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Ein eingespieltes Team: Stiftungsvorsitzender Thomas Elb (l.) und Beiratsvorsitzender Wolfgang Mattern, ein früherer Arbeitskollege des Neufinsingers.

Licht in die Herzen

Elternstiftung oft der letzte Rettungsanker

Neufinsing/München – Wenn Kinder schwer krank werden, ist das neben der psychischen oftmals auch eine hohe finanzielle Belastung für die Familien. Hier hilft die Münchener Elternstiftung – Lichtblicke für schwerkranke und krebskranke Kinder, deren Vorsitzender Thomas Elb in Neufinsing lebt.

Von einem Moment auf den anderen wird das Leben auf den Kopf gestellt: Diese Situation kennt Thomas Elb nur zu gut. Der Neufinsinger ist Vorstandsvorsitzender der Münchener Elternstiftung – Lichtblicke für schwerkranke und krebskranke Kinder. Dabei bekommt der Familienvater hautnah mit, welches Leid die kleinen Patienten und deren Angehörige erleben.

Familien in dieser schweren Zeit zumindest die finanzielle Not zu lindern, das ist seit fast zwei Jahrzehnten Aufgabe der Stiftung. Therapie ist das eine, menschliche Zuwendung das andere. Für letzteres bleibt im stressigen Klinikalltag oft kaum Zeit, und Geld ist in den öffentlichen Pflegekassen dafür nicht vorgesehen. Umso wichtiger ist die Unterstützung der Stiftung.

Zum Beispiel, wenn auf eine schwere Erkrankung eine Behinderung folgt. „Oft kommen Menschen zu uns, die einen behindertengerechten Pkw brauchen. Mobilität wird von den Kassen nicht als notwendig angesehen“, sagt der 52-Jährige. Eine Rollstuhlrampe werde von öffentlichen Geldern noch finanziert, ein Autoumbau nicht.

Wem hilft man und wem nicht? Für den Neufinsinger ist das oft eine schwierige Entscheidung. Er hält den Brief eines Hilfesuchenden in den Händen, der schon einmal Unterstützung bekam und nun erneut Geld braucht. Der Mann hat zwei Kinder, ist alleinerziehend und lebt von Hartz IV. Das kranke Kind ist elf Jahre alt, hat eine lange Leidensgeschichte hinter sich und ist Autist. Das zweite Kind ist körperlich gesund, entwickelt aber Wutanfälle. „Wie die Geschwister unter der psychischen Belastung leiden, ist extrem“, weiß Elb. Jetzt ist der Heizöltank leer, die Stiftung der letzte Rettungsanker.

Petra Waibel von der Koordinationsstelle psychosoziale Nachsorge (KONA), die mit der Stiftung kooperiert, kennt ebenfalls viele Fälle. „Viele Familien funktionieren gut, solange nichts passiert“, sagt sie. „Doch wenn das Schicksal zuschlägt, dann ist es gnadenlos. Und dann geht es finanziell oft schnell bergab“, berichtet sie aus der Praxis. Viele Männer seien Alleinverdiener, die Frauen hätten höchstens einen 450-Euro-Job, den sie bei der Krankheit eines Kindes aufgeben. Und dann gibt es viele versteckte Kosten. So wirkt sich eine Chemo auch auf das Essverhalten der Kinder aus: Durch das Kortison gibt es Essgelüste und Geschmacksveränderungen. Das geht an den Geldbeutel. „An so etwas denkt niemand“, sagt Waibel.

Während der Chemo möchte die Familie natürlich so viel wie möglich bei dem kleinen Patienten sein. Die Münchener Elternstiftung sponsert deshalb eine Elternwohnung in Kliniknähe und gewährt Familienunterstützungen. Ist die Behandlung durch die Schulmedizin abgeschlossen, können homöopathische Mittel bei der Nachsorge helfen. „Da zahlen die Kassen aber gar nichts“, kritisiert Waibel.

Auch Therapiemöglichkeiten werden – wenn überhaupt – nur teilweise durch öffentliche Gelder finanziert. Einem Mädchen zahlte die Stiftung deshalb 20 Stunden Reittherapie. Und wenn es gar keine Hilfe mehr gibt, „dann übernehmen wir auch mal die Kosten für eine Beerdigung“, sagt sie. Oder die Erfüllung des letzten Wunsches eines kleinen Buben, der einmal in seinem Leben ins Eurodisney nach Paris wollte. Waibel: „Da haben wir finanzielle Unterstützung geleistet. Ich kenne die Familie acht Jahre, da bekomme ich auch einen tiefen Einblick in ihr Leben.“

Am 28. Februar feiert die Elternstiftung ihr 20-jähriges Jubiläum. Elb ist von Beginn an Vorstandsvorsitzender. Stifter war der Verein zur Förderung des Eltern-Kind-Kontaktes im Krankenhaus (EKiKo), der nach Gründung der Stiftung aufgelöst wurde.

Der Kontakt zur Stiftung kam über Elbs Arbeitskollegen Wolfgang Mattern bei der Deutschen Bundesbank zustande. „Er hat mich 1993 gefragt, und seitdem bin ich dabei“, sagt Elb, der zuvor vier Jahre lang Schatzmeister bei dem früheren Verein war. Mattern ist Beiratsvorsitzender. Die Stiftung ist Mitgründer und Kooperationspartner der 2003 ins Leben gerufenen KONA.

In Finsing wird regelmäßig für die Münchener Elternstiftung gesammelt, etwa von den Kinderhäusern in Neufinsing und Eicherloh unter der früheren Inhaberin Kerstin Sperling oder vom Theaterkastl. „Bei einer Neufinsinger Firma können Mitarbeiter vorschlagen, wohin Geld gespendet werden soll. Und da waren wir dabei“, freut sich Elb über das Engagement in seiner Heimatgemeinde. Mehr Informationen über die Münchener Elternstiftung gibt es im Internet unter www.stiftung-lichtblicke.de.

Licht in die Herzen

Das Leserhilfswerk des Erdinger/Dorfener Anzeiger unterstützt die Arbeit der Münchener Elternstiftung. Spenden sind auf das Konto (Nummer 17 111) bei der Sparkasse Erding möglich. Kontoinhaber: Zeitungsverlag Oberbayern. IBAN: DE54 7005 1995 0000 0171 11. Auf Wunsch werden Spendenquittungen ausgestellt. Dies vermerken Sie mit Ihrer Adresse auf dem Überweisungsträger. Die Spendernamen werden veröffentlicht. Wer dies nicht wünscht, vermerkt es bitte ebenfalls auf der Überweisung.

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