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Ein Geheimtipp: die öffentliche Ladesäule bei Niederding. Michael Mittermayer und Geschäftspartner betreiben dort seit 2008 eine Freiflächen-Photovoltaikanlage.  

Nördlicher Landkreis

Der Elektro-Pionier aus Niederding

Schon seit 2008 kann man in Niederding umsonst Strom tanken. Dahinter steht Landwirt Michael Mittermayer.

Niederding – Keine Stromtankstellen in der Gemeinde Oberding? Von wegen. Bereits seit 2008 hat Michael Mittermayer aus Niederding sogar zwei Ladesäulen am Netz. An der Freiflächen-Photovoltaikanlage bei Niederding und bei einer Pension im Ort kann man seinen Stromer sogar gratis aufladen.

Der 37 Jahre alte Landwirtschaftsmeister hat mit der Familie Schmid-Zemann die Gesellschaft MSZ gegründet. Zusammen betreiben sie die Freiflächenanlage mit 1,5 Megawatt Spitzenleistung Solarstrom. Dort steht die erste Ladesäule und die zweite an Mittermayers Pension an der Herrnstraße. Sie ist das zweite wirtschaftliche Standbein der Familie, neben dem Ackerbau. Die Ladesäule mit einem Anschluss Typ 2 darf auch von Nicht-Gästen genutzt werden.

Auch die Station an der Anlage draußen wird öffentlich genutzt, aber Mittermayer deutete an, dass das wohl eher ein Geheimtipp ist. „Der Standort ist sicher nicht optimal.“ Das stimmt. Nur über einen Feldweg zugänglich, der bei der aktuellen Wetterlage auch noch nicht jedermanns Geschmack ist, muss man sich schon auskennen.

Mittermayer weiß das, und hier setzen seine längerfristigen Zukunftspläne an: Irgendwann läuft der Vertrag über die Einspeisevergütung aus, und dann muss er seinen Solarstrom irgendwie verkaufen. Also sollte eine größere Ladestation für Elektroautos verkehrsgünstig gelegen sein und aus den vorhandenen Anlagen gespeist werden.

Vorzugsweise sollte das mit einer Art Bewirtung verbunden sein, denn auch das Schnellladen mit hohen Stromstärken dauert mindestens eine Tasse Kaffee lang. Aber da war Mittermayer schon wieder etwas am Träumen. Denn dafür müsse auch die Stromspeichertechnik deutlich besser werden.

Klar ist für ihn aber auch: Dann geht es natürlich nicht ohne Bezahlung, und hier sieht er sich wieder auf einer Linie mit Bürgermeister Bernhard Mücke. Der Rathauschef hatte der Heimatzeitung berichtet, dass die Ladesäule an der Pension in Niederding „nicht öffentlich zugänglich“ sei. Doch auch ein Bürgermeister weiß nicht immer alles über „sein“ Dorf. Und so nahm ihm Mittermayer das auch nicht übel. Sie sind sich ja einig: Beide fahren Elektroautos, auch noch den selben Typ, beide wollen die Elektromobilität voranbringen.

Mücke möchte wie berichtet vermeiden, dass der Wirrwarr bei den Bezahlsystemen noch größer wird. „Da hat er völlig Recht“, stimmt ihm Mittermayer zu. Überhaupt präsentierte er sich als energischer Verfechter von erneuerbaren Energieformen: „Atomstrom geht überhaupt nicht. Absoluter Gegner.“ Und er beobachtet sehr genau, was in seiner Umgebung zu dem Thema passiert: „Berglern streitet seit acht Jahren wegen der Freiflächen-Photovoltaik-Anlage. Was soll das?“

Von Klaus Kuhn

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