Kitas „Am Park“ und „Zur Sonnenwend“

Trägerwechsel sorgt für Aufregung

Finsing - Ein Trägerwechsel in den Kitas „Am Park“ und „Zur Sonnwend“ macht in Finsing reichlich Ärger. In Eicherloh ist man zwar mit dem neuen Träger zufrieden, die Neufinsinger Eltern wollen aber das alte Konzept behalten.

Nicht so ruhig wie geplant ist der zweiwöchige Osterurlaub von Max Kressirer verlaufen. Das Finsinger Rathausoberhaupt und seine Verwaltung hat in den vergangenen Tagen besonders ein Thema auf Trab gehalten: ein Trägerschafts-Wechsel in zwei Kindertagesstätten zum September 2016. Hier macht die Kommune gerade die Erfahrung, dass nicht alle betroffenen Eltern mit der Entscheidung des Gemeinderats einverstanden sind.

Wie der Gemeinde-Homepage zu entnehmen ist, ist aktuell für das Eicherloher Kinderhaus „Am Park“ Kerstin Sperling die private Trägerin. Diese besitzt auch die Trägerschaft für den in Neufinsing stationierten Kindergarten „Zur Sonnwend“. Am 9. März kündigte Sperling allerdings ihre Zuständigkeit für die Einrichtung in Eicherloh zum 31. August. Aus der Elternschaft werden als Ursache private und wirtschaftliche Gründe genannt.

Kressirer wird hierzu noch etwas konkreter. Er berichtet, das Kinderhaus sei für Sperling wirtschaftlich nicht mehr führbar gewesen. Außerdem spricht er von Problemen mit Eicherloher Eltern. „Die Einrichtung fährt im Moment auf Sparflamme. Wir haben das Riesenproblem, dass im neuen Kitajahr nicht alle Kinder einen Platz bekommen, die eigentlich einen benötigen würden“, sagt Kressirer. Dies sicherzustellen sei eigentlich Aufgabe des Kita-Trägers gewesen.

Nach der Kündigung musste die Kommune schnell aktiv werden. Finsing wurde auch fündig: die Kinderland Plus GmbH aus Poing erklärte sich bereit, die Trägerschaft für „Am Park“ zu übernehmen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass auch Sperlings zweites Kinderhaus „Zur Sonnwend“ an sie übergeben wird. Das teilte der Bürgermeister im vorletzten Amtsblatt mit. Der Gemeinderat beschloss dann nichtöffentlich, die Trägerschaft der Neufinsinger Kita zum 31. August zu kündigen und beide Einrichtungen an Kinderland Plus zu übergeben. Ob es ein einstimmiger Beschluss war, will Kressirer nicht verraten.

Für betroffene Eltern aus Neufinsing kam diese Nachricht vollkommen unerwartet. Sie sind enttäuscht, dass sie vorher nicht mit eingebunden und gehört wurden. Außerdem seien sie mit der alten Trägerin sehr zufrieden. Susanne Badeke, Vorsitzende des Elternbeirats „Zur Sonnwend“, sagt: „Wir fanden das alte Bildungs- und Erziehungskonzept gut und möchten es behalten. Wir schätzen es sehr.“ Aus diesem Grund haben die Eltern der Gemeinde einen von 80 Personen unterschriebenen Brief geschickt. Gerne würden sie der Kommune ihren Standpunkt demnächst noch persönlich vorstellen.

Anscheinend musste sich Kressirer in der letzten Zeit vermehrt Kritik und auch Vorwürfe anhören. Im Gespräch mit unserer Zeitung verteidigt er sofort sein Gremium. „Der Gemeinderat kennt die bisherige Situation, die Probleme, dass Kinder nicht mehr untergebracht werden können, dass es unzufriedene Eltern gibt und weiß um seine Verantwortung, zum Wohl aller Kinder zu entscheiden.“

Die Kommune habe sich sehr bewusst mit der Thematik um die Trägerschaften auseinandergesetzt und abgewägt. „Ein Trägerwechsel ist kein Sparziergang, wir sind richtig knapp dran“, begründet der Finsinger Bürgermeister die schnelle Entscheidung. Diese Woche gibt es für betroffene Eltern einen nichtöffentlichen Informationsabend mit Vertretern von Kinderland Plus. Der Bürgermeister stellt aber auch klar: „Die Elternbeteiligung beginnt erst bei Themen mit dem Träger, nicht schon bei der Wahl des Trägers.“

Anders als beim Neufinsinger Kinderhaus ist in Eicherloh die Akzeptanz von Kinderland Plus viel größer. „Wir stehen dem Trägerwechsel sehr positiv gegenüber, es hört sich schon recht toll an“, erzählt Daniela Zerndl, Elternbeiratsvorsitzende der Kita „Am Park“. Manche Eltern freuen sich sogar schon auf flexiblere Buchungszeiten. Einig ist man sich in Eicherloh und Neufinsing aber beim Wunsch, dass die jetzigen Erzieherinnen bleiben, da die Eltern mit ihrer pädagogischen Arbeit sehr zufrieden waren. Hierzu kündigte Kressirer schon im Amtsblatt seiner Gemeinde an, dass das Personal mit Kinderland Plus grundsätzlich einen Arbeitsvertrag abschließen könne, um auch künftig die Betreuung der Kinder zu übernehmen.

Markus Ostermaier

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