Rund 50 Teilnehmer diskutierten in Langengeisling über die Nordumfahrung. Foto: seidel

Nicht nur Brachvögel leiden

Erding - Die Kritiker der Nordumfahrung fordern eine fundierte Planung über den Fliegerhorst. Denn: Nicht nur Vögel seien schützenswert.

Die Nordumfahrung ist noch lange nicht in trockenen Tüchern. Dies zeigte der offene Dialog der Unabhängigen Wähler Erding (UWE) in Langengeisling, zu dem rund 50 Teilnehmer im FCL-Clubheim erschienen waren. UWE-Vorsitzender Benedikt Hoigt konnte neben Vertretern der BI Langengeisling auch Bockhorns Bürgermeister Hans Schreiner und den Gruckinger Kreisrat Sebastian Haindl begrüßen. Hoigt stellte klar, dass er die Nordumfahrung wolle, nicht aber die Durchschneidung von Ortsteilen und den übermäßigen Flächenverbrauch.

Die Nordumfahrung, so UWE-Stadtrat Josef Hochholzer, habe „einige mit der plötzlichen Dynamik überrascht und verwundert und sei teilweise auf Unverständnis gestoßen“. Man habe zwar Meinungen vortragen können, aber es fand keine Diskussion statt. „Es galt nur dafür oder dagegen.“ Auch im Kreistag ist die Beschlusslage laut Hochholzer klar, aber ein Bauprojekt dieser Größenordnung „mit der heißen Nadel zu stricken, ist keine Lösung, und zum Planfeststellungsverfahren wird es noch viele Klagen geben“, sagte er.

Strikt gegen die bestehende Planung wandte sich Martin Haindl aus Hecken. Neben dem immensen Flächenverbrauch kritisierte er, dass die Nordumfahrung zu Schleichverkehr durch Maierklopfen, Mauggen und Bockhorn führen werde. Nach den neuesten Prognosen mit zu 6000 Fahrzeugen zur Hauptverkehrszeit am Morgen, wenn die Schul- und Kindergartenkinder auf dem Weg sind. Die Straßmair-Variante über den Fliegerhorst sei zwar nicht die ideale, aber die bessere Lösung. Hier jedoch werde mit dem schützenswerten Brachvogel als „Totschlagargument“ gekontert, ohne dass man nähere Untersuchungen anstellte. Dem schloss sich Bürgermeister Schreiner an.

In Bockhorn habe man stets die Meinungen vertreten, dass eine reine Verhinderungstaktik nichts bringt und nach Alternativen gesucht. Anfangs mit einer Verlängerung der Nordumfahrung über Grünbach hinaus, die man aber selbst hätte finanzieren müssen. „Wir sind zwar vom Flughafen betroffen“, so Schreiner, „aber wenn es um Mittel aus dem Umlandfonds geht, so es ihn denn geben wird, sind wir nicht antragsberechtigt“. In Hinblick darauf, dass der Fliegerhorst aufgelöst wird, die Startbahn möglicherweise schon 2014 aufgegeben wird, sei Zeit, alles zu überdenken und fundiert zu planen. Im Ernstfall, „wenn sich die Grundstückseigentümer nicht enteignen lassen, wird man sich auf einen langen juristischen Weg gefasst machen müssen“. Eine Überplanung forderte auch Kreisrat Sebastian Haindl: „So viel Zeit muss sein, das sind wir unseren Kindern schuldig. Und wenn jemand so drängt, hat die Sache einen Haken“. (gse)

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