Wie neutral ist der Regierungsdirektor?

Flughafen - Pistengegner Jürgen Steiner kramt alte Aussage Büchners hervor.

Der Hallbergmooser Jürgen Steiner hat bei der Anhörung zur dritten Startbahn die Neutralität von Uwe Büchner in Frage gestellt. Er konfrontierte den Leiter des Anhörungsverfahrens mit dessen Zitat vor dem Verwaltungsgerichtshof im Nachflugprozess. Da soll er in seinem Schlussplädoyer gesagt haben: „Der Flughafen München ist eine Erfolgsgeschichte, die nicht unterbrochen werden darf.“ Steiner fragte: „Herr Regierungsdirektor, sind Sie und damit das Luftamt Südbayern angesichts dieser Einstellung in der Lage, das Planfeststellungsverfahren mit der gebotenen Neutralität durchzuführen?“. Steiner könne ja einen Befangenheitsantrag stellen, reagierte Büchner darauf, bestritt die Äußerung nicht, er könne sich aber daran nicht erinnern.

Steiner verzichtete auf einen solchen Antrag. Schließlich sei es nur eine rhetorische Frage gewesen. Hartnäckiger blieb er allerdings in anderen Punkten. So bezweifelte er, dass die Flughafen München GmbH (FMG) einen Koordinationseckwert von 120 Flugbewegungen pro Stunde anstrebe: „Wenn mit zwei unabhängigen Bahnen der Koordinationseckwert 89 (90) ist, sollte er bei drei Pisten 135 Bewegungen pro Stunde sein.“ Steiner befürchtet, dass absichtlich nach unten abgerundet werde, um dann im Prognosejahr 2020 die tatsächliche Kapazität eines Drei-Bahnen-Systems zu erreichen.

Heftig kritisiert Steiner auch die Länge der geplanten dritten Startbahn und blickte nach Frankfurt wo einer 2800-Meter-Piste gebaut werde. „Da können zwar nicht alle Flugzeugtypen starten, aber für Deutschlands größten Flughafen ist dies tragbar“, sagte Steiner, der auch darauf verwies, dass die FMG bereits vor dem Raumordnungsverfahren die Bahnlänge entschieden habe. „Ausschließlich unter dieser Prämisse wurden Varianten und Bahnlagen geprüft.“ pir

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