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Erntete viel Applaus: Kabarettist Harry G.

Kabarett mit Harry G

Der Grantler in Höchstform

Neufinsing – Grantler-Alarm: Im Festzelt der Neufinsinger Burschen kamen die Besucher in den Genuss der Schimpftiraden von Kabarretist Harry G. Er rieb sich in gewohnt grantiger Manier vorrangig an den Preißn.

Mit seinem Programm „Leben mit dem Isarpreiß“ verursachte Markus Stoll alias Harry G nicht nur unter den Urbayern schallendes Gelächter, auch die Preißn konnten über die Witze und damit über sich selbst lachen. In einem belehrte Harry G seine Zuschauer bereits zu Beginn: Man unterscheidet zwischen den Preißn. Da gibt es zum einen den normalen Preiß, der wie ein Joghurtfleck sei: „Den kriegt man mit einer Spezialbehandlung ganz gut weg.“ Der Isarpreiß aber sei eher ein Rotweinfleck: „Der frisst sich ins Hemd hinein, den kriegt man nicht mehr weg – und dieses Hemd heißt München.“

Doch nicht nur um Zugezogene handele es sich beim klassischen Isarpreiß, auch gebürtige Bayern können sich laut dem Grantler bereits mit dem Virus infiziert haben. Woran also erkennt man einen Isarpreiß? Ein untrügliches Indiz: seine „Isarpreiß-Uniform“, eine Mischung aus Gestütsbesitzer und Dieter Bohlen. Und Harry G ist sich ganz sicher, das Motiv hinter diesem Outfit erkannt zu haben: „Die wollen dazu gehören, zur Münchner Schickeria, zu den Schönen und Reichen. Aber die sind nicht schön und reich.“

Umso stolzer ist der Grantler auf seine Münchner Heimat, denn hier wisse man, wie Großprojekte zu leiten sind. „Die doktern schon seit 2006 am Berliner Flughafen rum. In der Zeit haben wir die Wiesn schon zehn Mal auf- und abgebaut“, schallt es durch das volle Festzelt.

Harry Gs Beschreibung des klassischen Isarpreiß ist noch lange nicht beendet. Typischerweise begehe der Isarpreiß beim Kauf der ersten Tracht den Fehler seines Lebens. „Bei den Preißn muss die Tracht billig sein. Die geben durchschnittlich 60 Euro für eine Lederhose aus, und da ist das Hemd dabei“, empört sich der Grantler und ergänzt mit fassungslosem Gesichtsausdruck: „Dann steht er da, der Arno made in Hannover, mit seiner Lederhose made in China.“ Und die Isarpreiß’n-Weiber? Die gäben noch weniger aus.

Harry Gs Aussage, dass ein Dirndl in Bayern nicht über den Oberschenkeln enden dürfe und keinesfalls neongrün oder knallig pink sein solle, ließ so manchen weiblichen Gast verunsichert an sich herunter blicken, während der Rest mit einem süffisanten Grinsen reagierte.

Trotz der eineinhalb mit Gemeinheiten und Sarkasmus gefüllten Stunden, hatten die Zuschauer nicht bayerischer Abstammung ihr hartes Fell bewiesen. Sie konnten nicht böse sein und ließen fleißig Autogramme schreiben.

Julia Adam

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