Das Trassengeflecht für die Erdinger Nordumfahrung ist bereits gelichtet. Im Rennen sind nur noch die Varianten Süd 2 und Süd 3 (untere gelbe Linien). Lila eingezeichnet ist die Nordanbindung zur Entlastung der Alten Römerstraße. Karte: Strassenbauamt Freising

Nordumfahrung: So geht's weiter

Erding - Landrat Martin Bayerstorfer hat einen Plan vorgelegt, wie es mit der Nordumfahrung von Erding weitergehen soll. Vor allem soll es jetzt schnell gehen.

Was für den Verkehr aus dem Osten in Richtung Erding und Flughafen gut ist, das haben die Planer im Auftrag des Straßenbauamtes Freising bereits ermittelt. Nun geht es darum, ob das, was für Menschen und Blech geeignet ist, auch mit den Belangen einer sensiblen Tier- und Pflanzenwelt in Einklang zu bringen ist.

Noch im Juli will Landrat Martin Bayerstorfer, wie berichtet, die Nordumfahrung der Kreisstadt ein großes Stück voranbringen. Was bislang großmaschige Korridore waren, soll bald als eine sehr konkrete Linie vorliegen. Von einem ganzen Bündel an Trassenvarianten sind nur noch zwei übrig geblieben: die Süd 2 und Süd 3. Beide beginnen bei Unterstrogn und führen dann auf Langengeisling beziehungsweise den Fliegerhorst zu. In einem Bogen geht es zwischen Langengeisling und Altham/Eichenkofen hindurch in östlicher Richtung bis zur Flughafentangente.

Die im Sommer 2010 von der Gruppierung Erding Jetzt und Martin Neumaier (UWE) ins Spiel gebrachten Wahltrassen-Mitte sind schon nicht mehr im Rennen. Sie schnitten laut Straßenbauamt deutlich schlechter ab und wurden zu Jahresbeginn verworfen.

In einer Pressekonferenz betonte Bayerstorfer, gerade weil das Projekt bei Teilen der Bevölkerung umstritten sei, setze er weiter auf Transparenz. Darum lädt er am Montag, 25. Juli, um 19 Uhr in den Wirt in Riedersheim ein. Dort werden die Planer das Ergebnis der einjährigen Feldkartierung vorstellen. Herausgekommen ist eine Umweltverträglichkeitsstudie. Zwei Tage später, am Mittwoch, 27. Juli, treten um 13 Uhr Kreis- und Strukturausschuss zusammen und um 15 Uhr der Kreistag. „Mein Ziel ist, dass wir uns an diesem Tag auf eine Trasse festlegen, nämlich die, die in allen Vorprüfungen am besten abgeschnitten hat. Ich kann bis heute nicht sagen, welche das ist, denn ich kenne das Ergebnis auch noch nicht“, so der Kreischef.

Fest steht nur: Die ED 99 führt durch ökologisch sehr sensible Natur. „Man hat im Untersuchungsgebiet, das bewusst bis in den Korridor der Mitte-Trassen reicht, einige Tier- und Pflanzenarten gefunden, die laut Roter Liste vom Aussterben bedroht sind“, berichtet Bayerstorfer. Dies sei per se kein K.o.-Kriterium. „Wir müssen halt entsprechende Ausgleichs- beziehungsweise Umsiedlungsflächen schaffen.“

Dass der Landrat Tempo macht, liegt nicht nur am jährlich zunehmenden Verkehr. „Für Planungskosten stehen uns nach wie vor fünf Millionen Euro aus dem Umlandfonds des Flughafens zu. Wir können aber auch Teilbeträge für den Grunderwerb verwenden.“ Hinzu komme, dass noch die Zusage des Freistaates Bayern im Raum stehe, die Nordumfahrung mit dem höchstmöglichen Fördersatz zu unterstützen. Das wären bis zu 60 Prozent - und das bei grob kalkulierten Baukosten zwischen 35 und 44 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang betonte der Kreischef erneut, dass der Landkreis nichts bezahlen werde. „Das ist und bleibt ein Projekt vor allem der Stadt Erding.“

Zum Zeitplan sagte er: „Nach der Trassenentscheidung geht es an die Vorarbeiten für das Planfeststellungsverfahren.“ Dazu bedarf es einer Vor- und einer Technischen Planung sowie einer landschaftspflegerischen Begleitplanung. Den Antrag stellt das Straßenbauamt bei der Regierung von Oberbayern. Bayerstorfer kalkuliert dafür gut ein Jahr. „Ende 2012 könnte das Verfahren eröffnet werden.“ Zur Dauer äußerte er sich zurückhaltend, geht aber von gut zwei, drei Jahren aus. Im Falle der Zustimmung stehe nach dem Planfeststellungsbeschluss der Klageweg offen. „Man kann jetzt nicht sagen, ab wann gebaut werden kann.“

(Hans Moritz)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

„Erzieherische Maßnahmen“ im Jugendzentrum
Bürgermeister Heinz Grundner (CSU) hat den Stadtrat über „erzieherische Maßnahmen“ im Jugendzentrum (JZ) Dorfen informiert.
„Erzieherische Maßnahmen“ im Jugendzentrum
Gebensbach steht vor einer großen Herausforderung
Drei neue Baugebiete soll es für das Dorf Gebensbach geben. Das ist gewaltig. Doch die Einheimischen beschäftigt ein anderes Problem.
Gebensbach steht vor einer großen Herausforderung
Taufkirchner Bürgermeister: Es fehlt bei uns bayerische Küche!
Pizza und Pasta, aber keine Rohrnudeln: Was fehlt in der Gemeinde, ist vor allem bayerische Gastronomie.
Taufkirchner Bürgermeister: Es fehlt bei uns bayerische Küche!
Freizeitangebote werden gut angenommen
Mit einem Anteil von 20 Prozent Kinder und Jugendlicher ist Dorfen eine junge Stadt – auch durch den Zuzug. Jungen Menschen wird einiges geboten. Erste Einrichtungen …
Freizeitangebote werden gut angenommen

Kommentare