Nordumfahrung: Fängt jetzt alles von vorne an?

Erding - Wird im Stadtrat von Erding das Paket Nordumfahrung noch einmal komplett aufgeschnürt? Dafür spricht ein brisantes Papier.

Gleich vier Fraktionen verlangen eine neuerliche Grundsatzdebatte über die Trassenführung, ehe die weiteren Schritte, die Nordanbindung parallel zur Alten Römerstraße sowie die Zufahrt zum Kronthaler Weiher, beschlossen werden.

Diese Forderung erheben die UWE, Grüne, ÖDP und Erding Jetzt sowie FDP-Stadtrat Harald Ebert in einem Antrag an Bürgermeister Max Gotz. Das Papier liegt unserer Zeitung vor.

Hintergrund des Antrags ist die vor zwei Wochen bekannt gewordene Alternativtrasse, die Altham/Eichenkofen nicht von Langengeisling abtrennen, sondern in einem größeren Bogen zur Flughafentangente führen würde (wir haben mehrfach berichtet). Interessant an dem Antrag ist, dass er auch von Grünen und ÖDP unterzeichnet wurde. Beide Gruppierungen haben sich bislang unabhängig von der Linienführung per se gegen eine Nordumfahrung ausgesprochen.

Zur Begründung schreiben Rainer Mehringer (UWE), Roswitha Bendl (ÖDP), Günther Kuhn (Grüne), Hans Egger (Erding Jetzt) und Ebert: „Da der derzeitige Stadtrat bisher niemals grundsätzlich über die Nordumfahrung debattiert und auch keine Entscheidung über eine Trasse getroffen hat, kann mit der Aussage ,Erding hat sich entschieden‘ beziehungsweise ,Erding wünscht. . .‘ nur der Bürgermeister und die Verwaltung gemeint sein.“ In der Öffentlichkeit entstehe aber ein ganz anderer Eindruck. Daher sei eine Diskussion und Abstimmung überfällig, „weil es demokratischen Gepflogenheiten entspricht, das Votum der Stadt durch den Stadtrat entscheiden beziehungsweise bestätigen zu lassen“.

(ham)

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