Die Lösung ist dunkelblau. Der frühere Stadtrat und Ingenieur Martin Neumaier hat erste Details seiner Alternativtrasse für die Nordumfahrung vorgestellt. Er hält sie für die konsensfähigste Lösung. Skizze: Strassenbauamt München/Bearbeitung: Neumaier

Neumaiers Nordumfahrung: Erding entlasten, Nachbarn in Ruhe lassen

Erding - Die Nordumfahrung von Erding gibt’s auch ohne besorgte Langengeislinger, Nein sagende Bockhorner und kritische Eittinger. Dieser Auffassung ist Martin Neumaier. Seine Alternativtrasse wird soeben geprüft.

Als Ingenieur ist Martin Neumaier ein Mann vom Fach. Die hitzige Debatte um die Nordumfahrung hat sich der frühere UWE-Stadtrat einige Zeit angehört, dann klappte er seinen Planertisch auf und begann das Zeichnen. Herausgekommen ist die Alternativtrasse, die vom Straßenbauamt nun doch geprüft wird - neben der bislang favorisierten Süd II-Variante. Die stößt aber nicht nur bei den Menschen im Norden von Erding auf Kritik. Erst Ende vergangener Woche hat der Gemeinderat Bockhorn deutlich gemacht: Mit uns ist keine Trasse zu haben.

Vielleicht doch. Neumaier ist nämlich überzeugt: „Mein Vorschlag bedeutet für Erding immer noch eine sehr starke Entlastung. Zudem wäre Eitting ebenso wenig betroffen wie Bockhorn. Auch den Eingriff in die Natur hält der Regent vom Erdinger Wasserturm für vertretbar.

So sieht sein Trassenvorschlag aus. „Ich würde den Menschen in Unterstrogn keine große Kreuzung vor die Nase setzen. Es ist doch klar, dass Bockhorn dann nicht mitspielt. Also fängt bei seinem Plan die Nordumfahrung nördlich des BayWa-Lagerhauses an. Die Zufahrt erfolgt über ein kurzes Stück der ED 20 in Richtung Grucking. Dann verläuft sie steil nach Norden entlang der Gemeindegrenze und führt in einem weiten Bogen zwischen Eichenkofen - die nächste Nähe zur Wohnbebauung beträgt laut Neumaier 250 Meter - und den Weihern in südwestlicher Richtung auf die Kreisstraße ED 19 Erding - Eitting zu. Der Ex-Stadtrat betont: „Wir sind 1200 Meter von Eitting weg und kommen auch nicht in die Überflutungsgebiete.“ Die Kreisstraße soll seiner Auffassung nach mittels Brücke überquert werden - die Nord-Süd-Achse will Neumaier gar nicht tangieren. Schließlich mündet die ED 99, so der Projektname der Nordumfahrung, auf Höhe einer bestehenden Brücke und auf einer vorhandenen Ortsverbindungsstraße auf die Flughafentangente-Ost. Insgesamt ist die Nordumfahrung Neumaiers 9400 Meter lang. Ein knapper Kilometer, der nach seiner Überzeugung auch die „heimliche Nordumfahrung“ via Tittenkofen obsolet machen würde.

Die Anbindung Erdings hält er für unproblematisch, sollte die Parallele zur Alten Römerstraße durch Langengeisling gebaut werden. „Es würde sich um 500 Meter langes Stück handeln, das attraktiv ist, weil sie nicht durch den Ort müssen.“

Neumaier lobt, dass sich die Behörden offen für eine weitere Planung gezeigt hätten. Für ihn ist es keine Frage: „Gemeinsam können wir eine gute und allgemein akzeptierte Umfahrung realisieren.“

(Hans Moritz)

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