Nordumfahrung I: Sechs Gründe gegen Grünbach

Erding - Das Straßenbauamt Freising lehnt eine Einbeziehung Grünbachs in die Erdinger Nordumfahrung strikt ab. Die Planer sehen bei einer Realisierung sogar Nachteile für den Ort - und das Gesamtprojekt in Gefahr.

Im Stadtrat von Erding bekräftigte Stefan Otzmann vom Straßenbauamt Freising, warum die Nordumfahrung der Kreisstadt bis Grünbach auf keinen Fall reichen könne, um den Ort vom Durchgangsverkehr auf der B 388 zu entlasten. Bürgermeister Max Gotz machte wiederholt deutlich, dass er die Sorgen der Nachbarn für berechtigt halte. Er bot Zusammenarbeit und Unterstützung an, sollte Bockhorn eine eigene Umgehung in Angriff nehmen.

Stefan Otzmann machte am Dienstagabend deutlich, dass die Kombination einer Bundesstraßen- und einer Kreis- beziehungsweise Staatsstraßen-Umfahrung nicht realisierbar sei. Er räumte einem erfolgreichen Planfeststellungsverfahren von vornherein große Probleme ein. Otzmann ging in seiner Einschätzung sogar so weit, dass der Versuch einer Kombination beide Projekte „bereits in einem sehr frühen Stadium stark gefährden könnte“.

Die Nordumfahrung soll so ausgelegt werden, dass sie zahlreiche kleinräumige Verkehre aufnehmen und an Ballungszentren vorbeischleusen kann. Aus Grünbach solle Bundesstraßenverkehr abgezweigt werden. Dafür sei die Nordumfahrung aber nicht ausgelegt.

Otzmann kann sich, drittens, „nicht vorstellen, dass der Kreis bereit ist, die Sonderkosten zu übernehmen, die bei einer Einbeziehung einer Fernstraße der Bund zahlen müsste“. Er stellte einen Betrag von zirka zwölf Millionen Euro in den Raum.

Viertens bestreitet die Behörde einen spürbaren Entlastungseffekt für Grünbach. „Die Nordumfahrung soll oberhalb Erdings in Richtung Flughafentangente und Flughafen wegschwenken. Das hätte zur Folge, dass alle Fahrzeuge weiter durch den Ort fahren, die in Richtung Süden und Westen wollen.“

Otzmann will nicht ausschließen, dass sich Grünbach nicht weniger Lärm aussetzt, sondern den bestehenden breiter streut und damit neue Betroffenheiten schafft. „Da ist zum einen der Verkehr, der auf der B 388 bleibt, und der, der nördlich an Grünbach vorbeiführt.” Dem Ort drohe ein Lärmtrichter.

Auch aus Sicht des europäischen Naturschutzrechts räumt Otzmann dem Wunsch der Grünbacher, an der Erdinger Umfahrung zu partizipieren, wenig Chancen ein. „Die Trasse würde mitten durch ein höchst schützenswertes FFH-Gebiet führen. Ich sehe da massive rechtliche Probleme, an denen das Vorhaben scheitern könnte.“

Der Straßenplaner will den Grünbachern aber nicht alle Hoffnungen nehmen. „Der Bau der Erdinger Nordumfahrung ist kein K.o.-Kriterium für eine eigene Umgehung Grünbachs.“ Es werde keine Chance vertan. In diese Kerbe schlug auch Gotz: „Wir werden helfen, wo wir können, denn uns liegt nicht an einem Gegeneinander. Wir streben eine einvernehmliche Lösung an.“

(Hans Moritz)

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