Die Rathausfassade (M.) könnte bald Geschichte sein: Im Rahmen des geplanten Umbaus (hellblau) könnte auch eine giebelständige Form (wie rechts) kommen. Foto: prä

Stadt Dorfen

Neues Rathaus nimmt Gestalt an

Dorfen - Einen Schritt weiter ist die Stadt Dorfen beim Rathausneubau. Im Stadtrat wurde eine städtebauliche Feinuntersuchung vorgestellt, die 1623 Quadratmeter Raumbedarf für Verwaltung und Funktionsräume ergab. Lösungen soll ein Architektenwettbewerb bringen.

Die Stadtverwaltung kann keine neuen Mitarbeiter einstellen und der Datenschutz in den Büros kann kaum gewährleistet werden, weil das bestehende Rathaus angesichts steigender Anforderungen und Aufgaben viel zu klein geworden ist. Der Sitzungssaal darf aus Brandschutzgründen seit Jahren nicht mehr genützt werden und das Gebäude ist nicht barrierefrei. Der Stadtrat ist sich daher grundsätzlich einig, dass ein neues Rathaus samt Erweiterung dringend errichtet werden muss – und zwar an gleicher Stelle.

Bauamtsleiter Franz Wandinger hatte den Raumbedarf vorgestellt. Das Bürgermeisterbüro etwa hat 40 Quadratmeter, der Sitzungssaal wurde mit 100 Quadratmeter und ein Trauungssaal mit 70 Quadratmeter bemessen. Auf jedem Geschoss soll es ein WC und einen Besprechungsraum geben: insgesamt 1623 Quadratmeter, das seien etwa 600 Quadratmeter mehr als bislang. Weil sich die Verwaltung die nächsten 100 Jahre weiter entwickeln werde, sei ein „Puffer“ von 200 Quadratmetern für heute noch nicht bekannte neue Nutzungen sinnvoll, meinte Wandinger. Um auf die Flächen plus „Puffer“ zu kommen, müsse das Gebäude mehr Geschosse erhalten, was eine Bebauungsplanänderung nötig mache.

Die Münchner Städteplanerin Martina Schneider stellte die städtebaulichen Aspekte vor, die anschließend kontrovers diskutiert wurden. Das bereits erworbene Kamper-Hauses wird danach abgebrochen für einen Erweiterungsbau und soll mit dem Altbestand eine räumliche Einheit bilden. Der Neubau insgesamt soll dann künftig in Größe und Gestaltung das zentrale Gebäude am Rathausplatz bleiben. Die neue Fassade sollte entsprechend der typisch mehrgliedrig schmalen Form in der Innenstadt Dorfen gestaltet werden.

Strittig war und blieb, ob das 1861 erbaut und 1956 umgebaute Rathausgebäude saniert oder ebenfalls neu ganz gebaut werden soll. Lösungen für die Fassade und Gebäudeform soll ein Wettbewerb bringen.

Zum Schluss kam noch die Stellplatzfrage für Mitarbeiter und Besucher auf. Bei einem Neu- und Erweiterungsbau müsste nach städtischer Stellplatzsatzung die Stadt 28 Parkplätze nachweisen, erklärte Wandinger. Bisher hat das alte Rathaus null, fünf die ausgelagerten Abteilungen im Marienhof. Einige unterstützten den Vorschlag von Vizebürgermeister Günther Drobilitsch (GEM) nach einer Tiefgarage. „Wohl viel zu teuer“, warnte Bürgermeister Heinz Grundner (CSU). Am einfachsten wäre, die Stellplätze am nahen Parkplatz Rosenaustraße oder am Bauhofgelände auszuweisen. Das sei dem Personal zuzumuten, meinte Heiner Müller-Ermann (SPD). Die Stadt könnte laut Satzung auch nicht vorhandene Parkplätze ablösen. Das würde bedeuten, dass sich die Stadt ihre eigenen Parkplätze abkauft. Auch hier sollen die Architekten Vorschläge erarbeiten.prä

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