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Freuen sich, dass das Projekt Jugendraum geglückt ist: Initiatorin Nike Gossmann (l.) und Jugendreferentin Gertrud Eichinger.

Jugendraum - Bilanz nach fünf Monaten

Im Gecko ist die Bude voll

Neufinsing – Rundum gelungen ist Nike Gossmanns Schulprojekt. Und auch für die Neufinsinger hat sie damit vieles bewirkt. Rund ein halbes Jahr nachdem sie sich entschlossen hat, dem Jugendraum Neufinsing neues Leben einzuhauchen, kann sie eine positive Bilanz ziehen.

in mulmiges Gefühl hatte die damals zwölfjährige Nike Gossmanns schon, als sie sich für ihr außergewöhnliches Schulprojekt entschlossen hat. Jetzt, rund sechs Monate später, ist die Erleichterung umso größer. Mit Stolz kann die Neufinsingerin ihr Projekt für gelungen erklären: dem Neufinsinger Jugendraum neues Leben einzuhauchen. Der Raum hat sich zur Anlaufstelle für Teenager im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren entwickelt. „Ich wollte einfach, dass wir hier einen Ort haben, wo wir auch mal ohne Eltern hingehen können“, begründet Nike ihren Wunsch. 

Trotz der anfänglichen Skepsis von Jugendreferentin Gertrud Eichinger hat sie nicht von ihrem Plan abgesehen. „Anfangs war ich noch nicht ganz überzeugt, weil so etwas immer einen gewissen Aufwand bedeutet. Und in den vergangenen Jahren haben wir hier eher die Erfahrung gemacht, dass eine solche Einrichtung nicht gewünscht wird“, erklärt die dritte Bürgermeisterin Eichinger. Mittlerweile habe sich das Blatt jedoch gewendet. „Gerade für die Jüngeren unter den Jugendlichen, die gerade damit beginnen, mehr alleine zu unternehmen, ist das hier ideal“, weiß sie. 

Regelmäßige Öffnungszeiten für den gemütlichen Raum am Buchenweg gibt es nicht. Die rund 20 jungen Nutzer sprechen sich über eine WhatsApp-Gruppe ab. „Es ist jetzt so, dass wir uns meistens am Freitag treffen. Das ist ganz ungezwungen, weil jeder kommen kann, der möchte“, erzählt Gossmann. Gemeinsam werden dann Filme geschaut, Pizzen gebacken oder Spiele gespielt. „Es ist zum Glück wirklich so, dass es keine großen Streitigkeiten gibt und keiner ausgegrenzt wird“, sagt die mittlerweile 13-Jährige. 

Komplett auf sich alleine gestellt ist die Finsinger Jugend in ihrem kleinen Reich aber nicht. „Es hat sich ergeben, dass sich einige Eltern bereit erklärt haben, immer zu zweit dabei zu sein, wenn sich die Jugendlichen treffen. Es funktioniert auch sehr gut, dass die sich im Hintergrund halten, denn die Jugendlichen sollen eigenverantwortlich handeln“, erzählt Eichinger. 

Besonders am Anfang habe sich das als Vorteil erwiesen, denn auch an das selbstständige Putzen des Raumes mussten sich seine jungen Nutzer erst gewöhnen. „Ich denke, dass dieser Raum zwei Zwecken dient. Zum einen hilft er den Jugendlichen beim langsamen Eintreten in die Erwachsenenwelt, zum anderen hilft er den Eltern beim Loslassen“, sagt die Jugendreferentin. 

Selbstständigkeit bewiesen haben Gossmann und ihre Freunde bereits bei der Einrichtung des Raums. Durch Spendenaufrufe haben sie sich das selbst Mobiliar beschafft. Schnell haben sie sich auch auf einen Namen geeinigt. Als „Jugendraum Gecko“ ist er mittlerweile bekannt. Wie dieser Name entstanden ist, weiß Gossmann nicht mehr, wichtig sei jedoch, dass alle interessierten Jugendlichen herzlich willkommen sind. 

Die Neufinsinger Initiatorin des Projekts hat auch für die Zukunft einen großen Wunsch. „Ich hoffe, dass dieser Raum weitergeführt wird, auch wenn wir mal älter sind“, sagt sie.

Julia Adam

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