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Versteigerung ohne Auktionshammer: Altbürgermeister Heinrich Krzizok (3. v. l.) leitete die Versteigerung der Fundräder am Bauhof. Das Interesse an der Auktion war groß. 

Versteigerung im Bauhof 

Fundräder finden neue Besitzer

24 entsorgte Fahrräder, deren Besitzer unbekannt sind, wurden in den vergangenen Jahren in der Gemeinde Finsing gefunden. Der Großteil davon kam nun unter den Hammer.

Neufinsing -Nicht nur Großstädte, sondern auch kleinere Gemeinden haben ein Problem mit Fundrädern. Das beste Beispiel dafür ist Finsing: Hier werden immer wieder teils hochwertige Fahrräder einfach am Gehweg oder Straßenrand entsorgt oder bei Veranstaltungen wie dem stets gut besuchten Weißbier- und Russnfest zurückgelassen und nicht mehr abgeholt.

Innerhalb der vergangenen drei Jahre sammelten sich in Finsing so 24 Drahtesel an. Diese kamen nun unter den Hammer: Zum wiederholten Male veranstaltete die Kommune eine Versteigerung, um die Fundräder wieder loszuwerden.

Dabei hätten die eigentlichen Besitzer doch ausreichend Zeit, um sich ihre Räder wieder zurückzuholen. Wie Finsings Bauhofleiter Maximilian Stettner erklärt, beträgt die gesetzliche Aufbewahrungsfrist ein halbes Jahr. So lange hat der Besitzer Zeit, sich sein Eigentümer abzuholen. Danach steht der Fundgegenstand normalerweise dem Finder zu. Beides kommt aber nur selten vor, erläutert Stettner und berichtet aus Erfahrung: „Wenn das Rad etwas mehr wert ist, bemühen sich die Leute noch eher.“

Wie die Fahrräder dann zum Bauhof kommen, ist ganz unterschiedlich. Entweder sammeln Mitarbeiter sie selber ein, Bürger bringen sie direkt vorbei oder informieren zumindest über den Standort.

Für die Gemeindeverwaltung stelle die Unterbringung auf jeden Fall „einen großen administrativen Aufwand“ dar, erzählt der Bauhofleiter. Denn bevor die Fahrräder im Bauhof untergebracht und abgesperrt werden, müssen sie noch vom Fundbüro der Kommune erfasst, fotografiert und nummeriert werden.

Stettner vermutet, dass viele der zurückgelassenen Fahrräder gestohlen sind. „Die Tatsache, dass man stiehlt, ist ja schon hart. Aber es ist schon ein Unding, wenn man das fremde Rad einfach irgendwo hinwirft.“ Seiner Meinung nach ist der Fundräder-Vorgang „ein Aufwand, der nicht sein müsste“.

Andererseits sei eine Versteigerung wie in Finsing aber beispielsweise für Asylhelferkreise wieder eine gute Sache, um günstig an Räder zu kommen, findet Stettner.

Die Auktion selbst kam gut an: Immerhin 16 der 24 aufgefunden Räder, die übrigens im Fundzustand angeboten werden, fanden am Neufinsinger Bauhof einen neuen Besitzer. Eine Familie kam deswegen sogar extra aus München angereist.

Drei Radl à zehn Euro

Altbürgermeister Heinrich Krzizok, der auch bei Vereinen häufiger Versteigerungen durchführt, leitete den Verkauf der Fundräder. Zehn Euro war immer der Mindestwert pro Rad. Meistens bewegten sich die Endsummen zwischen 15 und 30 Euro. Ein etwas hochwertigeres Exemplar war bei den Finsingern besonders begehrt: Hier wurden sogar 80 Euro geboten.

Immerhin 20 Euro gab Richard Schätzl aus Neufinsing für ein graues Fahrrad aus. Einen Zehner mehr noch, das wäre für den Ex-CSU-Gemeinderat der Maximalbetrag gewesen: „Meine Kinder oder ich werden es als Zweitrad nutzen. Ich brauche es für kurze Strecken“, erklärt Schätzl seine Beweggründe.

Franz Neumaier kaufte gleich drei Räder zu jeweils zehn Euro, allerdings nicht für sich selbst. Der Notzinger ist aktiver Unterstützer im Flüchtlingshelferkreis Oberding. Seine ersteigerten Fundräder sollen nun noch optimiert und dann an Asylbewerber abgegeben werden. „Es sind wirklich gute Fahrräder dabei“, lautet Neumaiers Resümee. Auch für sich selbst habe er Räder gesehen, die er „ohne Weiteres mitnehmen würde“. Allerdings hatte er dieses Mal in seinem Fahrzeug keinen Platz mehr für zusätzliche Fahrräder.

Die übrigen Räder werden laut Stettner demnächst entsorgt. Der Erlös der Versteigerung soll für einen wohltätigen Zweck verwendet werden. Welcher das genau sein wird, steht aber noch nicht fest.

Markus Ostermaier

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