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Im neuen Jugendraum machten es sich Jugendreferentin Gertrud Eichinger und die junge Helferin Nike Gossmann (v. l.) bequem. Beim Nachwuchs begehrt war der Kicker im Hintergrund.

Wiedereröffnung des Jugendraums

Zwölfjährige bringt neuen Schwung

Neufinsing - Zuletzt war das Interesse am Jugendraum eher niedrig, nun hat eine Zwölfjährige wieder Schwung reingebracht. Durch die aktive Mitgestaltung von Nike Gossmann wurde der Neufinsinger Treffpunkt am Sonntag wiedereröffnet.

Einen Hasenstall bauen, einen Berg besteigen, ein Hühnerhaus errichten – die Aktivitäten der Siebtklässler der Montessori-Schule in Aufkirchen waren bunt gemischt, als sie in der vorletzten Schulwoche für ein Projekt vom Unterricht freigestellt wurden. Die Aufgabe lag darin, eine persönliche Herausforderung zu meistern. Nike Gossmann wollte in ihrer eigenen Gemeinde etwas verändern. Da es im Ort kaum Anlaufstellen für Jugendliche gebe, beschloss die gerade zwölf Jahre alte Neufinsingerin, dem Jugendraum wieder Leben einzuhauchen.

Der Raum, der im Buchenweg direkt neben dem Sport- und Jugendzentrum liegt, besteht seit 2001. Das Gebäude gehört der Gemeinde. Vor mehreren Jahren gab es einige Gruppen, die das Angebot aktiv nutzten. Schon in der vorigen Gemeinderatsperiode sei das Interesse allerdings zurückgegangen, wie die dritte Bürgermeisterin Gertrud Eichinger, seit acht Jahren außerdem Jugendreferentin, erzählt. Der Raum wurde zuletzt zwar nicht aufgelöst, aber auch nicht mehr so häufig besucht.

Als Nike mit ihrem Projektgedanken auf Eichinger zukam, war diese begeistert: „Es ist schön, weil sie genau aus dieser Zielgruppe stammt. Nike hat den Schwung gebracht. Es ist für mich natürlich auch einfacher, wenn man weiß, dass die Nachfrage da ist. Und die Arbeit macht zu zweit auch mehr Spaß“, berichtet die Jugendreferentin. Außerdem sehe man wieder neue Perspektiven, und es sei erfreulich, junges Engagement fördern zu können.

Zu Beginn der Projektwoche gab es eine Raumbesichtigung und große Putzaktionen, wie die Initiatorin erzählt. Sie machte sich außerdem in Abstimmung mit Jugendreferentin Gedanken über ein neues Konzept und es gab einen Spendenaufruf für Möbel. Die teilweise neue Einrichtung wurde geliefert und die Eröffnungsfeier vorbereitet. Einige Arbeiten, bei denen unter anderem auch die Finsinger Flüchtlinge unterstützten, fielen auch noch nach der Projektwoche an. Manches soll erst in der nächsten Zeit erledigt werden. Gossmann: „Auch andere Jugendliche können sich dann selber einbringen.“ Freuen würde sich Eichinger noch über einen platzsparenden Fernseher. Laut der Siebtklässlerin soll der Jugendraum wieder „ein Ort der Begegnung“ werden. Neben Kochaktionen wird auch über eine feste Öffnungszeit zweimal im Monat nachgedacht. Ansonsten können die Jugendlichen von zwölf bis 18 Jahre auch bei Eichinger, Tel. (0 81 21) 97 36 39, den Schlüssel abholen. Die Benutzung ist umsonst, nur Getränke müssen selbst gekauft werden. Wegen Bestimmungen im Flächennutzungsplan kann der Treff allerdings nur bis 22 Uhr genutzt werden.

Schon zu Beginn der Wiedereröffnung kamen gut zehn Jungbürger, um den neuen Jugendraum zu begutachten. Besonders beliebt war der Kicker. Am Eröffnungstag halfen außerdem Nikes Mutter Michaela Gossmann und Annett Burghardt. Bis 9. September können im Rathaus noch Vorschläge für den künftigen Namen des Neufinsinger Jugendraums abgegeben werden.

Wie Eichinger berichtete, gibt es auch in den Ortsteilen Eicherloh und Finsing Jugendräume, die aktuell aber nicht so häufig genutzt würden. Dort sind in der nächsten Zeit keine neuen Maßnahmen zur Wiederbelebung geplant. Erst einmal will man in den kommenden Wochen die Entwicklung des neuen Treffpunktes in Neufinsing abwarten und beobachten.

Markus Ostermaier

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