Die Südtrasse (orange) wird in den Varianten 2 und 3 weiterverfolgt. Nach der Prognose werden auf ihr täglich bis zu 13 300 Fahrzeuge verkehren. Weniger sind es auf den Trassen Mitte 2 (11 700) und und Mitte 1 (9500, beide blau). Die Nordtrasse würde von täglich 12 700 Kfz befahren werden. Wegen ihrer großen Entfernung zu Erding wäre die Entlastungswirkung aber am geringsten. Grafik: Staatliches bauamt Freising

Die Nordumfahrung: Staubsauger für täglich 13 300 Autos

Erding - Die geplante Nordumfahrung wird einen großen Sog auf den Verkehr rund um Erding ausüben. Nach der Prognose hat die beschlossene Südtrasse den stärksten Effekt.

Im Jahr 2025 werden täglich 227 000 Fahrzeuge auf den Straßen rund um Erding rollen – 16 Prozent mehr als heute. Das ergibt die Prognose für die Nordumfahrung, die am Montag im Ausschuss für Struktur, Verkehr und Umwelt vorgestellt wurde. Wie berichtet, haben sich die Kreisräte für die Südtrasse in den Varianten 2 oder 3 entschieden (siehe Karte). Die Planer hatten diese Streckenführung empfohlen. Sie hat die größte Sogwirkung und entlastet Erding am stärksten.

„Uns ist bewusst, dass sie im Hinblick auf Umwelt und Natur Nachteile hat. Es gibt aber keine Totschlagargumente wie zum Beispiel FFH-Flächen“, sagte Peter Weywadel, Bereichsleiter Straßenbau beim Staatlichen Bauamt Freising, in der Ausschusssitzung. Keiner der untersuchten Korridore sei im Hinblick auf Mensch und Natur konfliktfrei, bestätigte Ingenieur Stefan Marzelli. Die favorisierte Trasse sei sogar die ungünstigste. Sie muss über Brücken die Sempt und den Fehlbach queren. Außerdem durchschneidet sie laut Marzellis Gutachten auf 250 Meter Länge die hochwertigsten Biotopbestände des Untersuchungsgebiets östlich von Langengeisling.

Karl-Heinz Jobst (FW) sprach die Sorge der Bürger von Altham und Eichenkofen an, durch die Nordumfahrung „abgeschnitten zu sein“. Die Gemeindeverbindungsstraße werde „höhenfrei gekreuzt“, antwortete Weywadel. Das heißt, dort wird eine Brücke errichtet. „Hier sind keine kleinen Lösungen angedacht“, beruhigte Ulrich Großkopf vom Bauamt weiter – „eine transparente Lösung und kein Dammriegel“. Nach dem jetzigen Stand ist zudem entlang der Straße kein Lärmschutz notwendig.

Weywadel wies darauf hin, dass der Prognose für 2025 ein vierspuriger Ausbau der Flughafentangente Ost (FTO) zugrunde liegt. Dieser sei bereits beantragt, erklärte der Bereichsleiter: „Wir gehen davon aus, dass das in den neuen Ausbauplan eingestellt wird.“ Zu der vorhergesagten Verkehrszunahme sagte Hannelore Seeger (Grüne): „Wenn wir prognostizieren, dass der Flughafen immer größer wird, dann ist das sehr fragwürdig.“ Mit 30 000 Fahrzeugen werde der Anteil des Airport-Verkehrs 2025 nicht so massiv sein, antwortete Ingenieur Helmuth Ammerl, der die Verkehrszählung und die Prognose vorstellte. Seine Zahlen würden auf das Pflanfeststellungsverfahren zur dritten Startbahn fußen.

Timo Aichele

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