Aus massiven Flusssteinen mauert dieser Bagger die Fischtreppe in der Sempt im Stadtpark (l.). In der Mitte und rechts sind Wehr und Insel zu erkennen. Foto: Moritz

Neues Wasserkraftwerk im Stadtpark

Erding - Saubere Energie auf dem Vormarsch: Mitten in Erding entsteht ein neues Wasserkraftwerk. Gebaut wird es in der Sempt auf Höhe des Stadtparks - gemeinsam mit einer Fischtreppe. Das Hochwasserkonzept der Stadt bleibt davon unberührt.

Wasserkraft spielt im Landkreis Erding eine wichtige Rolle. Größter Produzent ist Eon mit seinem Mittleren Isarkanal. Doch auch an den kleineren Gewässern gibt es zahlreiche Turbinen - nicht zuletzt im Stadtgebiet Erding.

Jetzt kommt eine weitere hinzu. Denn in der Sempt auf Höhe des Stadtparks wird seit zwei Wochen gebaut. Zwischen dem Semptufer zum Kinderspielplatz hin und der Insel unweit der Mädchenrealschule errichtet Lorenz-Benjamin Pointner am alten Wehr, das ihm gehört, eine so genannte Wasserkraftschnecke, die von der Sempt gespeist wird. Bis zu 45 Kilowatt Leistung soll sie eines Tages nach den Worten Pointners bringen. Er will die regenerativ gewonnene Energie ins Netz einspeisen.

Ältere Erdinger wissen: An dieser Stelle gab es schon einmal ein Kraftwerk, allerdings ist es laut Pointner schon seit gut 30 Jahren nicht mehr in Betrieb. „Es wurde ausgebaut, weil der Lärm unsere Mieter belästigt hat“, berichtet der Unternehmer. Die Geschichte der Wasserkraft in seiner Familie, der auch die Pointnermühle gehört, reicht bis ins 18. Jahrhundert zurück. Traditionsbewusstsein sei es schließlich auch gewesen, was ihn angetrieben habe, den Neuanfang zu wagen.

Es handelt sich um eine Spirale, durch die Wasser strömt und sie antreibt. So wird Strom erzeugt. Laut Investor wird man den Kraftwerksbau kaum sehen. „Wir schirmen ihn aus Lärmschutzgründen ab.“

Aus dem Stadtbauamt erfuhr unsere Zeitung, dass das Vorhaben eng mit dem Wasserwirtschaftsamt München und der Naturschutzbehörde im Landratsamt abgestimmt sei. So wird gewährleistet, dass im Einklang mit der Natur gebaut wird und vor allem der Hochwasserschutz für die Unterlieger gewahrt ist.

Im Zuge dieser Maßnahme entsteht eine weitere Fischtreppe, die einen schnellen und gefahrlosen Auf- und Abstieg in der Sempt ermöglicht. Dies ist wichtig, um die Laichplätze der Fische nicht zu gefährden. „Durch das Wehr war das bislang nicht möglich“, erklärt Pointner.

Hans Moritz

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