Nordumfahrung: „Es könnte ohne Enteignungen gehen“

Erding - Bei der Erdinger Nordumfahrung geben Landkreis und Straßenbauamt Gas. Mit dem Planfeststellungsverfahren fällt der Startschuss für die Sicherung der Flächen.

Seit der vorerst letzten von sechs Informationsveranstaltungen am 2. Juli in Hörgersberg ist der Weg fürs Genehmigungsverfahren frei. In einer Pressekonferenz der Kreis-CSU teilte Landrat Martin Bayerstorfer am Montag mit, dass die Regierung von Oberbayern am 18. Juli eine so genannte Vorabmappe erhalten habe, um die wichtigsten Unterlagen erstmals sichten zu können. Vermutlich bereits am heutigen Dienstag verabreden Regierung und Straßenbauamt weitere Details des Genehmigungsverfahrens. Am 29. August will das Straßenbauamt München dann alle Unterlagen inklusive Antragsschreiben bei der Bezirksregierung einreichen. „Es sind fünf Leitz-Ordner und eine CD, die auch der Landkreis erhält“, sagte der Landrat. Dies ist die Sammlung, die zu einem späteren Zeitpunkt öffentlich ausgelegt wird, damit betroffene Bürger und Träger öffentlicher Belange Einsicht nehmen und Einwendungen vorbringen können.

Für den 11. September ist ein Gespräch mit dem Amt für ländliche Entwicklung anberaumt, in dem es um die Flurbereinigung für die Trasse geht.

Die Kreisverwaltung bemüht sich derweil, an die erforderlichen Grundstücke für Ausgleichsflächen zu kommen. Dazu erklärte Bayerstorfer, dass Kreisstadt und Landkreis eigene Flächen hätten. Zudem biete der Fliegerhorst ein großes Potenzial.

Was Privatbesitz betrifft, ist Bayerstorfer guten Mutes. Denn einige Eigentümer ziehen seinen Angaben zufolge mit, wenn sie entsprechende Tauschflächen zur Bewirtschaftung bekommen. „Für die Landwirtschaft benötigen wir etwa 30 Hektar Tauschflächen, gut 15 Hektar haben wir bereits. In den nächsten Tagen sind wir deswegen beim Notar.“ Nur für die Straße seien zehn Hektar erforderlich. Man stehe in intensiven und meist guten Verhandlungen, so der Kreischef weiter. „Oberste Prämisse ist, dass kein Betrieb in seiner Existenz gefährdet wird.“ Bayerstorfer ist optimistisch, „dass es ohne Enteignungen gehen könnte“. Bemerkenswert: Einige Gegner der Nordumfahrung, die klagen wollen, haben dazu gar kein Recht. „Sie sind nicht direkt betroffen“, so der Landrat.

Erneut betonte er, dass die Trasse Süd 2 von Unterstrogn zur FTO klar die geeigneteste sei - „aus verkehrlicher, ökologischer wie wirtschaftlicher Sicht“. Alle Alternativen seien akribisch geprüft worden.

Hans Moritz

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