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„Zur Sonnwend“ in Neufinsing 

Kindergärten bald voll: Anbau soll helfen

Die Nachfrage nach Kinderbetreuungsplätzen in der Gemeinde Finsing boomt. Bald sind die drei Kindergärten voll. Es besteht Handlungsbedarf.

NeufinsingFinsings Gemeinderäte werden sich schnellstmöglich mit dem Thema Kinderbetreuung beschäftigen müssen. Hintergrund sind die zahlreichen Anmeldungen für das Betreuungsjahr ab September. Aktuell würde es dann lediglich noch zwei freie Plätze in den Kindergärten geben.

Begeistert waren die Räte nicht, als ihnen Bürgermeister Max Kressirer (WGE) in der Sitzung eröffnete, dass das Thema Betreuungsplätze angegangen werden müsse. Einige fühlten sich überrumpelt, da auf der ihnen vorab zugegangenen Tagesordnung lediglich der Punkt Beschlussfassung über die weitere Vorgehensweise im Kontext mit den Anmeldezahlen zu finden war.

Dieter Heilmair (CSU) etwa hätte sich gewünscht, vorab umfassender über die Problematik informiert zu werden. Auch Vize-Bürgermeister Andreas Wimmer (FWF) kritisierte: „Wir setzen uns Jahr für Jahr ewig zusammen und machen einen Finanzplan und dann sollen wir kurzfristig in einer Sitzung über bestimmt zwei Millionen Euro entscheiden.“

Kressirer rechtfertigte das Tempo damit, dass vergangenes Jahr nicht absehbar gewesen sei, dass sich die Zahl der zu betreuenden Kinder so entwickle. „Wir werden hier immer wieder Überraschungen erleben und entsprechend reagieren müssen“, erklärte er.

Aktuell gehe es lediglich um den Beschluss, die Verwaltung damit zu beauftragen, bei der Regierung um einen möglichen Zuschuss zu bitten. Diesen braucht die Gemeinde, denn die einzige Möglichkeit ist, an einen der drei bestehenden Kindergärten, nämlich Zur Sonnwend in Neufinsing, anzubauen.

Kombiniert mit der ohnehin geplanten energetischen Sanierung ist dies für Kressirer der geringste Aufwand, dort für weitere Kindergartengruppen anzubauen. Die Unterbringung von Krippenkindern werde in den nächsten Jahren kein Problem darstellen, da aktuell noch zwei Krippengruppen im Kindergarten St. Georg frei seien.

„Die nächsten ein bis zwei Jahre werden wir im Kindergarten voraussichtlich an die räumlichen Grenzen stoßen. Dann wäre es sinnvoll, davor daran gedacht und Fördermittel beantragt zu haben“, sagte Kressirer und appellierte an die Räte. Den Anbau am Kindergarten vorab zu realisieren, würde zudem das Problem der Unterbringung der Kinder während der energetischen Sanierung lösen.

Eine Alternative zum Anbau brachte Andrea Struck (SPD/Wählerforum) ein: „Wir haben vor einigen Jahren schon an einen Wald- und Naturkindergarten gedacht. Das wäre mit einem Wohnwagen deutlich günstiger“, erinnert sie sich. „Da der Bedarf wächst, sollten wir die Idee nicht aus den Augen verlieren, schließlich hätten wir das Personal schon gehabt.“

Gescheitert war die Idee einst an der mangelnden Bereitschaft der Waldbesitzer. „Deshalb können wir uns nicht darauf verlassen, dass das jetzt klappen würde“, sagte Kressirer skeptisch. Dritte Bürgermeisterin Gertrud Eichinger riet, die Thematik grundsätzlich in Ruhe im Ausschuss für Familie und Kultur zu besprechen. Darauf haben sich auch die Gemeinderäte geeinigt. Fördermittel sollen dennoch beantragt werden, denn „ohne Zuschuss können wir sowieso nichts machen“, so Kressirer. julia adam

Rubriklistenbild: © dpa / Monika Skolimowska

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