Nordumfahrung: UWE-Fraktion für Alternativtrasse

Erding - In Sachen Nordumfahrung hat sich eine weitere Fraktion im Stadtrat von Erding festgelegt.

Die Unabhängige Wählervereinigung Erding (UWE) lehnt die aktuell in der Prüfung befindliche Süd II-Trasse ab und spricht sich für die modifizierte Streckenführung Mitte aus. Diese hatten UWE-Mitglied Martin Neumaier und die Gruppierung Erding Jetzt ins Spiel gebracht. Dies ist das Ergebnis einer UWE-Fraktionssitzung am Montagabend, über deren Ergebnis Fraktionschef Rainer Mehringer gestern Abend berichtete und eine Presseerklärung vorlegte. Der von Landrat Martin Bayerstorfer (CSU) geforderte Antrag im Kreistag dürfte kein Problem werden. Mehringer ließ durchblicken, dass diesen die Freie Wähler-Fraktion mit Forsterns Bürgermeister Georg Els an der Spitze stellen wird.

Mehringer berichtete von einer „langen und intensiven Debatte mit einstimmigen Ausgang“. Die UWE lehnt die Süd II-Variante mit der Begründung ab, dass es sich dabei um eine Ortsdurchfahrt und nicht um eine Umgehung handle. „Mit den aktuell verfolgten Planungen zerschneiden wir lieblos ein wichtiges Gebiet, in dem eine städteplanerische Entwicklung noch möglich ist“, sagte Mehringer. Dies sei UWE inakzeptabel.

Man sei sich durchaus bewusst, dass die Alternativtrasse, die der Linienführung Mitte entspricht, nördlich von Eichenkofen/Altham aber in einem Schwenk nach Südosten zur Flughafentangente Ost führt, weniger Verkehr aus Erding abziehe. „Die Vorteile dieser Lösung und vor allem das verhinderte Durchschneidung der nördlichen Ortsteile wiegen diesen Nachteil aber wieder auf“, so der Fraktionssprecher.

Am Dienstagabend beriet die UWE-Spitze unter Vorsitzendem Benedikt Hoigt die Festlegung. Auch aus diesem Gremium ist eine Zustimmung zur Alternativlösung zu erwarten.

Nach Informationen unserer Zeitung streben die Freien Wähler ein breites, parteiübergreifendes Bündnis für ihren Vorschlag an. So soll versucht werden, im Stadtrat neben der FDP auch Grüne und ÖDP ins Boot zu holen. Beide Parteien lehnen die Nordumfahrung bislang insgesamt ab.

Mehringer weiß, dass die Mehrheit im Stadtrat bei der CSU liegt. Er hofft dennoch auf ein Einsehen.“ Ein knapper Beschluss in dieser Sache ist für das Gesamtprojekt, das die UWE grundsätzlich begrüßt und damit auch zu ihrem Wahlversprechen steht, sicherlich nicht hilfreich.“ Hinzu komme, dass man die Debatte nicht auf Erding beschränken dürfe. „Da hängt ja der gesamte nördliche Landkreis mit dran.“

Wie berichtet, will Bayerstorfer die Alternative prüfen, bevor es 2011/12 ins Planfeststellungsverfahren geht. Eine kurzfristige Machbarkeitsprüfung scheitert an der laufenden Planung, die die Einbeziehung einer gesamten Vegetationsperiode erforderlich macht, um so mögliche Folgen für Tier- und Pflanzenwelt abschätzen zu können. Besonders groß ist der Widerstand gegen die Süd-Trasse in Langengeisling und Altham/Eichenkofen.

(Hans Moritz)

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