Im Norden Langengeislings verläuft die ED 99 in West-Ost-Richtung. Die vertikalen Linien zeigen die Anschlüsse zur Stadt und Richtung Berglern. Grafik: Strassenbauamt

Nordumfahrung: Bauern befürchten teils kilometerlange Umwege

Erding - Die Nordumfahrung soll vor allem die Stadt Erding entlasten. Entsprechend zustimmend fällt die Stellungnahme des Rathauses zum Planfeststellungsverfahren auf. Ernst aber wird die Kritik aus der Landwirtschaft genommen. Denn durch die ED 99 drohen kilometerlange Umwege.

Im Struktur- und Verkehrsausschuss des Stadtrates wurde nur zaghaft versucht, die Planung für die Erdinger Nordumfahrung noch einmal aufzubohren. Doch im Gremium herrschte Einmütigkeit, dass es für Änderungen kurz nach Anlaufen des Genehmigungsprozesses im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zu spät sei. Da bei der Planung vor allem die Belange der im Verkehr zu erstickenden Großen Kreisstadt berücksichtigt wurden, war mit keinen gravierenden Einwänden (mehr) zu rechnen.

Anton Erhard vom Rechtsamt der Stadt, listete die Maßnahmen auf, die die Belange Erdings direkt tangieren:

K Neubau eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Wartenberger Straße/Nordanbindung und Nordumfahrung;

K Abkopplung der Berglerner Straße im Norden von Langengeisling, dafür Umlenkung über die Wartenberger Straße zum neuen Kreisel;

K Bau eines Knotenpunktes für die Anbindung des Kronthaler Weihers;

K Verknüpfung der Nordumfahrung mit der Kreisstraße nach Eitting nördlich von Siglfing in Form eines Kreisverkehrs;

K Brücken über Sempt, Fehlbach und geplante S-Bahn-Ringschluss-Trasse.

Weiter informierte Erhard, dass die Grenzwerte des Lärmschutzes sowie der Luftschadstoffbelastung bei weitem eingehalten würden. Für den Ausgleich von Flora und Fauna seien städtische Grundstücke vorgesehen, die sich nicht einmal im städtischen Ökokonto befinden und allesamt landwirtschaftlich genutzt werden Es gebe nur eine hochwertige Agrarfläche, für die noch nach Ersatz gesucht werde.

Zweiter Bürgermeister Ludwig Kirmair berichtete von einer Besprechung mit Langengeislinger Landwirten. Diese treten nach wie vor vehement für einige buchstäbliche Kursänderungen ein. Im Kern geht es um die Befürchtung, durch die neue Fahrbahn teils lange Umwege in Kauf nehmen zu müssen, um noch zu den Feldern zu kommen. In einem Fall geht es gar um eine 2,1 Kilometer längere Anfahrt. Um das zu verhindern, müsste eine Brücke versetzt werden. Kirmair stellte nicht nur die Sorgen vor, sondern lieferte auch mögliche Änderungen mit. Im Ausschuss herrschte Einvernehmen, dass die Belange der Bauern ernst zu nehmen seien und „weitgehend berücksichtigt “ werden müssten. Insgesamt, machte OB Max Gotz deutlich, sei die ED 99 die einzige echte Antwort auf die Verkehrsprobleme Erdings.

Hans Moritz

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