Streit um die Strichlein: Um die Vaterschaft der Alternativtrasse zur Nordumfahrung wird leidlich gerungen. Plan: EA-Archiv

Nordumfahrung: SPD reklamiert Alternativtrasse für sich

Erding - Die Niederlage kennt nur einen Schuldigen, der Erfolg hat viele Väter. Die Erdinger SPD hat am Wochenende einigermaßen empört daran erinnert, dass die jetzt doch in die Prüfung mit aufgenommene Alternativtrasse zur Nordumfahrung ein Kind der SPD sei.

Dies erklärt Stadt- und Kreisrat Horst Schmidt in einer Pressemitteilung, in der er Politik und Medien Kurzzeitgedächtnis und mangelndes Erinnerungsvermögen vorwirft. Mit dieser Variante hatten zuletzt Erding Jetzt und der frühere UWE-Stadtrat Martin Neumaier gepunktet. Ihr Konzept sieht eine Nordumfahrung vor, die an Altham/Eichenkofen vorbeiführt, und die nördlichen Teile der Kreisstadt nicht durchschneidet.

Die Genossen haben recht, auch wenn die im Kommunalwahlkampf 2008 vorgestellten Ideen noch nicht so konkret waren. Richtig ist: SPD-Bürgermeisterkandidat Hans Schmidmayer hatte nicht nur für einen neuen Kreuzungsbahnhof im Bereich Siglfing geworben. Er hatte zugleich gefordert, diesen neuen Halt im Zuge des S-Bahn-Ringschlusses und der Walpertskirchener Spange mit einer Nordumfahrung zu koppeln. Für Schmidt ist der Fall klar: Es könne weder von einer „neuen Wendung“, noch von einer Alternative die Rede sein.

Die SPD gibt zu, dass die derzeit von den Fachbüros noch favorisierte Süd-Variante den größten Entlastungseffekt hätte. Allerdings müsse auch klar sein, „dass die Anton-Bruckner-Straße nie zu einer Wohnstraße werden kann“.

Schmidt verknüpft den Gesamterfolg der Maßnahme mit dem Bau der Süd-Ostumfahrung in Form einer Verlegung der B 388 weiter vom Stadtrand weg. „Damit verhindern wir auch, dass der Verkehr von der im Bau befindlichen A 94 durch Erding braust und für einen Verkehrskollaps sorgt, der die Lebensqualität unserer Stadt zerstört.“ Der Stadt- und Kreisrat appelliert an die Stadt, den Staat aufzufordern, „die Dringlichkeit dieser Baumaßnahme an die oberste Priorität zu setzen und gegebenenfalls vorzufinanzieren“. Auch müsse man den Streckenverlauf der Bahn kennen, um sinnvoll planen zu können.

Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) wirft Schmidt vor, in Sachen Nordumfahrung „erst entschieden und dann diskutiert“ zu haben.

(ham)

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