Neues Verkehrskonzept für den Erdinger Norden: Die Planer sehen in der favorisierten Variante die Abkopplung von Fehlbach- und Alter Römerstraße vor (weiße Kreuze). Neugebaut wird eine Verbindung vom Kronthaler Weiher zur Nordumfahrung, die auch den Kies-Schwerlastverkehr aufnimmt (l.). Zentrales Element ist die Nordanbindung auf dem Fliegerhorstgelände (r.). Von der ED 99 ist Langengeisling nur über die Wartenberger Straße (rechts oben) erreichbar. Skizze: Büro Obermeyer

Nordumfahrung I: Das sagen die Planer

Erding - Die Pläne für die Anbindung der Erdinger Nordumfahrung an die Stadt liegen vor - und es gibt einen Favoriten. In einer Sonderbürgerversammlung stellte Oberbürgermeister Max Gotz das neue Verkehrskonzept für Erdings Norden vor, das vor allem Langengeisling entlasten soll.

An zwei Stellen soll die Nordumfahrung, die so genannte ED 99, mit dem Straßennetz der Großen Kreisstadt verknüpft werden: an der Wartenberger Straße (St. 2082) sowie über eine neue Strecke südlich zum Kronthaler Weiher, ab dem ein Stich auf der Fehlbachstraße in Richtung Langengeisling vorgesehen ist. Die Verbindung der Alten Römerstraße mit der St. 2331 nach Berglern soll hingegen gekappt werden. Zentrales Element ist die Nordanbindung, quasi eine östliche Parallele zur Alten Römerstraße auf Fliegerhorst-Gelände.

Diese bezeichnete Helmuth Ammerl vom Münchner Planungsbüro Obermeyer als „Umgehungsstraße für Langengeisling“. Sie würde einen Großteil des Verkehrs aufnehmen, so dass heute stark befahrene Verkehrswege quasi zu Anwohnerstraßen werden. Ein weiterer Effekt: Mit abgehängter Straße In den Hacken und einem nach Norden zur ED 99 abgeleiteten Kies-Schwerverkehr würde der Verkehrsdruck auf die Freisinger Siedlung und die Johann-Sebastian-Bach-Straße reduziert. Ergo: Die Nordumfahrung mit -anbindung wird von den Experten als existenziell angesehen, den Verkehr aus der Stadt herauszubekommen.

Ammerl stellte fünf Varianten vor, die eines eine: „Langengeisling wird vom Durchgangsverkehr entlastet. Idealerweise bleibt nur Ziel- und Quellverkehr“, so Ammerl vor rund 300 Besuchern der Sonderbürgerversammlung am Donnerstagabend, die wegen des großen Andrangs in der Geislinger Schulturnhalle stattfand. Unter ihnen auch „ED 99-Bauherr“ Landrat Martin Bayerstorfer.

Novum: Bürger

stimmen testweise ab

Der Verkehrsplaner zeigte auf, welche Variante den höchsten Entlastungseffekt mit sich brächte: Es wäre eine Lösung mit Nordanbindung, Verbindung Kronthaler Weiher - ED 99 sowie abgeriegelter Fehlbach- und Alter Römerstraße. Der Nachteil: Der verbleibende Ziel- und Quellverkehr würde nahezu vollständig über die Wartenberger Straße abgewickelt.

Bemerkenswert: In einer nicht-repräsentativen und den Stadtrat nicht bindenden Abstimmung der Versammlungsteilnehmer, die überwiegend aus den nördlichen Stadtteilen gekommen waren, fanden diese Vorschläge zum Teil deutliche Mehrheiten (siehe Bericht Erding-Seite).

Ähnlich ist eine weitere Lösung, die allerdings Durchgangsverkehr auf der Fehlbachstraße erlaubt. Problem laut Ammerl: eine relativ hohe Verkehrsdichte vor Schule und Kindergarten sowie ein möglicher Schleichweg von der ED 99 nach Erding.

So gut wie keine Chance dürfte der Vorschlag haben, Fehlbach- und Wartenberger Straße abzuriegeln und die Alte Römerstraße in den Mittelpunkt zu stellen. Eine modifizierte Untervariante sieht vor, als Einfallstore nur Wartenberger und Alte Römerstraße zu erlauben. Ein weitere Unterkategorie geht davon aus, dass nur die Wartenberger Straße zu schließen. Ammerl machte deutlich, dass hier grundsätzlich der Nachteil bestehe, dass zwar deutlich weniger Verkehr als bei der Nullvariante (wenn gar nichts verändert wird) zu beobachten wäre, eine echte Entlastung für die Alte Römerstraße aber nicht eintrete.

Gotz: Planung von historischem Wert

Zuvor hatte OB Gotz auf die historische Bedeutung dieser Entwicklung sowie die Kontinuität der städtischen Infrastrukturpolitik hingewiesen: „Die Verbindung der ED 99 mit der Stadt ist der konsequente Schritt nach unseren Beschlüssen zur Nordumfahrung, zum S-Bahn-Ringschluss und zur Regionalbahn.“ Der Verkehr nehme nun einmal zu. „Deswegen wäre es die falscheste Lösung, gar nichts zu tun.“ Über Kosten wollte er noch nicht reden, so weit sei die Planung noch nicht.

An die Gegner appellierte er, Mehrheitsentscheidungen zu akzeptieren. „Wer den Flächenverbrauch beklagt, dem muss klar sein, dass dieser auch durch neue Wohn- und Gewerbebebauung erfolgt“, so Gotz in Anspielung auf viele Baugesuche aus dem Norden Erdings.

(Hans Moritz)

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