nachhaltig bringt ein so genannter Lichtkamin Tageslicht selbst in die dunkelsten Ecken des Gruppenraums. Das Tageslicht wird über eine Röhre auf dem Dach „eingefangen“ und dank der kontinuierlichen Spiegelung des Lichtstroms mittels hochreflektierender Beschichtung in den Raum darunter geleitet. Ein unscheinbar wirkendes „Bullauge“ aus Plexiglas an der Raumdecke erhellt jetzt den Raum.

Auch im Inneren des Heims ist einiges passiert. Hier hat unter anderem die Schreinerei Mücke aus Aufkirchen das Holz sowie das gesamte Baumaterial für eine jugendgruppentaugliche Küche im Wert von rund 2500 Euro gespendet. In Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Marion Vogl wurde die Küche geplant. Der verantwortliche Schreiner und Senior-Pfadfinder Jörg Düngfelder hat in unzähligen ehrenamtlichen Stunden - ganz im ursprünglichen Sinne des Bauobjektes - eine Recycling-Küche mit fahrbarem Geschirrwagen konstruiert und vor Ort eingebaut. Dank dieses Geschirrwagens ist die Küche behindertengerecht. Denn der ausziehbare Wagen eignet sich beispielsweise als Arbeitsplatz für Menschen im Rollstuhl. Großteile der energieeffizienten Küchengeräte wurde ebenfalls gespendet.

Es stehen allerdings noch ein paar Dinge auf der Wunschliste der Pfadfinder. Für die Zukunft sind eine gepflasterte Außenanlage und sichere Wege noch ein brennender Wunsch der Pfadfinder. Dies vor allem, um den damals eigens recycelten alten Fußboden aus dem Erdinger Museum zu schonen. „Und für die Fertigstellung des Sanitärbereichs“, so Schröder, „brauchen wir noch Unterstützung. Dann ist aber wirklich alles komplett“, versichert Schröder.

Bis es soweit ist, widmen sich die Pfadfinder im Außenbereich dem Bau eines Insektenhotels. „Das machen wir auch selber“, freut sich der Vorsitzende, „das klappt aber nur dank der finanziellen Unterstützung aus dem Umlandfonds der Flughafen München GmbH“.

red

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