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Beeindruckte Gäste: Thilo Kopmann und Markus Mayer (v. r.) sowie Dolmetscherin Lisa Tyminskaya (M.) führten die russischen Gäste durch die Kläranlage.

Delegation zu Besuch in der Kläranlage

Russen staunen über Trinkwasserqualität

Russische Umweltspezialisten waren während einer Fortbildungsreise in Europa auch zu Gast in der Kläranlage Neufinsing. Thilo Kopmann, der die Delegation führte, brachte die Besucher ins Staunen.

NeufinsingEine Delegation von russischen Umweltspezialisten, die auf Bayern-Tour war, schaute auch bei der Kläranlage in Neufinsing vorbei. Die 20-köpfige Gruppe bestand in der Hauptsache aus Professoren und Dozenten verschiedener russischer Universitäten, meist im Bereich Ökologie, sowie leitenden Mitarbeitern von Unternehmen.

Die Fachleute kamen unter der Obhut von Georg Tyminski von der Europäischen Wissenschaftlichen Gesellschaft. Dieser eingetragene Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Wissenschaftler international zu vernetzen. Ihre achttägige Reise führte die Gruppe nach Bayern und Norditalien. Im Raum München besuchte sie neben der Kläranlage Neufinsing das Deutsche Museum und bekam Führungen zu den Passivhäusern am Piusplatz sowie durch das Recycling- und Demontagezentrum von BMW.

In der Kläranlage Neufinsing wurde die Delegation von Thilo Kopmann, dem Vorstand des gemeinsamen Kommunalunternehmens VEMO (gKu VE München Ost) empfangen. Kopmann begrüßte die Delegation in ihrer Heimatsprache, wechselte dann aber ins Deutsche, als er sagte: „Ich freue mich ganz besonders, Sie hier zu begrüßen. Ich war schon oft in Ihrem Land und habe dort die Gastfreundschaft genossen.“ Übersetzt wurden seine Worte von der mitreisenden Lisa Tyminskaya, die gemeinsam mit einer VEMO-Mitarbeiterin während der zweistündigen Veranstaltung dolmetschte.

Kopmann stellte in einem Vortrag zunächst die Neufinsinger Kläranlage vor, die in einem Einzugsgebiet von 262 Quadratkilometer das Abwasser von immerhin 13 Gemeinden aus den Landkreisen Erding, Ebersberg und München reinigt. Die Besucher staunten, als Kopmann ihnen erklärte, dass das Wasser nach 17 Stunden komplett sauber die Anlage wieder verlässt. Auch dass das Wasser gefahrlos ab Hahn getrunken werden kann, wurde interessiert zur Kenntnis genommen. In Russland müsse man auch manchmal das Wasser aus der Leitung mit Filtern nachbehandeln, erklärte Georg Tyminski.

Die Information über Trinkwasserschutzgebiete, in denen verschiedene Schutzzonen die Verunreinigung des Bodens verbieten, stießen bei den Gästen ebenfalls auf Interesse. Die russischen Fachleute stellten vor allem zu den Laboruntersuchungen des Abwassers und Grenzwerten für Schadstoffbelastungen Fragen.

Markus Mayer, der Leiter der Anlage, führte die Delegation im Anschluss über das Gelände. Er erklärte die verschiedenen Becken für Vor- und Nachklärung des Wassers sowie die verschiedenen Stufen der Verarbeitung des Klärschlamms. Von einem der Faultürme aus hatten die ausländischen Besucher einen guten Überblick über das Areal.

Vorstand Kopmann erklärte, dass in den kommenden Jahren eine Vergrößerung geplant sein, da der enorme Zuzug in den drei Landkreisen geschultert werden müsse. Geplant sind dafür Investitionen von über zwölf Millionen Euro.

Henry Dinger

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