Nordumfahrung: "Langengeisling wird zu viel zugemutet"

Langengeisling - Der Widerstand gegen die Nordumfahrung nimmt in Langengeisling Gestalt an. Ein fester Kreis hat sich mehrfach getroffen. Sein Ziel: Der Stadtrat soll von der Trasse abgebracht werden.

Zu wenig Entlastung, zu hohe Kosten und zu hoher Flächenverbrauch: Die Langengeislinger, Althamer und Eichenkofener um Karl Patzelt, die sich bereits zum dritten Mal im Feuerwehrhaus getroffen haben, sehen keinen Grund, über 40 Millionen Euro für eine Umgehungsstraße auszugeben, die die nördlichen Ortsteile von Erding nicht nur über Gebühr belastet, sondern sie auch vieler Entwicklungsmöglichkeiten beraubt. Die Vermutung der Gegner: Der Landkreis gibt nur deswegen ein so hohes Tempo vor, weil der Flughafen fünf Millionen Euro der Planungskosten aus seinem Umlandfonds bezahlt, und der Staat die ED 99 massiv fördern würde.

Hartmut Witting berichtete, dass man mit einigen Stadträten schon gesprochen habe; „Die kannten viele Argumente gegen die Trasse noch nicht einmal.“ Mit Vertretern der Mehrheits-CSU im Stadtrat diskutierten die Langengeislinger am Sonntag beim CSU-Frühschoppen (siehe Bericht unten).

Ihr langfristiges Ziel: die Verhinderung der Nordumfahrung. Das kurzfristige: eine Bürgerversammlung noch vor der Sommerpause und vor allem vor der Abstimmung im Stadtrat über die Werkstraße zum Kronthaler Weiher sowie die Anbindung Erdings an die Nordumfahrung. Alle drei neuen Straßen lehnt man ab. Robert Thalmeier warnt davor, damit sämtliche Naherholungsflächen massiv zu beeinträchtigen. Zudem drohten die Ortsteile von Straßen und Lärm regelrecht eingekesselt zu werden, fürchtet Max Tauber. Josef Hupfer glaubt nicht, dass die Rechnung der Stadt aufgeht: „Die Nordanbindung parallel zur Alten Römerstraße soll auf dem Grund des Fliegerhorstes gebaut werden. Das können wir uns nicht vorstellen. Am Ende haben wir die Nordumfahrung, und die Zufahrt dorthin erfolgt doch wieder über die Alte Römerstraße.“ Tauber: „So weit wir wissen, ist mit dem Bund darüber noch nie verhandelt worden.“

Hupfer legt nach: „Mag ja sein, dass für die Nordumfahrung kaum Kosten an Stadt und Landkreis hängen bleiben, aber die Werkstraße und die Anbindung müssen von Erding bezahlt werden. Da reden wir ganz schnell über ein paar Millionen Euro.“ Thalmeier ist das zu teuer, „zumal es doch hauptsächlich um eine Entlastung der Anton-Bruckner-Straße geht“. Dafür gebe es günstigere Lösungen, etwa den Umbau der Kreuzungen nach Münchner Vorbild mit mehreren Ebenen. Norbert Hufschmid ist überzeugt, „dass sich nicht alle Probleme mit neuen Straßen regeln lassen“. Ein gut aufgestellter ÖPNV mache viele Fahrten überflüssig. Vorstellbar sei ein Bus-Shuttle zwischen Erding und Flughafen.

Wohin sich der Protest entwickelt, vermag Patzelt noch nicht zu sagen. Eine Unterschriftenaktion sei ebenso möglich wie eine Bürgerinitiative. „Jetzt wollen wir es aber erst mal mit Gesprächen versuchen.“ Hupfer ist nämlich überzeugt: „Bürgermeister Max Gotz weiß, glaube ich, gar nicht, was er uns zumutet.“ (ham)

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Seit zehn Jahren Herrin des Stadtturms
Seit zehn Jahren führt Doris Bauer (48) Gäste durch Erding und auf den Stadtturm im Herzen der Herzogstadt. Ein Interview.
Seit zehn Jahren Herrin des Stadtturms
Der Ottenhofener Pfarrsaal soll größer werden
Der Ottenhofener Pfarrsaal soll saniert und vergrößert werden. Von einem Veranstaltungsraum würde auch die Gemeinde profitieren.
Der Ottenhofener Pfarrsaal soll größer werden
Nina aus Ottenhofen
Ganz entspannt im Reich der Träume präsentiert sich hier die kleine Nina, das erste Kind der Familie Vanessa und Thomas Basler aus Ottenhofen. Das Mädchen kam am 17. …
Nina aus Ottenhofen
Rebekka Jaumann aus Hörlkofen: Im Namen von 220.000 Pfadfindern
Die Hörlkofenerin Rebekka Jaumann (18) durfte den Internationalen Preis des Westfälischen Friedens im Beisein von Bundespräsident Steinmeier entgegennehmen - …
Rebekka Jaumann aus Hörlkofen: Im Namen von 220.000 Pfadfindern

Kommentare