Lorenz Hellinger ist Ortssprechervon Eichenkofen. Foto: ham

Nordumfahrung: Eichenkofen lehnt Alternativtrasse ab

Erding - Die Erdinger Nordumfahrung wird zur politischen Nagelprobe. So hoch gelobt die Alternativtrasse wird, jetzt regt sich Widerstand gegen sie: aus Eichenkofen.

Es ist kein Geringerer als der Ortssprecher des nördlichsten Stadtteils von Erding. Beim Redaktionsbesuch macht Lorenz Hellinger deutlich: Er und seine Mitbürger sind gegen die Nordumfahrung, wie sie bisher geplant ist, aber auch gegen die Alternativtrasse. Denn Eichenkofen und Altham würden nicht nur über Gebühr belastet, dem Ortsteil würden auch wichtige Entwicklungsmöglichkeiten genommen.

Gleich ein halbes Dutzend Argumente führt Hellinger ins Feld. „Der Flächenverbrauch durch die Trassenführung erscheint uns viel zu hoch“, so der Ortssprecher. Gerade die Landwirte hätten Sorgen, der Grundlage ihrer Existenz beraubt zu werden.

Hellinger verweist auch auf den Kiesabbau durch die Firma Haslberger westlich der Kreisstraße ED 20 Erding - Berglern. Auf der anderen Seite seien noch einmal 90 Hektar für Kiesabbau reserviert. Komme jetzt noch die Straße, „dann haben wir kaum noch Möglichkeiten der Entwicklung“, warnt Hellinger. Sein Fazit, was die Straße betrifft: „Ich halte sie mit rund neun Kilometern für viel zu lang.“

Dass die Alternativtrasse gerade einmal 150 Meter an den Sportplatz und 50 Meter an das wertvolle und schützenswerte Totholzbiotop im Norden der Kreisstadt heranreicht, das will man in Eichenkofen nicht hinnehmen.

Ganz grundsätzlich hat man im Norden Erdings Angst, zu den Verlierern der expandierenden Region zu werden. „Wir haben schon jetzt eine hohe und stetig zunehmende Lärmbelästigung“, versichert Hellinger und verweist auf den Kieslaster- sowie auf den Flugverkehr.

Hellingers Resümee: „Ich glaube, vielen ist gar nicht bewusst, was da geplant wird.“ Mit Langengeisling und der Bürgerinitiative erklären sich die Eichenkofener solidarisch. Wenig Verständnis hat Hellinger für Ingenieur Martin Neumaier, einen der Väter der Alternativstrecke. „Er ist zwar aus Langengeisling, aber sicher nicht das Sprachrohr von Geisling, Altham und Eichenkofen“, sagt Hellinger. Ihn überzeugt derzeit kein einziger Trassenvorschlag. „Zunächst muss die Parallele zur Alten Römerstraße gebaut werden. Das ist die Grundvoraussetzung.“ Anfreunden könne er sich allenfalls mit der Südvariante, aber nur bis zum östlichen Ortsrand von Geisling. Ideal wäre ein noch größerer Bogen um die Stadt.

(Hans Moritz)

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