Nordumfahrung: Gemeinderat bleibt beim Nein, aber im Dialog

Bockhorn - Die Ablehnung der Nordumfahrung ist unumstößlich. Dennoch will der Gemeinderat nicht komplett aus dem Planungsprozess aussteigen.

Eine verlängerte Nordumfahrung Erding mit einer Umgehung von Grünbach würde die Gemeinde Bockhorn nach dem aktuellen Stand teuer zu stehen kommen. Im Gespräch ist ein Beitrag von fünf Millionen Euro. Dennoch rang sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag nicht dazu durch, die Planung zurückzunehmen. Bürgermeister Hans Schreiner schlug zu Beginn der Debatte vor: „Es wäre unklug, Beschlüsse zu fassen, die nach einem Rückzug der Gemeinde aussehen. Wir sollten die bisherige Planung ablehnen, aber die Hand zu weiteren Überlegungen reichen.“

Dementsprechend bekräftigte das Gremium das Nein zur Nordumfahrung, die zu einer unzumutbaren Belastung Bockhorns führen würde. Auf Schreiners Empfehlung wurden keine weitergehenden Beschlüsse gefasst, um abzuwarten, „wie die Entwicklung weitergeht“. Trotz deutlicher Kritik schloss sich die Mehrheit der Räte an.

Auch Vize-Bürgermeister Georg Mesner (CSU) warnte vor einer Blockadehaltung: „Bevor wir Planungen auf unserem Gemeindegebiet bekommen, sollten wir versuchen, mit dem Landrat ins Gespräch zu kommen.“ Hermann Pröll (SPD) entgegnete: „Wir blockieren nicht. Tatsache ist, dass wir von der Planung zusätzlich belastet werden und es gibt keinerlei Angebote vom Landkreis, durch die die Gemeinde entlastet würde. Der Landrat ist am Zug.“ Gerhard Widl (FW Bockhorn) forderte, völlig neu nachzudenken: „Durch die Reform der Bundeswehr kann eine völlig neue Situation eintreten. Wer weiß, ob es in zehn oder 15 Jahren noch den Fliegerhorst gibt.“ Wenn dieser geschlossen werde, ergebe sich die Notwendigkeit für eine andere Trasse. Eine Umgehungsstraße werde nicht nur für die nächsten zehn Jahre gebaut. „Aber darüber denkt offenbar niemand nach“, so Widl.

Zu einem pragmatischen Ansatz riet Bernhard Stein (CSU) ab: „Wir müssen weiterdenken und vielleicht auch Geld in die Hand nehmen. Dann bekommen wir auch die Umfahrung von Grünbach. Sonst plant der Landkreis weiter und wir bleiben außen vor.“ In Richtung Stadt Erding sagte Pröll: „Die Nordumfahrung löst die Verkehrsprobleme der Kreisstadt nicht. Der Bahnhof am Fliegerhorst ist derzeit wieder so weit weg, wie schon lange nicht mehr. Dann wird über eine Südostumgehung gesprochen. Hier ist ein Verkehrskonzept notwendig.“

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